1967/1968 03. Spieltag: SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 2:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 3. Spieltag
Saison Saison 1967/1968, Hinrunde
Ansetzung SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena
Ort Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden
Zeit Sa. 26.08.1967 15 Uhr
Zuschauer 22.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Berlin)
Ergebnis 2:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Dresden
Manfred Kallenbach
Wolfgang Haustein, Klaus Sammer, Roland May, Siegmar Wätzlich
Peter Schäfer, Bernd Hofmann
Meinhard Hemp, Uwe Ziegler, Hans-Jürgen Kreische, Siegfried Gumz
Trainer: Manfred Fuchs
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Wolfgang Blochwitz
Udo Preuße, Heinz Marx, Michael Strempel, Jürgen Werner
Peter Rock, Gerd Brunner
Rainer Schlutter, Helmut Stein, Dieter Scheitler, Roland Ducke
Trainer: Georg Buschner

Spielbericht

Jenaer weitaus rationeller

"In den letzten vier Spielen konnten wir gegen Dresden keinen Treffer erzielen und nur einen Punkt erringen (dreimal 0:1, einmal 0:0). Selbst in unserer Glanzzeit haben wir uns gegen Dynamo schwer getan", äußerte Jenas Trainer Georg Buschner nach dem Treffen. Verständlich, daß er nach dem Spiel mit zufriedener Miene aus der Jenaer Kabine kam. Seine Schützlinge allerdings saßen mit hängenden Köpfen auf den Bänken, sie haderten mit dem Ausgleichstreffer, der sie fünf Minuten vor dem Ende noch um den Sieg brachte. Torwart Blochwitz auf dem Weg zur Dusche, sagte resigniert: "Ich glaubte, den scharfgeschossenen 22-Meter-Freistoß von Hofmann schon sicher zu haben, doch glitt das tückische Leder auf dem nassen Boden noch unter mir weg." Doch Trainer Buschner gab seinem Torhüter keine Schuld. "Auf diesem glatten Boden bekam der Ball unheimliche Fahrt. Wolfgang braucht sich keine Vorwürfe zu machen, denn in der Anfangsphase (22.) verdankten wir es nur seinen tollen Reaktionen, als er nach einem Alleingang von Kreische dessen Schuß aus Nahdistanz noch um den Pfosten lenkte, daß wir nicht mit 0:2 im Hintertreffen lagen."

Diese Worte können nur unterstrichen werden, denn in der 14. Minute war der Nationalmannschafts-Torhüter bei einem 16-Meter-Gewaltschuß von Hofmann ebenfalls auf dem Posten. Der Führungstreffer der Dresdner zu diesem Zeitpunkt war aber verdient. Doch nicht den Dresdnern, den Gästen gab dieses Tor Auftrieb. Die von "Ausputzer" Marx umsichtig dirigierte Abwehr der Jenaer gewann mit kraftvollem, konsequentem körperlichem Einsatz immer mehr die Oberhand und kaufte damit den gegnerischen Stürmern den Schneid ab (Kreische, Schäfer). In Rock, Schlutter und vor allem R. Ducke hatten sie zudem die besseren Spielgestalter, die dem mannschaftlichen Fluß immer wieder Linie gaben sowie dem Angriffsspiel Zielstrebigkeit und Torgefährlichkeit verliehen. Brauchten die Gastgeber sieben bis acht Spielzüge bis zum gegnerischen Tor, benötigten die Gäste dafür drei bis vier.

Die Deckung der Elbestädter erwies sich an diesem Tage als Achillesferse. Im Zentrum konnte der kraftvolle, schlagstarke May das Fehlen von Routinier Pfeifer nicht überspielen. Sammer hatte einen Spätstart, und aus der schwachen Tagesform von Haustein zog Roland Ducke unerbittlich Gewinn. Gut gefielen bei den Dresdnern Hofmann, der jedoch durch die geringe Ausstrahlung von Schäfer im Mittelfeld zu sehr auf sich allein gestellt war, sowie der junge Wätzlich, der mehr als nur hoffnungsvolle Ansätze erkennen ließ.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Einbeck, äußerst lauffreudig, amtierte sehr konsequent und unterband rechtzeitig jede aufkommende Härte.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 29. August 1967)