1984/1985 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Leipzig 2:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1984/1985, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 15.09.1984 15:00 Uhr
Zuschauer 12.000
Schiedsrichter Wieland Ziller (Königsbrück)
Ergebnis 2:3
Tore
  • 0:1 Breitkopf (14.)
  • 0:2 Leitzke (37.)
  • 1:2 Meixner (62.)
  • 1:3 Breitkopf (63.)
  • 2:3 Peschke (73.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Konrad Weise
Gert BrauerGelbe Karte.gif, Heiko Peschke, Uwe Pohl
Andreas Krause, Stefan Meixner, Mathias Pittelkow (72. Ulf-Volker Probst)
Andreas Bielau (60. Jörg Burow), Jürgen Raab, Robby Zimmermann

Trainer: Dietmar Pfeifer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Leipzig
Jörg Saumsiegel
Joachim Fritsche
Michael ReimerGelbe Karte.gif, Stephan FritzscheGelbe Karte.gif, Hans-Jürgen Kinne
Uwe Ferl, Frank Illge, Holger Stieglitz
Hans-Jörg Leitzke, Matthias Weiß, Michael Breitkopf (81. Heiko Scholz)

Trainer: Gerd Struppert


Spielbericht

Keiner traute seinen Augen

Diese faustdicke Überraschung hing zwar in der Schlußphase noch einmal am seidenen Faden, verdient war der Chemie-Sieg aber allemal! Über die Forsche und Einsatzbereitschaft, mit der die Leutzscher zu Werke gingen, darüber wunderte sich niemand. Dies gehört schließlich seit Jahr unf Tag zu den Tugenden der Leipziger. Wie die Gäste aber ihr taktisches Konzept auch spielerisch umsetzten, das imponierte über alle Maßen. "Gewitzt, herzhaft, laufstark und voller Engagement auch im Vorwärtsgang", so lobte Auswahltrainer Bernd Stange die beeindruckende Vorstellung des Außenseiters. Da traute keiner seinen Augen, wie nämlich die drei Spitzen nicht in erster Linie für Entlastung sorgten, sondern vielmehr die nicht gerade sattelfeste Zeiss-Abwehr in panische Angst versetzten. "Das Angriffsspiel der Leipziger gefiel auch mir, weil die Stürmer immer wieder in die Lücken stießen, viel Mut und Entschlußkraft bewiesen", anerkannte Jenas Trainerassistent Helmut Stein.

Selten hörten die Chemiker Lob in dieser Menge. Doch sie spielten auch taktisch so klug, raumgreifend und gefährlich wie lange nicht. Sektionsleiter Hans-Joachim Jungnickel strahlte noch lange nach Spielschluß und meinte: "Auch ich habe die Mannschaft selten so locker und dabei voller Tatendrang erlebt." In dieser Chemie-Elf gab es keinerlei Ausfälle. Im Gegenteil, einige Akteure wuchsen sogar über sich hinaus. Neben den Stürmern und Kapitän Illge (er knüpfte die Fäden im Mittelfeld) wurde Schlußmann Saumsiegel zum "Vater des Sieges". Einer aber freute sich ganz diebisch über diesen Triumph: Michael Breitkopf. Tags zuvor 23 Jahre alt geworden, schoß der Schwarzschopf gleich zwei Tore. "Meine ersten in der Oberliga", sprudelte er noch voller Aufregung und Freude hervor.

Und was hatten dagegen die Jenaer zu bieten? Eigentlich nur Durchschnittskost, weil sie ihre Chancen nicht zu nutzen vermochten. So sehr sich auch Vorstopper Peschke um offensive Unterstützung bemühte (mit seinen Kopfbällen verfehlte er aber selbst aus günstigsten Positionen das Ziel), so leichtfüßig auch Zimmermann dribbelte und schoß, gegen die geballte Kraft der Chemiker standen die Thüringer schließlich auf verlorenem Posten.

(Andreas Baingo in "Die Neue Fussballwoche" vom 18. September 1984)