1985/1986 04. Spieltag: FC Karl-Marx-Stadt - FC Carl Zeiss Jena 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 4. Spieltag
Saison Saison 1985/1986, Hinrunde
Ansetzung FC Karl-Marx-Stadt - FC Carl Zeiss Jena
Ort Dr.-Kurt-Fischer-Stadion
in Karl-Marx-Stadt
Zeit Fr. 06.09.1985 17:00 Uhr
Zuschauer 7.900
Schiedsrichter Wolfgang Henning (Rostock)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Karl-Marx-Stadt
Michael Kompalla
Jürgen Bähringer
Matthias Birner (56. Uwe HeßGelbe Karte.gif), Thomas Laudeley, Udo Fankhänel
Lutz Wienhold, Andreas Müller, Rico Steinmann, John Bemme (67. Steffen Heidrich)
Michael Glowatzky, Stefan Persigehl

Trainer: Heinz Werner

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Perry Bräutigam
Konrad Weise
Mario Röser, Wolfgang Schilling
Gert Brauer, Stefan Meixner, Heiko Peschke, Stefan Böger
Andreas Bielau, Henry Lesser, Fred SteinbornGelbe Karte.gif

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Spielbericht

Abwehr stand! Aber die Angriffe?

Allein das, was im Umfeld der 47. Oberligabegegnung zwischen dem FCK und der Zeiss-Elf an Meinungen, mitunter auch als Bonmot zu hören war, füllte Notizblockseiten. Viel mehr jedenfalls, als in den ersten 45 Minuten des Spielverlaufes aufzuschreiben war. Da betrat Karl-Marx-Stadts Trainer Heinz Werner, bekannt als ein Mann, dem ein nachdenkenswertes Wort nicht schwerfällt, das Pressezimmer, begrüßte seinen jüngeren Kollegen Lothar Kurbjuweit und sagte: "Wir spielen heute gegen eine der bisher erfolgreichsten, weil unbesiegten Mannschaften." Und nach dem 0:0 griff er dies nochmal auf und fügte hinzu: "Das wird wohl so bleiben. Bei dieser Deckung macht ihr das, Lothar..."

Sprüche dieser Art charakterisierten das Remis nach temposcharfem, nicht uninteressantem, in der zweiten Halbzeit endlich auch torverheißenden Verlauf recht treffend. "Die Jenaer standen meistens hintendrin, da war schwer durchzukommen. Sie klebten förmlich am Mann, verteidigten resolut", meinte FCK-Kapitän Jürgen Bähringer, wieder einmal ein Musterbeispiel an Einsatzbereitschaft und Einstellung zum Fußball. Nicht nur von ihm, auch von anderen stammt der Vergleich, Kurbjuweit, die Zeiss-Abwehr mit ihrem Organisator Weise betreffend: "... alte Buschner-Schule..."

Bei beiderseits aufmerksamen Abwehrspiel mußte man sich schon etwas einfallen lassen, um zum Torschuß zu kommen. daran aber mangelte es vielfach doch erheblich. Die FCK-Angriffsspitzen blieben blaß. Im Mittelfeld fehlten auch Ideen. Kurzfristig fielen beim Gastgeber J. Müller und Köhler aus. So mußten die ganz Jungen, wie der 17-jährige Steinmann, wieder heran. "Ich bin schon froh, daß sie sich große Mühe geben, mitzuspielen", so der Trainer, der auch noch diese Rechnung aufmachte. "Unser Durchschnittsalter beträgt heute 22 Jahre, nun zieht noch Bähringers 35 Jahre ab, es bleibt eine Fast-Juniorenmannschaft." Tatsächlich der FCK könnte auch Young Boys Karl-Marx-Stadt heißen.

Kompalla und Bräutigam, die beiden Hüter, hielten das, was nach Tor roch, sicher. Der Karl-Marx-Städter Bielaus Kopfball ebenso wie Krauses Scharfschuß; der Jenaer "zwei Hundertprozentige", so Lothar Kurbjuweit, "aber was heißt das schon, hundertprozentig nur, wenn sie drin sind!" Auf der anderen Seite wurden nur Steinmann und Bähringer torgefährlich. das beiderseits aufwendige Bemühen - Jena, ohne Raab, wurde später offensiver - blieb erfolglos. Spieltechnisch war vieles zu holprig.

(Joachim Pfitzner in "Die Neue Fussballwoche" vom 10. September 1985)