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==Aufstellungen==
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: Günther
: Günther
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; Jenas Spiel ein vollendeter Genuss-Dessau`s Kampfkraft bewährte sich
; Jenas Spiel ein vollendeter Genuss-Dessau`s Kampfkraft bewährte sich


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Frei aus dem Bericht im Kicker von hjm vom 26.01.1937
Frei aus dem Bericht im Kicker von hjm vom 26.01.1937
Da können wir Jenaer also den Fußball in die Ecke legen und mit den Murmeln spielen . Warum ? Eine bekannte Fußball-Zeitschrift schrieb in der letzten Nummer : " Wer auch jetzt noch an den hohen Qualitäten unseres Tabellenführers und voraussichtlichen Meisters Dessau 05 zweifelt , dem ist wirklich nicht mehr zu helfen . Solche Unbelehrbare sollen ihr Interesse dem Murmelspiel zuwenden und sich mit den Geschehnissen auf dem grünen Rasen nie wieder befassen. " Nun , wir 400 Jenaer Schlachtenbummler , die wir mit dem schönen KdF-Sonderzug nach Dessau fuhren , konnten uns keineswegs von diesen hohen Qualitäten der Dessauer überzeugen . Denn dann hätten sie sich doch niemals fast 90 Minuten lang so einschnüren lassen dürfen , daß Jena lange Zeit nur mit einem Verteidiger spielen konnte . Gewiß , der 1.SV hat verloren und damit die Gaumeisterschaft nicht ein drittes Mal erringen können , aber er war doch die einzige Mannschaft , die Dessau bisher einwandfrei geschlagen hat und die auch im Rückspiel dem Dessauer Publikum schonungslos zeigte , was den 05ern denn doch noch alles fehlt .
Man soll nicht mit einem Wenn und Aber kommen , jedoch hier kann es nicht anders sein . Denn wenn Werner in den Anfangsminuten seinen meisterlichen Strafstoß trotz dichter Mauer nicht an den Pfosten , sondern in den Kasten gesetzt hätte , dann hätte Dessau offen spielen müssen . So aber konnten die Einheimischen nach 10 Minuten durch ein Mißverständnis der Jenaer Deckung einen glücklichen Ueberraschungserfolg erzielen und führten nun strikt ihre wenig schöne Taktik durch , mit 8 , ja selbst 9 und 10 Mann zu verteidigen und in wenigen Durchbrüchen ihr Glück zu versuchen . Daß dabei die Jenaer Stürmer trotz drückender Ueberlegenheit kein Tor erzielen konnten , ist verständlich , denn bei 18 oder 20 Beinen durchzukommen , ist nicht leicht , zumal , wenn es sich um eine Stürmerreihe mit schwachen Schußleistungen handelt .
Bei Jena wurde der Läufer Kleinsteuber auf Rechtsaußen gestellt .
Der Platz der Dessauer ist schmaler als der Jenaer , darauf stellen die 05er auch ihr Spiel ab . Jena fand sich mit dem glatten Boden prächtig ab , man merkte keine Behinderung . Nach Werners mißglückten Strafstoß verschuldete Rötschke einen Strafstoß . Schneider setzte diesen steil und weit vor Jenas Tor . Günther lief heraus , wollte ihn abfangen , aber Schüßler sprang vorher zu und köpfte den Ball , aber so unglücklich , daß er dem Dessauer '''Paul''' grade auf den Kopf kam . Tor durch Kopfball ! Nun machte , wie erwähnt , Dessau hinten dicht und mußte sich von Jena dauernd belagern lassen . Jena hatte manche Gelegenheiten , die größte vergab Bachmann , indem er ganz knapp außen am Pfosten vorbeischoß . Nach der Pause das gleiche Bild , jetzt verteidigte Dessau noch noch stärker und dichter , und da hätte nur ein Bombenschuß die Wendung bringen können , aber den sahen wir nicht von den Jenaer Stürmern . So verlor der Gaumeister diesen merkwürdigen Kampf . Das Eckenverhältnis von 12:2 für Jena besagt ja genug .
Bei diesem Treffen ist auch weniger der Spielverlauf erwähnenswert , als das Grundsätzliche . Ueber die '''Dessauer''' konnte man überall lesen , daß sie ausgezeichnet in Form seien und daß neben dem Bombensturm und dem "Flügel von dem man spricht" , das ist Paul-Schmeißer , nun auch die Läuferreihe und vor allem die Deckung nicht weniger in Bombenform sei . Wir haben davon nichts bemerkt . Wohl der Sturm , der ist sehr gefährlich und auch schnell , und vor allem er schießt viel und kräftig . Aber dahinter war von einer Läuferreihe überhaupt nichts zu sehen , während Jena hier sein Glanzstück hatte . Die Deckung war anfangs recht unsicher , wurde besser , jedoch nicht überzeugend . Was an unnötigen Ecken gekorkst wurde , ist schlimm . Ueber das Spielsystem der Dessauer sprachen wir schon . Es ist sehr einfach und kommt dem Pokalstil am nächsten . Damit kann man bei Glück wohl einen Pokalsieg erringen , aber niemals in den Gruppenspielen bestehen . Und gerade dieser Gedanke , daß die Dessauer auf einem großen Platz gegen eine technisch gute Elf wie der Club ganz glatt eingehen werden , ist für uns Jenaer bedrückend . Denn der Gaumeister hat sich dank seiner technischen Reife hier sehr gut halten können und auch Weida würde das tun , von Dessau glauben wir das nicht . Technisch sollte Dessau vorzüglich sein , auch davon haben wir nichts bemerkt . Mit großer Konsequenz schossen die 05er immer Jenaer Spieler an . Also : Husarentaktik auf kleinem Platz , da sind die Dessauer in Form , sonst sind sie auch nur Durchschnitt . Es scheint uns , man hat zu Hause den 05ern zu viel Vorschußlob gesungen , das tut nie gut .
Und nun '''Jena .''' Jawohl , es war das alte Uebel . Trotz eines fabelhaften Spiels verloren . Fangen wir von hinten an . Günther hatte es schwer , er war nur sehr wenig beschäftigt , und wurden ihm bei dem scharfen und kalten Wind in Dessau die Finger steif . In der Verteidigung war Schüßler anfangs etwas unsicher , nachher so gut wie immer . In der Läuferreihe ragten Werner und Harthaus heraus , obwohl auch Paul recht gut war . Werner leistete ungeheure Arbeit und verblüffte die Dessauer durch seine raffinierten Strafstöße . Harthaus ließ die Kanone Paul niemals frei und beteiligte sich dabei noch ebenso gut am Aufbau . Damit hat sich Harthaus dem anwesenden Gaufachamtsleiter Hädicke nachdrücklich empfohlen als Ersatz für Bäumler in der Gaumannschaft . Im Sturm war Rötschke der beste . Wie er sich mit Werner versteht und wie er den Ball weiterlenkt und durchspielt , ist prächtig . Allerdings hatte der Soldat diesmal auch seine Schußstiefel zu Hause gelassen . Im übrigen kämpfte der Sturm fein , war im Zusammenspiel ohne Tadel , nur eben wurde wieder zu eng in der Mitte gespielt und zu wenig geschossen . Es fehlte , so sehr die Jenaer sonst kämpften , vor dem Tor der letzte Einsatz . Man merkte doch das Fehlen von Hymon . Es fehlen Jena zur Zeit die durchreißenden Außenstürmer . Zwei Stürmer von Dessau beim 1.SV , und bei Jena wäre alles in Ordnung .
So bleibt also ein bitteres Gefühl zurück : Jena hätte in Dessau gewinnen können und hätte auch die Meisterschaft nicht zu verlieren brauchen , wenn nur der Sturm etwas besser geschossen hätte , denn sonst in Technik und Feldspiel hat der 1.SV keinen auf die Dauer gleichwertigen Gegner im Gau .
Es muß bemerkt werden , daß Dessau mit vollem Recht Gaumeister wird , aber eben doch im Hinblick auf die größeren Aufgaben kann man nicht ganz froh werden . Aber wir lassen uns gern vom Gegenteil überzeugen ,
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 25.01.1937
==andere Spiele==
* Wacker Halle : SpVgg Erfurt 3:0
* CV Magdeburg : Spfr. Halle 2:3
* Thüringen Weida : Vikt. 96 Magdeburg 3:1
31.1.37
* Spfr. Halle : 1.FC Lauscha 3:2
* Merseburg 99 : Thüringen Weida 2:2
* CV Magdeburg : Vikt. 96 Magdeburg 10:2

Aktuelle Version vom 20. März 2025, 12:29 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga , 13.Spieltag
Saison Saison 1936/37
Ansetzung SV Dessau 05 - 1.SV Jena
Ort Stadion am Schillerpark in Dessau
Zeit So. 24.01.1937
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Hecht (Halle)
Ergebnis 1:0 (1:0)
Tore
  • 1:0 Paul (10.)
Andere Spiele
oder Berichte

{{{Links}}}

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Dessau
Haberland
Henze , Poppenberg
Foß , Gehlert , Ziegler
Niemann , Elze , Schneider , Schmeißer , Paul

Trainer :Kiesewetter

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Günther
Hädicke , Schüßler
Harthaus , Werner , Paul
Bachmann , Schipphorst , König , Rötschke , Kleinsteuber

Trainer : Pöttinger

Spielbericht

Jenas Spiel ein vollendeter Genuss-Dessau`s Kampfkraft bewährte sich

350 Jenaer Schlachtenbummler sind mit einem Sonderzug angereist , um das Endspiel um die Meisterschaft Mitte mitzuerleben . Fußballplatz ist von der Schneedecke befreit , aber hartgefroren . Ein einziger Lichtblick von Dessau in der 10.Minute brachte die Entscheidung . Jena kämpfte bis zum Schluß unermüdlich und war 80 Minuten feldüberlegen . Kurz vor der Pause vergab Bachmann die Riesenausgleichschance . Jena mit herrlichem technischen Spiel . Aber sie schafften es nicht das Dessauer Abwehrbollwerk zu überwinden . Werner überragte alle , aber er war auch der einzige Jenaer der schoß ( 5.min Pfostentreffer) . Bester Dessauer war Henze , der Linksverteidiger .

Jena verliert unglücklich , aber wer keine Tore schießt kann nicht gewinnen .

Der 1.SV Jena aber hat durch sein heutiges Spiel , durch eine gute Mannschaftsleistung und einen mitunter hochklassigen Fußball seine Anwartschaft auf die Meisterschaft des nächsten Jahres nachdrücklich erhoben .

Frei aus dem Bericht im Kicker von hjm vom 26.01.1937


Da können wir Jenaer also den Fußball in die Ecke legen und mit den Murmeln spielen . Warum ? Eine bekannte Fußball-Zeitschrift schrieb in der letzten Nummer : " Wer auch jetzt noch an den hohen Qualitäten unseres Tabellenführers und voraussichtlichen Meisters Dessau 05 zweifelt , dem ist wirklich nicht mehr zu helfen . Solche Unbelehrbare sollen ihr Interesse dem Murmelspiel zuwenden und sich mit den Geschehnissen auf dem grünen Rasen nie wieder befassen. " Nun , wir 400 Jenaer Schlachtenbummler , die wir mit dem schönen KdF-Sonderzug nach Dessau fuhren , konnten uns keineswegs von diesen hohen Qualitäten der Dessauer überzeugen . Denn dann hätten sie sich doch niemals fast 90 Minuten lang so einschnüren lassen dürfen , daß Jena lange Zeit nur mit einem Verteidiger spielen konnte . Gewiß , der 1.SV hat verloren und damit die Gaumeisterschaft nicht ein drittes Mal erringen können , aber er war doch die einzige Mannschaft , die Dessau bisher einwandfrei geschlagen hat und die auch im Rückspiel dem Dessauer Publikum schonungslos zeigte , was den 05ern denn doch noch alles fehlt . Man soll nicht mit einem Wenn und Aber kommen , jedoch hier kann es nicht anders sein . Denn wenn Werner in den Anfangsminuten seinen meisterlichen Strafstoß trotz dichter Mauer nicht an den Pfosten , sondern in den Kasten gesetzt hätte , dann hätte Dessau offen spielen müssen . So aber konnten die Einheimischen nach 10 Minuten durch ein Mißverständnis der Jenaer Deckung einen glücklichen Ueberraschungserfolg erzielen und führten nun strikt ihre wenig schöne Taktik durch , mit 8 , ja selbst 9 und 10 Mann zu verteidigen und in wenigen Durchbrüchen ihr Glück zu versuchen . Daß dabei die Jenaer Stürmer trotz drückender Ueberlegenheit kein Tor erzielen konnten , ist verständlich , denn bei 18 oder 20 Beinen durchzukommen , ist nicht leicht , zumal , wenn es sich um eine Stürmerreihe mit schwachen Schußleistungen handelt . Bei Jena wurde der Läufer Kleinsteuber auf Rechtsaußen gestellt .

Der Platz der Dessauer ist schmaler als der Jenaer , darauf stellen die 05er auch ihr Spiel ab . Jena fand sich mit dem glatten Boden prächtig ab , man merkte keine Behinderung . Nach Werners mißglückten Strafstoß verschuldete Rötschke einen Strafstoß . Schneider setzte diesen steil und weit vor Jenas Tor . Günther lief heraus , wollte ihn abfangen , aber Schüßler sprang vorher zu und köpfte den Ball , aber so unglücklich , daß er dem Dessauer Paul grade auf den Kopf kam . Tor durch Kopfball ! Nun machte , wie erwähnt , Dessau hinten dicht und mußte sich von Jena dauernd belagern lassen . Jena hatte manche Gelegenheiten , die größte vergab Bachmann , indem er ganz knapp außen am Pfosten vorbeischoß . Nach der Pause das gleiche Bild , jetzt verteidigte Dessau noch noch stärker und dichter , und da hätte nur ein Bombenschuß die Wendung bringen können , aber den sahen wir nicht von den Jenaer Stürmern . So verlor der Gaumeister diesen merkwürdigen Kampf . Das Eckenverhältnis von 12:2 für Jena besagt ja genug .

Bei diesem Treffen ist auch weniger der Spielverlauf erwähnenswert , als das Grundsätzliche . Ueber die Dessauer konnte man überall lesen , daß sie ausgezeichnet in Form seien und daß neben dem Bombensturm und dem "Flügel von dem man spricht" , das ist Paul-Schmeißer , nun auch die Läuferreihe und vor allem die Deckung nicht weniger in Bombenform sei . Wir haben davon nichts bemerkt . Wohl der Sturm , der ist sehr gefährlich und auch schnell , und vor allem er schießt viel und kräftig . Aber dahinter war von einer Läuferreihe überhaupt nichts zu sehen , während Jena hier sein Glanzstück hatte . Die Deckung war anfangs recht unsicher , wurde besser , jedoch nicht überzeugend . Was an unnötigen Ecken gekorkst wurde , ist schlimm . Ueber das Spielsystem der Dessauer sprachen wir schon . Es ist sehr einfach und kommt dem Pokalstil am nächsten . Damit kann man bei Glück wohl einen Pokalsieg erringen , aber niemals in den Gruppenspielen bestehen . Und gerade dieser Gedanke , daß die Dessauer auf einem großen Platz gegen eine technisch gute Elf wie der Club ganz glatt eingehen werden , ist für uns Jenaer bedrückend . Denn der Gaumeister hat sich dank seiner technischen Reife hier sehr gut halten können und auch Weida würde das tun , von Dessau glauben wir das nicht . Technisch sollte Dessau vorzüglich sein , auch davon haben wir nichts bemerkt . Mit großer Konsequenz schossen die 05er immer Jenaer Spieler an . Also : Husarentaktik auf kleinem Platz , da sind die Dessauer in Form , sonst sind sie auch nur Durchschnitt . Es scheint uns , man hat zu Hause den 05ern zu viel Vorschußlob gesungen , das tut nie gut .

Und nun Jena . Jawohl , es war das alte Uebel . Trotz eines fabelhaften Spiels verloren . Fangen wir von hinten an . Günther hatte es schwer , er war nur sehr wenig beschäftigt , und wurden ihm bei dem scharfen und kalten Wind in Dessau die Finger steif . In der Verteidigung war Schüßler anfangs etwas unsicher , nachher so gut wie immer . In der Läuferreihe ragten Werner und Harthaus heraus , obwohl auch Paul recht gut war . Werner leistete ungeheure Arbeit und verblüffte die Dessauer durch seine raffinierten Strafstöße . Harthaus ließ die Kanone Paul niemals frei und beteiligte sich dabei noch ebenso gut am Aufbau . Damit hat sich Harthaus dem anwesenden Gaufachamtsleiter Hädicke nachdrücklich empfohlen als Ersatz für Bäumler in der Gaumannschaft . Im Sturm war Rötschke der beste . Wie er sich mit Werner versteht und wie er den Ball weiterlenkt und durchspielt , ist prächtig . Allerdings hatte der Soldat diesmal auch seine Schußstiefel zu Hause gelassen . Im übrigen kämpfte der Sturm fein , war im Zusammenspiel ohne Tadel , nur eben wurde wieder zu eng in der Mitte gespielt und zu wenig geschossen . Es fehlte , so sehr die Jenaer sonst kämpften , vor dem Tor der letzte Einsatz . Man merkte doch das Fehlen von Hymon . Es fehlen Jena zur Zeit die durchreißenden Außenstürmer . Zwei Stürmer von Dessau beim 1.SV , und bei Jena wäre alles in Ordnung .

So bleibt also ein bitteres Gefühl zurück : Jena hätte in Dessau gewinnen können und hätte auch die Meisterschaft nicht zu verlieren brauchen , wenn nur der Sturm etwas besser geschossen hätte , denn sonst in Technik und Feldspiel hat der 1.SV keinen auf die Dauer gleichwertigen Gegner im Gau . Es muß bemerkt werden , daß Dessau mit vollem Recht Gaumeister wird , aber eben doch im Hinblick auf die größeren Aufgaben kann man nicht ganz froh werden . Aber wir lassen uns gern vom Gegenteil überzeugen ,

Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 25.01.1937

andere Spiele

  • Wacker Halle : SpVgg Erfurt 3:0
  • CV Magdeburg : Spfr. Halle 2:3
  • Thüringen Weida : Vikt. 96 Magdeburg 3:1


31.1.37

  • Spfr. Halle : 1.FC Lauscha 3:2
  • Merseburg 99 : Thüringen Weida 2:2
  • CV Magdeburg : Vikt. 96 Magdeburg 10:2