40/41 10: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 46: | Zeile 46: | ||
'''Steuert Jena einer neuen Meisterschaft zu !''' | '''Steuert Jena einer neuen Meisterschaft zu !''' | ||
'''Gera besser als das 0:3(0:2)''' | '''Gera besser als das 0:3 (0:2)''' | ||
Der 1 . SV Jena siegte zu Hause gegen den Namensvetter aus Gera mit 3:0 (2:0) . Dabei zeigten aber auch die Gäste sehr gute Leistungen . Vor allem waren es Wollenschläger und Gloede , die überragten . Der durchschlagskräftigere Angriff der Jenaer , die nun der Meisterschaft zusteuern wollen ( Dessau verlor in Magdeburg 3:1) , gab den Ausschlag . Torschützen waren : Zweimal L. König und Linksaußen Gärtner , der in der letzten Viertelstunde eine prächtige Leistung zeigte , als er alles und zuletzt noch den Torwart umspielte und unhaltbar einsandte . Ein Alleingang - typisch Gärtner ! Da waren sogar die Gästespieler begeistert . | Der 1 . SV Jena siegte zu Hause gegen den Namensvetter aus Gera mit 3:0 (2:0) . Dabei zeigten aber auch die Gäste sehr gute Leistungen . Vor allem waren es Wollenschläger und Gloede , die überragten . Der durchschlagskräftigere Angriff der Jenaer , die nun der Meisterschaft zusteuern wollen ( Dessau verlor in Magdeburg 3:1) , gab den Ausschlag . Torschützen waren : Zweimal L. König und Linksaußen Gärtner , der in der letzten Viertelstunde eine prächtige Leistung zeigte , als er alles und zuletzt noch den Torwart umspielte und unhaltbar einsandte . Ein Alleingang - typisch Gärtner ! Da waren sogar die Gästespieler begeistert . | ||
| Zeile 53: | Zeile 53: | ||
Auf Wunsch Geras wird erst 15 Uhr angestoßen . | Auf Wunsch Geras wird erst 15 Uhr angestoßen . | ||
Ei , wer hätte das gedacht ! Nämlich , das die zweite Runde in der Fußball-Bereichsklasse so überraschend beginnt und daß Dessau so rasch distanziert wird , daß den Altmeister jetzt schon drei Punkte vom Meister Jena trennen . Außerdem ist der Vorsprung von zehn Toren dahin , nun hat der 1.SV 21 Tore gut , Dessau dagegen nur 19 . Außerdem haben nur noch Weida und Cricket ein positives Torverhältnis . Diese beiden Mannschaften sind nebst Dessau die gefährlichsten Gegner des Meisters , und nur durch Siege oder Unentschieden über sie führt für den 1.SV Jena der Weg zur Meisterschaft , wobei Weida am meisten zu beachten ist . Die Jenaer spielen dort am 2. Februar . | |||
Mit dem glatten 3:0-Sieg über den 1.SV Gera hat sich Jena ein schweres Hindernis auf dem Wege zur Meisterschaft beseitigt . Die Geraer hatte ihre zur Zeit stärkste Elf aufgeboten , in der nur der gesperrte Lätzsch I fehlte . Aber auch Jena stellte seine beste Vertretung . | |||
Die '''Geraer''' enttäuschten insofern nicht , als sie eine schnelle , körperlich große und gutgerüstete , dazu sehr einsatzfreudige Mannschaft stellten , deren Spiel jedoch zu körperlich und dadurch unsauber war . Namentlich in der Deckung wurde vorzüglich gearbeitet , aber der Sturm blieb viel schuldig . Die fünf Leute , geführt von dem wuchtigen Knoll , kamen auch einmal zu ganz zwingenden Torgelegenheiten , obwohl die sehr gute Läuferreihe sie doch genug einsetzte . Das mag auch daher kommen , daß Jenas Deckung fast fehlerlos arbeitete und ohne Zaudern dazwischenfuhr . | |||
Der '''1.SV Jena''' zeigte ein besseres Spiel , als zuletzt auf eigenem Platz gezeigt , er setzte sich gegen Gera voll ein . In der Fünferreihe gab es einige Unebenheiten . Gräbsch ließ seine Frische vermissen , auch der stark bewachte Gärtner spielte nicht ganz so erfolgreich wie sonst . Dagegen überraschte Bachmann als flinker Rechtsaußen , wenn er es auch gegen Sturm sehr schwer hatte . Allgemein wäre zu sagen , daß oft zu eng und auf den gedeckten Mitspieler abgegeben wurde . Die Tore fielen auch dann , als Geras Deckung herausgelockt wurde und so die Reihen geöffnet waren . Im allgemeinen konnte man mit den Jenaern zufrieden sein . Sie müssen aber in der Pause bis zum Januar ihre Form nicht nur halten , sondern möglichst noch verbessern , da dann die entscheidenden schweren Kämpfe kommen . | |||
Von Anfang an wurden von Jena die klareren Torgelegenheiten herausgespielt . Jena begann sehr offensiv , ohne aber mehr als einige Ecken zu erreichen . Dagegen war einmal ein Mißverständnis bei einer Rückgabe an Patzl gefährlich . | |||
Ein Tor wert war ein Scharfschuß von Bachmann , der aber von der Latte zurücksprang . In der 33. Minute fiel der erste Treffer : Gräbsch spielte sich fein durch und gab vor dem Tor überlegt zurück zu '''König''' , der flach einschoß . | |||
Da Gera nun offener spielte , um aufzuholen , konnten sich die Jenaer Angriffe besser entfalten . Das zweite Tor für den 1.SV entsprang aber einer feinen Einzelleistung : bei einem Strafstoß aus 20 Meter schoß '''König''' scharf , und Rußmeier ließ den an sich haltbaren Ball über die Hände ins Tor springen . Hier bleib Rußmeier uns noch den Beweis seines Könnens schuldig . | |||
Nach dem '''Wechsel''' wollten die Geraer unbedingt ihr Schicksal wenden . Sie wurden dabei von dem Läufer Gloede , der trotz seines Alters recht gut (Kopfbälle) und aufopfernd spielte - Gloede ist der bekannte ehemalige Spieler des HSV und ehrenamtlicher Betreuer der Geraer - stark eingesetzt , während Wollenschläger nicht so wie früher in Erscheinung trat , da er mehr defensiv wirkte . Aber die Jenaer blieben dennoch klar Herren der Lage und erzielten weitere Ecken . Einen von Ulrich schön gezogenen Ball holte sich Rußmeier noch . Dann schoß König bei günstiger Stellung etwas zu schwach , der Nachschuß ging neben das Tor . Und wieder ging ein Schuß Ulrichs knapp neben die lange Ecke . | |||
Dann aber fiel das dritte Tor , wieder ein sehr schöner Treffer : Nationalspieler '''Gärtner''' bekam von Werner eine lange Steilvorlage , auf gleicher Höhe mit einem Geraer zog er diesem davon und schoß ein . Das war in der 70. Minute , womit der Kampf entschieden war . Jena hatte noch einige gute Torgelegenheiten , aber kein Glück . Ein Kopfball Werners ergab fast ein Tor , desgleichen ein Bachmann-Schuß . | |||
Sein Können hatte Patzl gegen Ende mit einem gefährlichen Aufsetzer zu beweisen , sonst wurde er kaum ernstlich beschäftigt . | |||
Die Ueberlegenheit Jenas äußerte sich nicht nur in dem viel besseren Spielaufbau , sondern auch in dem Eckenverhältnis von 10:0 . | |||
Der Schiedsrichter Weise , Erfurt , überzeugte nicht , er war nicht immer regelfest und zu nachsichtig gegen hartes Spiel . | |||
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 02.12.1940 | |||
==andere Spiele== | ==andere Spiele== | ||
* CV Magdeburg : Dessau 05 3:1 | * CV Magdeburg : Dessau 05 3:1 , 4.000 Z. | ||
* Thüringen Weida : VfL 96 Halle 3:2 | * Thüringen Weida : VfL 96 Halle 3:2 | ||
* SC Apolda : SpVgg Zeitz 6:1 | * SC Apolda : SpVgg Zeitz 6:1 | ||
Aktuelle Version vom 28. Mai 2025, 16:40 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte, 10. Spieltag |
| Saison | Saison 1940/1941, Rückrunde |
| Ansetzung | 1. SV Jena - 1. SV Gera |
| Ort | Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena |
| Zeit | So. 01.12.1940 15:00 |
| Zuschauer | 4.000 |
| Schiedsrichter | Weise (Erfurt) |
| Ergebnis | 3:0 (2:0) |
| Tore |
|
| Andere Spiele oder Berichte |
{{{Links}}} |
Aufstellungen
- Jena
- Patzl
- Schipphorst , Schüßler
- Malter , Beckert , Werner
- Gärtner , L. König , Gräbsch , Ulrich , Bachmann
Trainer : Kretzschmann
- Gera
- Rußmeier
- Winner , Sturm
- Lätzsch II , Wollenschläger , Gloede
- Kästner , Vitzthum , Knoll , Roßbach , Schmidt
Spielertrainer : Gloede




Spielbericht
Steuert Jena einer neuen Meisterschaft zu !
Gera besser als das 0:3 (0:2)
Der 1 . SV Jena siegte zu Hause gegen den Namensvetter aus Gera mit 3:0 (2:0) . Dabei zeigten aber auch die Gäste sehr gute Leistungen . Vor allem waren es Wollenschläger und Gloede , die überragten . Der durchschlagskräftigere Angriff der Jenaer , die nun der Meisterschaft zusteuern wollen ( Dessau verlor in Magdeburg 3:1) , gab den Ausschlag . Torschützen waren : Zweimal L. König und Linksaußen Gärtner , der in der letzten Viertelstunde eine prächtige Leistung zeigte , als er alles und zuletzt noch den Torwart umspielte und unhaltbar einsandte . Ein Alleingang - typisch Gärtner ! Da waren sogar die Gästespieler begeistert .
Bericht im Kicker vom 3. Dezember 1940
Auf Wunsch Geras wird erst 15 Uhr angestoßen . Ei , wer hätte das gedacht ! Nämlich , das die zweite Runde in der Fußball-Bereichsklasse so überraschend beginnt und daß Dessau so rasch distanziert wird , daß den Altmeister jetzt schon drei Punkte vom Meister Jena trennen . Außerdem ist der Vorsprung von zehn Toren dahin , nun hat der 1.SV 21 Tore gut , Dessau dagegen nur 19 . Außerdem haben nur noch Weida und Cricket ein positives Torverhältnis . Diese beiden Mannschaften sind nebst Dessau die gefährlichsten Gegner des Meisters , und nur durch Siege oder Unentschieden über sie führt für den 1.SV Jena der Weg zur Meisterschaft , wobei Weida am meisten zu beachten ist . Die Jenaer spielen dort am 2. Februar . Mit dem glatten 3:0-Sieg über den 1.SV Gera hat sich Jena ein schweres Hindernis auf dem Wege zur Meisterschaft beseitigt . Die Geraer hatte ihre zur Zeit stärkste Elf aufgeboten , in der nur der gesperrte Lätzsch I fehlte . Aber auch Jena stellte seine beste Vertretung . Die Geraer enttäuschten insofern nicht , als sie eine schnelle , körperlich große und gutgerüstete , dazu sehr einsatzfreudige Mannschaft stellten , deren Spiel jedoch zu körperlich und dadurch unsauber war . Namentlich in der Deckung wurde vorzüglich gearbeitet , aber der Sturm blieb viel schuldig . Die fünf Leute , geführt von dem wuchtigen Knoll , kamen auch einmal zu ganz zwingenden Torgelegenheiten , obwohl die sehr gute Läuferreihe sie doch genug einsetzte . Das mag auch daher kommen , daß Jenas Deckung fast fehlerlos arbeitete und ohne Zaudern dazwischenfuhr . Der 1.SV Jena zeigte ein besseres Spiel , als zuletzt auf eigenem Platz gezeigt , er setzte sich gegen Gera voll ein . In der Fünferreihe gab es einige Unebenheiten . Gräbsch ließ seine Frische vermissen , auch der stark bewachte Gärtner spielte nicht ganz so erfolgreich wie sonst . Dagegen überraschte Bachmann als flinker Rechtsaußen , wenn er es auch gegen Sturm sehr schwer hatte . Allgemein wäre zu sagen , daß oft zu eng und auf den gedeckten Mitspieler abgegeben wurde . Die Tore fielen auch dann , als Geras Deckung herausgelockt wurde und so die Reihen geöffnet waren . Im allgemeinen konnte man mit den Jenaern zufrieden sein . Sie müssen aber in der Pause bis zum Januar ihre Form nicht nur halten , sondern möglichst noch verbessern , da dann die entscheidenden schweren Kämpfe kommen .
Von Anfang an wurden von Jena die klareren Torgelegenheiten herausgespielt . Jena begann sehr offensiv , ohne aber mehr als einige Ecken zu erreichen . Dagegen war einmal ein Mißverständnis bei einer Rückgabe an Patzl gefährlich . Ein Tor wert war ein Scharfschuß von Bachmann , der aber von der Latte zurücksprang . In der 33. Minute fiel der erste Treffer : Gräbsch spielte sich fein durch und gab vor dem Tor überlegt zurück zu König , der flach einschoß . Da Gera nun offener spielte , um aufzuholen , konnten sich die Jenaer Angriffe besser entfalten . Das zweite Tor für den 1.SV entsprang aber einer feinen Einzelleistung : bei einem Strafstoß aus 20 Meter schoß König scharf , und Rußmeier ließ den an sich haltbaren Ball über die Hände ins Tor springen . Hier bleib Rußmeier uns noch den Beweis seines Könnens schuldig . Nach dem Wechsel wollten die Geraer unbedingt ihr Schicksal wenden . Sie wurden dabei von dem Läufer Gloede , der trotz seines Alters recht gut (Kopfbälle) und aufopfernd spielte - Gloede ist der bekannte ehemalige Spieler des HSV und ehrenamtlicher Betreuer der Geraer - stark eingesetzt , während Wollenschläger nicht so wie früher in Erscheinung trat , da er mehr defensiv wirkte . Aber die Jenaer blieben dennoch klar Herren der Lage und erzielten weitere Ecken . Einen von Ulrich schön gezogenen Ball holte sich Rußmeier noch . Dann schoß König bei günstiger Stellung etwas zu schwach , der Nachschuß ging neben das Tor . Und wieder ging ein Schuß Ulrichs knapp neben die lange Ecke . Dann aber fiel das dritte Tor , wieder ein sehr schöner Treffer : Nationalspieler Gärtner bekam von Werner eine lange Steilvorlage , auf gleicher Höhe mit einem Geraer zog er diesem davon und schoß ein . Das war in der 70. Minute , womit der Kampf entschieden war . Jena hatte noch einige gute Torgelegenheiten , aber kein Glück . Ein Kopfball Werners ergab fast ein Tor , desgleichen ein Bachmann-Schuß . Sein Können hatte Patzl gegen Ende mit einem gefährlichen Aufsetzer zu beweisen , sonst wurde er kaum ernstlich beschäftigt . Die Ueberlegenheit Jenas äußerte sich nicht nur in dem viel besseren Spielaufbau , sondern auch in dem Eckenverhältnis von 10:0 . Der Schiedsrichter Weise , Erfurt , überzeugte nicht , er war nicht immer regelfest und zu nachsichtig gegen hartes Spiel .
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 02.12.1940
andere Spiele
- CV Magdeburg : Dessau 05 3:1 , 4.000 Z.
- Thüringen Weida : VfL 96 Halle 3:2
- SC Apolda : SpVgg Zeitz 6:1