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|Ansetz = 1.SV Jena : VfB Jena
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|Ort = Stadion des 1.SV Jena  
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* 0:1 Härtel (14.)
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* 2:1 Kleinsteuber
* 2:1 Kleinsteuber (43.)
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* 3:1 Opatz (48.FE)
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:Großkopf
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:Mieth , Grübner , Thier , Werner , Kleinsteuber




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==Spielbericht==
==Spielbericht==
[[Datei:1930-8-29.jpg|mini|1.SV Jena : VfB Jena]]
Das mit so großer Spannung erwartete Treffen zwischen den beiden Ortvereinen verlief spielerisch eigentlich recht spannungslos . Der Verlauf des Spieles zeigte bereits in der ersten Halbzeit , daß trotz des anfänglichen 1:0-Standes für den VfB ein Sieg des Sportvereins nicht in Frage stehen konnte . Zwar brachte der VfB noch einen gefährlichen Querlattenschuß an , doch waren damit außer einem scharfen Schuß Metzners in der zweiten Halbzeit für den SV-Hüter alle ernsten Gefahren vorüber .
Der Sportvereinssturm holte bald das Führungstor durch einen unhaltbaren Schuß auf .
Aus einen für den VfB-Läufer recht durchsichtigen Kombination Werner-Kleinsteuber folgte kurz vor Halbzeit das Führungstor für den 1.SV .
Nach der Halbzeit wurde trotz des Spieles der Sportvereinself gegen die Sonne ihre Ueberlegenheit noch größer , und sie wußte diese durch vier weitere Tore zum Ausdruck zu bringen . Immer wieder konnte die rechte Seite Werner-Kleinsteuber den zu schwachen linken Läufer schnell überspielen und das gegnerische Tor ernstlich in Gefahr bringen . Die Verteidiger des VfB leisteten dabei eine manchmal etwas harte , im ganzen aber vorzügliche Abwehrarbeit . Der dabei von ihr verschuldete Elfmeter wurde vom 1.SV glatt verwandelt . Das Gegenstück dazu gab es nicht allzu lange darauf vor dem Sportvereinstor , wo der VfB den Elfmeter ebenso glatt einsenden konnte , womit das Spiel 4:2 für den Sportverein stand .
Etwa eine Viertelstunde vor Schluß kamen die VfB er zu einigen recht guten Angriffen ; aber Stürmer untereinander und auch Läufer und Stürmer zeigten zu wenig gegenseitiges Verständnis , als daß ein Erfolg daraus hätte werden können .
Im ganzen ist folgendes zu sagen :
Die VfB-Mannschaft hat in ihrer Gesamtleistung etwas nachgelassen . Ihr Spiel war wohl besser als gegen Kahla , doch dürfte die Fußballabteilung des Vereins mit der Aufstellung des Sturmes noch nicht die richtige Lösung gefunden zu haben .
Die Sportvereinsmannschaft brachte die aus ihren vielen Verbandsspielen gewonnene Erfahrung entscheidend zur Geltung . Sie spielte ruhiger und überlegter . Ihr Stellungsspiel war besser , auch war sie in der Ballbehandlung überlegen , so daß die Einzelkämpfe in der Mehrzahl zu ihren Gunsten ausfielen .
Dem Spiel selbst kann man bei der immerhin gespannten Atmosphäre das Prädikat "anständig" erteilen .
Wir möchten dabei dem Parteifreund anheimstellen , zu bedenken , daß einzelne Verstöße immer vorkommen werden , und daß ja auch nicht gerade die langweiligsten und gleichgültigsten Menschen Fußball spielen . Man wird in den allermeisten Fällen eines Verstoßes aus den Bewegungen des Balles und den daraus resultierenden Handlungen der Spieler eine rohe Absicht kaum herauslesen können . Ecken 15:2 für den 1.SV .
Ueber eins müssen wir uns in Rücksicht auf diese Dinge immer wieder sehr wundern : wie schnell der Parteigänger und "Brüller" doch immer verstummt , wenn der eigene Mann den Verstoß beging . Vergeltung scheint dann immer sportlich richtig zu sein .
Und noch eins : Wir haben schon viel "Gebrüll" des Publikums um uns herum bei sportlichen Veranstaltungen erlebt . Auch in Amsterdam hat man gerufen , organisiert gerufen , ja , richtiggehend gebrüllt . Man hat auch mit Fähnchen gewinkt - aber dahinter steckte die sportliche Begeisterung . Es war auch kein Gejohle , dieses Brüllen , denn dann würde ein Ton von Gehässigkeit darin geklungen haben , doch solche war es nicht . Und das wichtigste - man zollte dem Gegner Beifall , gerne und viel , und erkannte die bessere Leistung des anderen an .
Das scheint allerdings ausgestorben zu sein auf unseren Verbandsspielplätzen .
An Stelle der Begeisterung ist Vereinsfanatismus getreten , wenn nicht verhaltener Haß .
Moral von der Geschicht' : laßt Jugend zu Verbandsspielen nicht .
Jenaische Zeitung vom 01.09.1930


==Spiele==
==Spiele==

Aktuelle Version vom 15. Januar 2026, 13:04 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Ostthüringen
Saison Saison 1939/1931 Hinrunde
Ansetzung 1.SV Jena : VfB Jena
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 31.08.1930 16:00
Zuschauer 2.000
Schiedsrichter Walter (VfB Apolda)
Ergebnis 6:2 (2:1)
Tore
  • 0:1 Härtel (14.)
  • 1:1 Thier (33.)
  • 2:1 Kleinsteuber (43.)
  • 3:1 Opatz (48.FE)
  • 4:1 Grübner
  • 4:2 Engelmann (72.FE)
  • 5:2 Werner (81.)
  • 6:2 Kleinsteuber
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

1.SV
Großkopf
Keiling , Opatz
Sturm , Jacob , Rosenke
Mieth , Grübner , Thier , Werner , Kleinsteuber


VfB
Metzner , Härtel , Engelmann

Spielbericht

1.SV Jena : VfB Jena

Das mit so großer Spannung erwartete Treffen zwischen den beiden Ortvereinen verlief spielerisch eigentlich recht spannungslos . Der Verlauf des Spieles zeigte bereits in der ersten Halbzeit , daß trotz des anfänglichen 1:0-Standes für den VfB ein Sieg des Sportvereins nicht in Frage stehen konnte . Zwar brachte der VfB noch einen gefährlichen Querlattenschuß an , doch waren damit außer einem scharfen Schuß Metzners in der zweiten Halbzeit für den SV-Hüter alle ernsten Gefahren vorüber . Der Sportvereinssturm holte bald das Führungstor durch einen unhaltbaren Schuß auf . Aus einen für den VfB-Läufer recht durchsichtigen Kombination Werner-Kleinsteuber folgte kurz vor Halbzeit das Führungstor für den 1.SV . Nach der Halbzeit wurde trotz des Spieles der Sportvereinself gegen die Sonne ihre Ueberlegenheit noch größer , und sie wußte diese durch vier weitere Tore zum Ausdruck zu bringen . Immer wieder konnte die rechte Seite Werner-Kleinsteuber den zu schwachen linken Läufer schnell überspielen und das gegnerische Tor ernstlich in Gefahr bringen . Die Verteidiger des VfB leisteten dabei eine manchmal etwas harte , im ganzen aber vorzügliche Abwehrarbeit . Der dabei von ihr verschuldete Elfmeter wurde vom 1.SV glatt verwandelt . Das Gegenstück dazu gab es nicht allzu lange darauf vor dem Sportvereinstor , wo der VfB den Elfmeter ebenso glatt einsenden konnte , womit das Spiel 4:2 für den Sportverein stand . Etwa eine Viertelstunde vor Schluß kamen die VfB er zu einigen recht guten Angriffen ; aber Stürmer untereinander und auch Läufer und Stürmer zeigten zu wenig gegenseitiges Verständnis , als daß ein Erfolg daraus hätte werden können . Im ganzen ist folgendes zu sagen : Die VfB-Mannschaft hat in ihrer Gesamtleistung etwas nachgelassen . Ihr Spiel war wohl besser als gegen Kahla , doch dürfte die Fußballabteilung des Vereins mit der Aufstellung des Sturmes noch nicht die richtige Lösung gefunden zu haben . Die Sportvereinsmannschaft brachte die aus ihren vielen Verbandsspielen gewonnene Erfahrung entscheidend zur Geltung . Sie spielte ruhiger und überlegter . Ihr Stellungsspiel war besser , auch war sie in der Ballbehandlung überlegen , so daß die Einzelkämpfe in der Mehrzahl zu ihren Gunsten ausfielen . Dem Spiel selbst kann man bei der immerhin gespannten Atmosphäre das Prädikat "anständig" erteilen . Wir möchten dabei dem Parteifreund anheimstellen , zu bedenken , daß einzelne Verstöße immer vorkommen werden , und daß ja auch nicht gerade die langweiligsten und gleichgültigsten Menschen Fußball spielen . Man wird in den allermeisten Fällen eines Verstoßes aus den Bewegungen des Balles und den daraus resultierenden Handlungen der Spieler eine rohe Absicht kaum herauslesen können . Ecken 15:2 für den 1.SV . Ueber eins müssen wir uns in Rücksicht auf diese Dinge immer wieder sehr wundern : wie schnell der Parteigänger und "Brüller" doch immer verstummt , wenn der eigene Mann den Verstoß beging . Vergeltung scheint dann immer sportlich richtig zu sein . Und noch eins : Wir haben schon viel "Gebrüll" des Publikums um uns herum bei sportlichen Veranstaltungen erlebt . Auch in Amsterdam hat man gerufen , organisiert gerufen , ja , richtiggehend gebrüllt . Man hat auch mit Fähnchen gewinkt - aber dahinter steckte die sportliche Begeisterung . Es war auch kein Gejohle , dieses Brüllen , denn dann würde ein Ton von Gehässigkeit darin geklungen haben , doch solche war es nicht . Und das wichtigste - man zollte dem Gegner Beifall , gerne und viel , und erkannte die bessere Leistung des anderen an . Das scheint allerdings ausgestorben zu sein auf unseren Verbandsspielplätzen . An Stelle der Begeisterung ist Vereinsfanatismus getreten , wenn nicht verhaltener Haß . Moral von der Geschicht' : laßt Jugend zu Verbandsspielen nicht .

Jenaische Zeitung vom 01.09.1930

Spiele

(31.08.1930)

  • 1.SV Jena : VfB Jena 6:2
  • SC Weimar : VfL Saalfeld 6:4