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|Ansetz = 1.SV Jena : SC Weimar | |Ansetz = 1.SV Jena : SC Weimar | ||
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|Zeit = So 07.09.1930 | |Zeit = So 07.09.1930 16:00 | ||
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|Schiri = Hoffmann (Kahla) | |Schiri = Hoffmann (Kahla) | ||
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* | * 1:0 Werner (25.) | ||
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* | * 6:1 Thier | ||
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==Spielbericht== | ==Spielbericht== | ||
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Wer nach dem Siege Weimars über Saalfeld und nach seinem Unentschieden gegen den Gaumeister geglaubt hatte , daß auch das Spiel in Jena eine offene Angelegenheit werden könnte , mußte sich eines anderen belehren lassen . | |||
Die Jenaer Mannschaft erwies sich den Weimaranern gegenüber derart überlegen , daß das hohe Ergebnis als durchaus verdient bezeichnet werden muß . | |||
Obwohl das Spiel im großen und ganzen von Weimar offen gehalten werden konnte , machte es doch in seinem gesamten Verlaufe den Eindruck der restlosen Ueberlegenheit des Sportvereins . Seine Mannschaft war in jeder Beziehung besser . Der Spielaufbau der Jenenser war teilweise vorbildlich . Der Mittelläufer arbeitete unermüdlich und verstand sich mit seinem Sturm ausgezeichnet . Ebenso gut konnte uns der linke Läufer gefallen . | |||
Werner im Sturm war in großer Fahrt und zeigte technische Leistungen , wie wir sie von einem Sackenheim in Coburg gegen die Tschechen nicht zu sehen bekamen . Sein Ballstoppen , sein im gegebenen Augenblicke blitzschnelles Abspiel , das auch bei größter Bedrängnis durch den Gegner immer genau bleibt , die Vielseitigkeit seiner Spielhandlungen und seine wirklich immer anständige Kampfesweise konnten begeistern . Wir fragen uns nur , warum Leute aus der Provinz von diesem Können bei wirklich großen Länderspielen nicht mehr Berücksichtigung finden . | |||
So konnte bei den durchgängig guten Leistungen aller Spieler , vor allem aber auch bei der klaren und sicheren Arbeit der Jenaer Verteidigung der Erfolg nicht ausbleiben . Von den 10 Toren , die in ziemlich regelmäßigen Abständen vor allem vom Innensturm geschossen wurden , konnten uns besonders drei recht gut gefallen . Das dritte schoß der Mittelläufer bei der Ausführung eines Strafstoßes kurz vor der 16-Meter-Linie mit wunderbarem Flachschuß unhaltbar ein . Beim vierten zeigte Werner nach famosem Umspielen eines Gegners im Anschluß hieran seine hervorragende Schußkraft , und das zehnte war ein Meisterstück Werners von Verwandlungs-und Placierungskunst . Ecken 9:3 für Jena . | |||
Als Gesamturteil kann man wohl sagen : | |||
'''Ein Lehrspiel für Weimar !''' | |||
Während die Spieler des 1.SV meistens am Ball waren und Angriff auf Angriff einleiteten , und diese auch durch Tore zum gewollten Abschluß bringen konnten , mußte sich Weimar auf Verteidigung , Störung und Eifer beschränken , um noch zu retten , was zu retten war . Seine wirklich gefährlichen Angriffe wären wohl zählbar gewesen . Sie sahen anfangs vielversprechend aus , endeten aber meistens bei der Jenaer Verteidigung oder aber durch Unentschlossenheit und durch geringe Fähigkeiten der Weimarer Spieler , zu einer Einleitung auch einen Schluß zu finden . | |||
Hoch erfreulich war die Ruhe auf dem Spielfelde , erfreulicher noch das Verhalten der Zuschauer , wobei allerdings dem allzu großen Parteifreund dies Verhalten diesmal sehr leicht gemacht wurde . | |||
Wo blieben übrigens diesmal die "Fähnchenleute" ? Sie hätten reichlich mehr Betätigungsmöglichkeit als am vergangenen Sonntag gehabt . Gleich gute , ja schönere Spiele scheinen nicht immer gleich große oder größere Freude auszulösen . | |||
Jenaische Zeitung vom 08.09.1930 | |||
==Spiele== | ==Spiele== | ||
Aktuelle Version vom 15. Januar 2026, 14:00 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Ostthürigen |
| Saison | Saison 1930/1931 Hinrunde |
| Ansetzung | 1.SV Jena : SC Weimar |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 07.09.1930 16:00 |
| Zuschauer | 1.400 |
| Schiedsrichter | Hoffmann (Kahla) |
| Ergebnis | 10:1 (4:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
{{{Links}}} |
Aufstellung
- Jena
- Großkopf
- Keiling , Opatz
- Sturm , Jakob , Rosenke
- Mieth , Grübner , Thier , Werner , Kleinsteuber
- Weimar
- Winter
Spielbericht


Wer nach dem Siege Weimars über Saalfeld und nach seinem Unentschieden gegen den Gaumeister geglaubt hatte , daß auch das Spiel in Jena eine offene Angelegenheit werden könnte , mußte sich eines anderen belehren lassen . Die Jenaer Mannschaft erwies sich den Weimaranern gegenüber derart überlegen , daß das hohe Ergebnis als durchaus verdient bezeichnet werden muß . Obwohl das Spiel im großen und ganzen von Weimar offen gehalten werden konnte , machte es doch in seinem gesamten Verlaufe den Eindruck der restlosen Ueberlegenheit des Sportvereins . Seine Mannschaft war in jeder Beziehung besser . Der Spielaufbau der Jenenser war teilweise vorbildlich . Der Mittelläufer arbeitete unermüdlich und verstand sich mit seinem Sturm ausgezeichnet . Ebenso gut konnte uns der linke Läufer gefallen . Werner im Sturm war in großer Fahrt und zeigte technische Leistungen , wie wir sie von einem Sackenheim in Coburg gegen die Tschechen nicht zu sehen bekamen . Sein Ballstoppen , sein im gegebenen Augenblicke blitzschnelles Abspiel , das auch bei größter Bedrängnis durch den Gegner immer genau bleibt , die Vielseitigkeit seiner Spielhandlungen und seine wirklich immer anständige Kampfesweise konnten begeistern . Wir fragen uns nur , warum Leute aus der Provinz von diesem Können bei wirklich großen Länderspielen nicht mehr Berücksichtigung finden . So konnte bei den durchgängig guten Leistungen aller Spieler , vor allem aber auch bei der klaren und sicheren Arbeit der Jenaer Verteidigung der Erfolg nicht ausbleiben . Von den 10 Toren , die in ziemlich regelmäßigen Abständen vor allem vom Innensturm geschossen wurden , konnten uns besonders drei recht gut gefallen . Das dritte schoß der Mittelläufer bei der Ausführung eines Strafstoßes kurz vor der 16-Meter-Linie mit wunderbarem Flachschuß unhaltbar ein . Beim vierten zeigte Werner nach famosem Umspielen eines Gegners im Anschluß hieran seine hervorragende Schußkraft , und das zehnte war ein Meisterstück Werners von Verwandlungs-und Placierungskunst . Ecken 9:3 für Jena .
Als Gesamturteil kann man wohl sagen :
Ein Lehrspiel für Weimar ! Während die Spieler des 1.SV meistens am Ball waren und Angriff auf Angriff einleiteten , und diese auch durch Tore zum gewollten Abschluß bringen konnten , mußte sich Weimar auf Verteidigung , Störung und Eifer beschränken , um noch zu retten , was zu retten war . Seine wirklich gefährlichen Angriffe wären wohl zählbar gewesen . Sie sahen anfangs vielversprechend aus , endeten aber meistens bei der Jenaer Verteidigung oder aber durch Unentschlossenheit und durch geringe Fähigkeiten der Weimarer Spieler , zu einer Einleitung auch einen Schluß zu finden . Hoch erfreulich war die Ruhe auf dem Spielfelde , erfreulicher noch das Verhalten der Zuschauer , wobei allerdings dem allzu großen Parteifreund dies Verhalten diesmal sehr leicht gemacht wurde . Wo blieben übrigens diesmal die "Fähnchenleute" ? Sie hätten reichlich mehr Betätigungsmöglichkeit als am vergangenen Sonntag gehabt . Gleich gute , ja schönere Spiele scheinen nicht immer gleich große oder größere Freude auszulösen .
Jenaische Zeitung vom 08.09.1930
Spiele
- VfB Rudolstadt : VfB Apolda 1:1
- Vimaria Weimar : VfB Jena 2:2
- 1.SV Jena : SC Weimar 10:1
- SC Apolda : SV Kahla 6:4