30/31 Pok2: Unterschied zwischen den Versionen
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30.11.1930 | {{Spieldaten | ||
|Wettb = [[Goldpokal]] 3.Runde | |||
|Saison = [[Saison 1930/1931]] | |||
|Ansetz = 1.SV Jena : 1.VFC Plauen | |||
|Ort = VfB-Platz in Jena | |||
|Zeit = So 30.11.1930 14:30 | |||
|Zusch = | |||
|Schiri = Pauckert (Arminia Leipzig) | |||
|Resul = 1:0 (0:0) | |||
|Tore = | |||
* 1:0 Werner (58.) | |||
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==Aufstellungen== | |||
; Jena : | |||
:Großkopf | |||
:Keiling , Opatz | |||
:Löser , Sturm , Rosenke | |||
:Mieth , Schüßler , Grübner , Werner , Thier | |||
; Plauen : | |||
:Wolfrum | |||
:Bauer , Schneider | |||
:Koch , Baldauf , Heidel | |||
:Thomann , Mangel , Deeg , Strobel , Wolfrum | |||
==Spielbericht== | |||
[[Datei:1930-11-28 Jenaer Volksblatt.jpg|mini|Jena : VFC Plauen]] | |||
Das war wieder einmal ein schwarzer Tag für Jenas Fußballgemeinde , die sich auf dem VfB-Platz eingefunden hatte , um den 1.SV Jena gegen den VFC Plauen im Pokaltreffen spielen zu sehen . Dieses Spiel war spielerisch und was die erziehliche Seite betrifft , eine einzige Enttäuschung . | |||
Da kommt also ein VMBV-Großstadtverein , Gaumeister des Vogtlandes in die Provinz , gute Ergebnisse gegen beste mitteldeutsche Mannschaften leuchten seiner Ankunft voraus und die allgemeine Stimmung ist die , daß es sich für Jena nur darum handeln kann , gut abzuschneiden , während das Gewinnen dem Gegner zu überlassen ist . Dabei bedient sich dieser Großstadtverein einer Kampfesweise , die weit über das Maß von Härte hinausgeht und zeigt spielerisch geringere Leistungen als der Provinzverein . Ein Schiedsrichter aus Leipzig bekommt Fahrgeld und Spesen ausgezahlt und verschuldet einzig und allein einen abstoßenden Ausgang eines sog. Fußballgroßkampfes . Nach dem Kampf und schon während desselben spart ein schreilustiger Teil des Publikums mit Zurufen beleidigender Art nicht . Einige ganz unbeherrschte rennen sofort fanatisch auf dem Spielgelände herum , ohne nach Eigentümer und Recht dazu zu fragen und möchten am liebsten die Plauener Gäste einer Prügelkur unterziehen . Die Plauener Spieler zeigen sich dabei diesen Zierden der Sportplätze recht ebenbürtig und zugleich unklug genug , indem sie sofort in eine drohende , "Holzer" rufende und mit sonstigen Ausdrücken nicht sparende Menge hineinzugehen . | |||
Das ganze nennt man - leider auch "verwaschenerweise" Sport , obwohl es damit gewiß nichts mehr zu tun hat . Ganz große Optimisten betrachten so auch noch etwas vielleicht auch noch als Mittel zur Erziehung von Charakterstärke und Sittlichkeit . Das nur über den allgemeinen Eindruck. | |||
Rein spielerisch betrachtet , ragte das Pokalspiel wirklich nicht über gute Kämpfe unseres Gaues hinaus . Die Gäste zeigten nur in der ersten Halbzeit ein gefälliges und gut durchdachtes Feldspiel . Die Handlungen einzelner Leute im Mittelfeld waren öfters recht überzeugend , doch war eine wirklich zwingende Lage zum Erfolg vor dem Sportvereinstor eigentlich kaum vorhanden . Vielmehr klärte dessen stabile Verteidigung sehr sicher . Die beiden Jenenser waren im Einzelkampf bei ihrem kräftigen Körperbau jederzeit den schwächeren Plauenern überlegen , so daß Großkopf im Sportvereinstor wenig zu halten bekam . Trotzdem hatten die Vogtländer gerade in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel im Mittelfeld , und man konnte wohl an einen Sieg in der zweiten Spielhälfte glauben . Bis dahin war der Kampf auch im ganzen anständig , und wir können nur sagen , daß hüben und drüben einige Härten nicht ausblieben . | |||
Mit dem Können der Gäste war es aber nach der Pause aus . Der Sportverein bekam das Spiel fest in die Hand . Er wurde absolut besser , woran auch ein zeitweiliges Aufflackern der Lebensgeister der Plauener nicht änderte . Aus einem schön getretenen Freistoß vom Mittelfeld konnte Werner nach schlechter Abwehr des fremden Torhüters glücklich den Ball mit dem Kopf ins Netz befördern . | |||
Nunmehr zogen die Jenenser Grübner in die Verteidigung zurück , die , fast immer zu sechst , einen Erfolg der Gäste von vornherein zunichte machte . Ausgezeichnet arbeitete dabei die linke Läuferseite , wie wir überhaupt den Erfolg des 1.SV auf das gute Spiel der Läuferreihe zurückführen möchten . Die Leistungen der Plauener wurden auf dem Mittelfelde jetzt teilweise recht schlecht , ihr Zuspiel nahm an Ungenauigkeiten mehr und mehr zu , ebenso die Härte , mit der sie im Einzelkampf das Gleichgewicht wieder herzustellen versuchten . Noch eine ganz große Torgelegenheit blieb für Jena unausgenutzt , als der Gästetorwart gestürzt war . Die Ueberlegenheit der Jenenser war zuletzt ganz klar ersichtlich , und die Plauener können mit ihrer Niederlage von 0:1 recht zufrieden sein . | |||
Beim Sportvereinssturm ragte diesmal nur Werner hervor , während Schüßler zu keiner besonderen Entfaltung kam . Ohne diese beiden wäre der Sportvereinssturm jedoch schwerlich zum Erfolg gekommen . Von den beiden Mannschaften zeigten die Spieler der Gäste durchgehend gleichmäßige Leistungen , während beim Sportverein der Unterschied im Können der einzelnen mehr in Erscheinung trat . | |||
Jenaische Zeitung vom 01.12.1930 | |||
==Spiele== | |||
3. Runde (30.11.1930) | |||
* VfL Neustadt-Coburg : VfL Meiningen 2:0 | * VfL Neustadt-Coburg : VfL Meiningen 2:0 | ||
* 1.SV Jena : 1.VFC Plauen 1:0 | * 1.SV Jena : 1.VFC Plauen 1:0 | ||
* | * BSC Sangerhausen : SV 98 Dessau 0:5 | ||
* SV 07 Meerane : Wacker Bernburg 4:2 | * in Glauchau : SV 07 Meerane : FC Wacker Bernburg 4:2 | ||
* SC Erfurt : 1.FC Lauscha 3:2 | * SC Erfurt : 1.FC Lauscha 3:2 n.V. | ||
* SpVgg Falkenstein : SC 07 Planitz 5:4 | * in Auerbach : SpVgg Falkenstein : SC 07 Planitz 5:4 | ||
* SuBC Plauen : SV Kahla 6:0 | * SuBC Plauen : SV Kahla 6:0 | ||
* Preußen Langensalza : SpVgg 06 Zella-Mehlis 9:4 | |||
* Freilos : VfL Bitterfeld | |||
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Aktuelle Version vom 18. Januar 2026, 14:02 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Goldpokal 3.Runde |
| Saison | Saison 1930/1931 |
| Ansetzung | 1.SV Jena : 1.VFC Plauen |
| Ort | VfB-Platz in Jena |
| Zeit | So 30.11.1930 14:30 |
| Zuschauer | |
| Schiedsrichter | Pauckert (Arminia Leipzig) |
| Ergebnis | 1:0 (0:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
{{{Links}}} |
Aufstellungen
- Jena
- Großkopf
- Keiling , Opatz
- Löser , Sturm , Rosenke
- Mieth , Schüßler , Grübner , Werner , Thier
- Plauen
- Wolfrum
- Bauer , Schneider
- Koch , Baldauf , Heidel
- Thomann , Mangel , Deeg , Strobel , Wolfrum
Spielbericht

Das war wieder einmal ein schwarzer Tag für Jenas Fußballgemeinde , die sich auf dem VfB-Platz eingefunden hatte , um den 1.SV Jena gegen den VFC Plauen im Pokaltreffen spielen zu sehen . Dieses Spiel war spielerisch und was die erziehliche Seite betrifft , eine einzige Enttäuschung . Da kommt also ein VMBV-Großstadtverein , Gaumeister des Vogtlandes in die Provinz , gute Ergebnisse gegen beste mitteldeutsche Mannschaften leuchten seiner Ankunft voraus und die allgemeine Stimmung ist die , daß es sich für Jena nur darum handeln kann , gut abzuschneiden , während das Gewinnen dem Gegner zu überlassen ist . Dabei bedient sich dieser Großstadtverein einer Kampfesweise , die weit über das Maß von Härte hinausgeht und zeigt spielerisch geringere Leistungen als der Provinzverein . Ein Schiedsrichter aus Leipzig bekommt Fahrgeld und Spesen ausgezahlt und verschuldet einzig und allein einen abstoßenden Ausgang eines sog. Fußballgroßkampfes . Nach dem Kampf und schon während desselben spart ein schreilustiger Teil des Publikums mit Zurufen beleidigender Art nicht . Einige ganz unbeherrschte rennen sofort fanatisch auf dem Spielgelände herum , ohne nach Eigentümer und Recht dazu zu fragen und möchten am liebsten die Plauener Gäste einer Prügelkur unterziehen . Die Plauener Spieler zeigen sich dabei diesen Zierden der Sportplätze recht ebenbürtig und zugleich unklug genug , indem sie sofort in eine drohende , "Holzer" rufende und mit sonstigen Ausdrücken nicht sparende Menge hineinzugehen . Das ganze nennt man - leider auch "verwaschenerweise" Sport , obwohl es damit gewiß nichts mehr zu tun hat . Ganz große Optimisten betrachten so auch noch etwas vielleicht auch noch als Mittel zur Erziehung von Charakterstärke und Sittlichkeit . Das nur über den allgemeinen Eindruck. Rein spielerisch betrachtet , ragte das Pokalspiel wirklich nicht über gute Kämpfe unseres Gaues hinaus . Die Gäste zeigten nur in der ersten Halbzeit ein gefälliges und gut durchdachtes Feldspiel . Die Handlungen einzelner Leute im Mittelfeld waren öfters recht überzeugend , doch war eine wirklich zwingende Lage zum Erfolg vor dem Sportvereinstor eigentlich kaum vorhanden . Vielmehr klärte dessen stabile Verteidigung sehr sicher . Die beiden Jenenser waren im Einzelkampf bei ihrem kräftigen Körperbau jederzeit den schwächeren Plauenern überlegen , so daß Großkopf im Sportvereinstor wenig zu halten bekam . Trotzdem hatten die Vogtländer gerade in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel im Mittelfeld , und man konnte wohl an einen Sieg in der zweiten Spielhälfte glauben . Bis dahin war der Kampf auch im ganzen anständig , und wir können nur sagen , daß hüben und drüben einige Härten nicht ausblieben .
Mit dem Können der Gäste war es aber nach der Pause aus . Der Sportverein bekam das Spiel fest in die Hand . Er wurde absolut besser , woran auch ein zeitweiliges Aufflackern der Lebensgeister der Plauener nicht änderte . Aus einem schön getretenen Freistoß vom Mittelfeld konnte Werner nach schlechter Abwehr des fremden Torhüters glücklich den Ball mit dem Kopf ins Netz befördern . Nunmehr zogen die Jenenser Grübner in die Verteidigung zurück , die , fast immer zu sechst , einen Erfolg der Gäste von vornherein zunichte machte . Ausgezeichnet arbeitete dabei die linke Läuferseite , wie wir überhaupt den Erfolg des 1.SV auf das gute Spiel der Läuferreihe zurückführen möchten . Die Leistungen der Plauener wurden auf dem Mittelfelde jetzt teilweise recht schlecht , ihr Zuspiel nahm an Ungenauigkeiten mehr und mehr zu , ebenso die Härte , mit der sie im Einzelkampf das Gleichgewicht wieder herzustellen versuchten . Noch eine ganz große Torgelegenheit blieb für Jena unausgenutzt , als der Gästetorwart gestürzt war . Die Ueberlegenheit der Jenenser war zuletzt ganz klar ersichtlich , und die Plauener können mit ihrer Niederlage von 0:1 recht zufrieden sein . Beim Sportvereinssturm ragte diesmal nur Werner hervor , während Schüßler zu keiner besonderen Entfaltung kam . Ohne diese beiden wäre der Sportvereinssturm jedoch schwerlich zum Erfolg gekommen . Von den beiden Mannschaften zeigten die Spieler der Gäste durchgehend gleichmäßige Leistungen , während beim Sportverein der Unterschied im Können der einzelnen mehr in Erscheinung trat .
Jenaische Zeitung vom 01.12.1930
Spiele
3. Runde (30.11.1930)
- VfL Neustadt-Coburg : VfL Meiningen 2:0
- 1.SV Jena : 1.VFC Plauen 1:0
- BSC Sangerhausen : SV 98 Dessau 0:5
- in Glauchau : SV 07 Meerane : FC Wacker Bernburg 4:2
- SC Erfurt : 1.FC Lauscha 3:2 n.V.
- in Auerbach : SpVgg Falkenstein : SC 07 Planitz 5:4
- SuBC Plauen : SV Kahla 6:0
- Preußen Langensalza : SpVgg 06 Zella-Mehlis 9:4
- Freilos : VfL Bitterfeld