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Von einigen Thüringer Nachhutgefechten in der Meisterschaft seien erwähnt der Sieg des 1.SV Jena über VfB Apolda (2:1) .


Spiele :


* VfB Apolda : 1.SV Jena 1:2
{{Spieldaten
* SpVgg Jena : SV Kahla 3:2
|Wettb = [[Gauliga Ostthüringen]]
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*
}}


==Aufstellungen==


FS :
; Jena :


* Vimaria Weimar : Borussia Eisenach 0:0
:Werner
* VfB Koburg : SC Apolda 3:1
 
 
; Apolda :
 
: ?{{RK}}
 
==Spielbericht==
[[Datei:Img282p.jpg|mini]]
Es war ja nach den Vorgängen in Apolda beinahe gar nicht anderes zu erwarten als das , was die Jenaer Fußballgemeinde gestern im Stadion erlebte . Wir wollen aus dem Spiel absolut keinen Fußballskandal machen , können aber an solchen Kämpfen , die auf die Zuschauer übergreifen und hier zu Redeschlachten in häßlichster Form werden , beim besten Willen keinen Gefallen finden oder gar sportlichen Manneskampf darin sehen . Es muß doch schon mit an den Spielern liegen , wenn sich das Publikum dauernd zum Opponieren veranlaßt fühlt , denn so wenig Gerechtigkeitsgefühl können wir ihm trotz unserer Erfahrung nicht zutrauen , abgesehen von den Fanatikern , die überhaupt nur ihre Mannschaft auf dem Spielfelde sehen .
Da müssen wir ehrlich bekennen , daß uns die Kampfesweise mancher Spieler wenig gefallen hat , und das viele Härten unterbleiben konnten ; denn es muß doch möglich sein , dem Gegner nicht nur Härte , sondern auch Fairneß aufzuzwingen . All die kleinen "Racheakte" sind doch sinnlos bei einem guten Schiedsrichter und fanden auch gestern ihre gerechte Strafe in der Herausstellung eines Apoldaer Spielers . Bedauerlich ist nur , daß Werner (1.SV) diesem harten Kampf zum Opfer fiel .
Alles in allem : hart , wenig sportlicher Geist , wenig "Spielsinn" , gar keine frohe Spielerlaune des Kämpfers . Die Sportvereinsmannschaft hat die Fähigkeit , gut , vornehm und auch dann noch erfolgreich zu kämpfen . Sie kann durch entsprechende Einstellung dem Rivalenkampf Apolda - Jena ein Ende machen .
Zum Spiel selbst ist zu sagen , daß mit dem Torunterschied das Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften ungefähr richtig zum Ausdruck gebracht worden ist . Leicht hätte Apolda etwas höher verlieren können , doch sein ausgezeichneter Tormann verhinderte alle weiteren Erfolge Jenas . Die zahlreichen Torgelegenheiten hatte zweifellos Jena , und schon deshalb ist sein Sieg als verdient anzusehen . Der Sportvereinstorwart bekam in der zweiten Halbzeit trotz einer gewissen Feldüberlegenheit von Apolda kaum etwas zu tun . Die erste Halbzeit verlief offen bei Ueberlegenheit Jenas im Anfang .
Die Sportvereinself war im Gegensatz zum Spiel gegen SC Weimar nicht wiederzuerkennen . Ihr neuer Mittelläufer führte sich recht gut ein . Im ganzen ist aber das Spiel zu sehr auf Werner zugeschnitten , denn nach seinem Ausscheiden spielte die Mannschaft beinahe ohne Sturm und kam deshalb auch nur noch zu Durchbrüchen , die allerdings teilweise recht gefährlich waren .
Apoldas Mannschaft hat enttäuscht . Die Kombinationen kamen über die Strafraumgrenze nicht hinaus . Vor dem Tore war der Sturm hilflos .
Der Schiedsrichter gab einige recht zweifelhafte Abseitsentscheidungen , konnte aber eine überhandnehmende Härte im allgemeinen unterbinden .
 
Jenaische Zeitung am 21. 01.1930
 
==Spiele==
 
* 1.SV Jena : VfB Apolda 1:0
* SC Weimar : Richthofen Weimar 1:4
* SV Kahla : VfB Rudolstadt 4:2
* VfL Saalfeld : Vimaria Weimar 9:0

Aktuelle Version vom 27. Dezember 2024, 17:58 Uhr


Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Ostthüringen
Saison Saison 1929/1930 Rückrunde
Ansetzung 1.SV Jena : VfB Apolda
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 19.01.1930
Zuschauer
Schiedsrichter ? (Sonneberg)
Ergebnis 1:0 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

{{{Links}}}

Aufstellungen

Jena
Werner


Apolda
?

Spielbericht

Es war ja nach den Vorgängen in Apolda beinahe gar nicht anderes zu erwarten als das , was die Jenaer Fußballgemeinde gestern im Stadion erlebte . Wir wollen aus dem Spiel absolut keinen Fußballskandal machen , können aber an solchen Kämpfen , die auf die Zuschauer übergreifen und hier zu Redeschlachten in häßlichster Form werden , beim besten Willen keinen Gefallen finden oder gar sportlichen Manneskampf darin sehen . Es muß doch schon mit an den Spielern liegen , wenn sich das Publikum dauernd zum Opponieren veranlaßt fühlt , denn so wenig Gerechtigkeitsgefühl können wir ihm trotz unserer Erfahrung nicht zutrauen , abgesehen von den Fanatikern , die überhaupt nur ihre Mannschaft auf dem Spielfelde sehen . Da müssen wir ehrlich bekennen , daß uns die Kampfesweise mancher Spieler wenig gefallen hat , und das viele Härten unterbleiben konnten ; denn es muß doch möglich sein , dem Gegner nicht nur Härte , sondern auch Fairneß aufzuzwingen . All die kleinen "Racheakte" sind doch sinnlos bei einem guten Schiedsrichter und fanden auch gestern ihre gerechte Strafe in der Herausstellung eines Apoldaer Spielers . Bedauerlich ist nur , daß Werner (1.SV) diesem harten Kampf zum Opfer fiel . Alles in allem : hart , wenig sportlicher Geist , wenig "Spielsinn" , gar keine frohe Spielerlaune des Kämpfers . Die Sportvereinsmannschaft hat die Fähigkeit , gut , vornehm und auch dann noch erfolgreich zu kämpfen . Sie kann durch entsprechende Einstellung dem Rivalenkampf Apolda - Jena ein Ende machen . Zum Spiel selbst ist zu sagen , daß mit dem Torunterschied das Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften ungefähr richtig zum Ausdruck gebracht worden ist . Leicht hätte Apolda etwas höher verlieren können , doch sein ausgezeichneter Tormann verhinderte alle weiteren Erfolge Jenas . Die zahlreichen Torgelegenheiten hatte zweifellos Jena , und schon deshalb ist sein Sieg als verdient anzusehen . Der Sportvereinstorwart bekam in der zweiten Halbzeit trotz einer gewissen Feldüberlegenheit von Apolda kaum etwas zu tun . Die erste Halbzeit verlief offen bei Ueberlegenheit Jenas im Anfang . Die Sportvereinself war im Gegensatz zum Spiel gegen SC Weimar nicht wiederzuerkennen . Ihr neuer Mittelläufer führte sich recht gut ein . Im ganzen ist aber das Spiel zu sehr auf Werner zugeschnitten , denn nach seinem Ausscheiden spielte die Mannschaft beinahe ohne Sturm und kam deshalb auch nur noch zu Durchbrüchen , die allerdings teilweise recht gefährlich waren . Apoldas Mannschaft hat enttäuscht . Die Kombinationen kamen über die Strafraumgrenze nicht hinaus . Vor dem Tore war der Sturm hilflos . Der Schiedsrichter gab einige recht zweifelhafte Abseitsentscheidungen , konnte aber eine überhandnehmende Härte im allgemeinen unterbinden .

Jenaische Zeitung am 21. 01.1930

Spiele

  • 1.SV Jena : VfB Apolda 1:0
  • SC Weimar : Richthofen Weimar 1:4
  • SV Kahla : VfB Rudolstadt 4:2
  • VfL Saalfeld : Vimaria Weimar 9:0