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; Neue klare Siege des Altmeisters -- Aber Jena hält mit Ersatzverteidigung halbe Stunde ein 0-0 --7000 Zuschauer über Friedels Formverbesserung erfreut
; Neue klare Siege des Altmeisters -- Aber Jena hält mit Ersatzverteidigung halbe Stunde ein 0-0 --7000 Zuschauer über Friedels Formverbesserung erfreut


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Aus dem Bericht von Leo. aus dem Fußball vom 5.5.36
Aus dem Bericht von Leo. aus dem Fußball vom 5.5.36
Jena reiste Samstag 19 Uhr los und übernachtete im Hotel Reichshof in Nürnberg .
Die Elf des Jenaer Sportvereins hinterließ in Nürnberg '''einen ausgezeichneten Eindruck . ''' Sie kämpfte wahrhaft heldenmütig gegen einen großen Gegner , dem sie in technischer Beziehung nicht gewachsen war und gegen dessen raffiniertes , kluges Stellungsspiel auch der zäheste Widerstand auf die Dauer nichts nützen konnte . In der ersten halben Stunde des wechselvollen Kampfes hatten die Jenaer Stürmer einige glatte Torgelegenheiten . Einmal schoß König zu schwach , dann ging ein wundervoller Schuß von Bachmann nur knapp über die Latte . Während das Spiel der Nürnberger Elf einen etwas zu behäbigen , fast langsamen Eindruck machte , gefielen die Leute des Jenaer Sportvereins durch ihr Temperament , durch ihre ungekünstelte Spielweise und durch ihren vorbildlichen Kampf - und Mannschaftsgeist .
Nach 30 Minuten Spielzeit fiel endlich '''der erste Treffer für den Club''' durch '''Friedel''' , der eine schöne Vorlage von Seppl Schmitt unhaltbar an Günther vorbei einschoß . Trotzdem der Club mit 1:0 führte , stand zu dieser Zeit das Eckenverhältnis 3:0 für den Sportverein Jena , ein Beweis dafür , daß die blauen Stürmer durch ihre schneidigen Attacken , die sie gegen die Clubhintermannschaft ritten , manche Verwirrung anrichteten . Bis zum Seitenwechsel holten die Nürnberger die 3 Ecken auf , nachdem ein weiterer Schuß von Friedel an die Latte gegangen war und Günther wiederholt durch hervorragende Abwehr glänzte .
Im '''zweiten Spielabschnitt''' wurde '''die Ueberlegenheit der Nürnberger groß .''' Vor dem Tore Günthers spielten sich reichlich bewegte , manchmal dramatische Momente ab , und Kleinsteuber und Paul hatten "alle Hände voll" zu tun . Wenn auch etwas zahlreich , so verteidigten die Jenaer Hinterleute ihr Heiligtum doch äußerst geschickt . Günther flog von einer Ecke in die andere und hatte Glück , daß ihm die Latten einige Male rettend zu Seite standen , als scharfe Schüsse dort abprallten und ins Feld zurückflogen . In dieser Zeit der drückenden Ueberlegenheit des Clubs war auch ein Elfmeter für Nürnberg fällig , denn Kleinsteuber schlug den Ball sichtlich mit der Hand aus dem Tore , aber Schiedsrichter Dörbecker konnte in dem Gewirr von Spielern das Vergehen nicht sehen .
Nach 55 Minuten fiel '''der 2. Treffer für den Club ,''' wiederum durch Friedel . Gußner hatte vom rechten Flügel aus scharf aufs Tor der Jenaer geschossen , der Ball prallte irgendwo ab und kam Friedel vor die Füße , der ihn aus nächster Nähe unhaltbar einlenkte . Als die Clubstürmer ihre Kombinationen gar zu stark übertrieben und das Publikum genug hatte an den brotlosen Künsten , da erbarmte sich schließlich '''Seppl Schmitt''' in der 82. Minute noch einmal . '''Aus 20 Meter Entfernung schoß er''' flach und abermals unhaltbar das 3. Tor für Nürnberg .
Man darf ruhig feststellen , daß die Elf des Jenaer Sportvereins in Nürnberg '''mit fliegenden Fahnen untergegangen''' ist . Günther war absolut zuverlässig . Er konnte keines der 3 Tore verhüten . Auch Kleinsteuber und Paul imponierten als schlagsichere , stabile Verteidiger . Sie boten den Clubstürmern mehr Widerstand als erwartet werden konnte . In der Jenaer Läuferreihe war '''Werner''' die überragende Erscheinung . Von ihm aus gingen die Fäden , er war der Dirigent der Mannschaft . Aber fast ebensogut war '''Harthaus''' als rechter Läufer . Er deckte Spieß mit größter Sorgfalt und gefiel in erster Linie durch sein unermüdliches Schaffen , eine Erscheinung , die übrigens auch auf den linken Läufer Malter zutrifft , obwohl sich Malter sehr schwer tat , weil vor allem Hymon einen sehr schlechten Tag hatte . Dadurch litt auch Schipphorst , so daß das Schwergewicht des Angriffes mehr oder weniger bei König , Bachmann und Richter lag , die ihre Aufgabe aber hervorragend lösten . Leider fehlte aber auch ihnen im Strafraum die erforderliche Entschlußkraft und die notwendige Ueberlegung .
Der '''Club''' war in seiner Gesamtheit völlig ausgeglichen . Die Mannschaft stützt sich in erster Linie auf ihre große technische Reife . Aber sie darf das Hin-und Herschieben des Balles auf den kurzen Raum nicht übertreiben , vor allem aber nicht in den Fehler verfallen , zuviel nach der Seite und nach rückwärts zu spielen , so wie sie es diesmal getan hat . Man möchte der Nürnberger Meisterelf einen Schuß von jener Kampfkraft und von jener Härte wünschen , durch die sich die Elf zu Zeiten der Kalb , Träg , Popp usw. auszeichnete .
Bericht von Gustl Rasch in der Jenaischen Zeitung vom 04.05.1936


==anderes Spiel der Gruppe==
==anderes Spiel der Gruppe==


* Wormatia Worms : Stuttgarter Kickers 6:2
* Wormatia Worms : Stuttgarter Kickers 6:2

Aktuelle Version vom 6. März 2025, 11:43 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Endrunde Deutsche Meisterschaft , 4. Spieltag
Saison Saison 1935/1936
Ansetzung 1. FC Nürnberg-1. SV Jena
Ort Zabo in Nürnberg
Zeit So 03.05.1936
Zuschauer 7000
Schiedsrichter Dörbecker (Stuttgart)
Ergebnis 3:0 (1:0)
Tore
  • 1:0 Friedel (30.)
  • 2:0 Friedel (55.)
  • 3:0 Schmitt (82.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Nürnberg
Köhl
Billmann , Munkert
Uebelein , Carolin , Oehm
Gußner , Eiberger , Friedel , Schmitt , Spieß

Tr.: Dr. Michalke

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Günther
Kleinsteuber , Paul
Harthaus , Werner , Malter
Richter , Bachmann , König , Schipphorst , Hymon

Tr.: Pöttinger

Spielbericht

Hotel Reichshof in Nürnberg
Neue klare Siege des Altmeisters -- Aber Jena hält mit Ersatzverteidigung halbe Stunde ein 0-0 --7000 Zuschauer über Friedels Formverbesserung erfreut

Jena mit 1400 Bahnkilometern in der Endrunde . Erste Begegnung war 1913 und Jena siegte das einzige Mal , es folgten noch einige Freundschafts- und Meisterschaftsspiele mit zum Teil beträchtlichen Torziffern ( 9:0,9:2,6:1) für Nürnberg . Jena Abwehr (Ketteritzsch und Hädicke ) verletzt und auch Günther angeschlagen . Nur 7000 Zuschauer , weil vor den Toren Nürnbergs die Steherelite einen Wettkampf bestritt . Ideales Fußballwetter und gute Platzverhältnisse . Das Spiel enttäuschte , weil Jena nur eine halbe Stunde Paroli bieten konnte . Nervenbündel König hätte Jena mehrfach in Führung bringen können . Der Club anfangs ohne Torschüsse , ganz schwach Spieß . 1:0 nach 30 Minuten durch Friedel nach Vorarbeit Schmitt durch 16- m - Knaller . Jenas Schipphorst ließ einige Male sein Können aufblitzen , schlecht dagegen Hymon , den man von den Bayern her besser kennt . Richter und König schwach . In der 2. HZ spielte nur noch Nürnberg , Schüsse aus nah und fern . In der Verteidigung brachte Harthaus keinen Aufbau zu Stande und somit war Jenas Angriff wie weggeblasen . Auch von Werner hatte man in Nürnberg mehr erwartet . Die Niederlage fiel nicht höher aus , weil Günther mit Glück und Geschick mehr verhinderte .

Aus dem Bericht von Leo. aus dem Fußball vom 5.5.36


Jena reiste Samstag 19 Uhr los und übernachtete im Hotel Reichshof in Nürnberg . Die Elf des Jenaer Sportvereins hinterließ in Nürnberg einen ausgezeichneten Eindruck . Sie kämpfte wahrhaft heldenmütig gegen einen großen Gegner , dem sie in technischer Beziehung nicht gewachsen war und gegen dessen raffiniertes , kluges Stellungsspiel auch der zäheste Widerstand auf die Dauer nichts nützen konnte . In der ersten halben Stunde des wechselvollen Kampfes hatten die Jenaer Stürmer einige glatte Torgelegenheiten . Einmal schoß König zu schwach , dann ging ein wundervoller Schuß von Bachmann nur knapp über die Latte . Während das Spiel der Nürnberger Elf einen etwas zu behäbigen , fast langsamen Eindruck machte , gefielen die Leute des Jenaer Sportvereins durch ihr Temperament , durch ihre ungekünstelte Spielweise und durch ihren vorbildlichen Kampf - und Mannschaftsgeist . Nach 30 Minuten Spielzeit fiel endlich der erste Treffer für den Club durch Friedel , der eine schöne Vorlage von Seppl Schmitt unhaltbar an Günther vorbei einschoß . Trotzdem der Club mit 1:0 führte , stand zu dieser Zeit das Eckenverhältnis 3:0 für den Sportverein Jena , ein Beweis dafür , daß die blauen Stürmer durch ihre schneidigen Attacken , die sie gegen die Clubhintermannschaft ritten , manche Verwirrung anrichteten . Bis zum Seitenwechsel holten die Nürnberger die 3 Ecken auf , nachdem ein weiterer Schuß von Friedel an die Latte gegangen war und Günther wiederholt durch hervorragende Abwehr glänzte .

Im zweiten Spielabschnitt wurde die Ueberlegenheit der Nürnberger groß . Vor dem Tore Günthers spielten sich reichlich bewegte , manchmal dramatische Momente ab , und Kleinsteuber und Paul hatten "alle Hände voll" zu tun . Wenn auch etwas zahlreich , so verteidigten die Jenaer Hinterleute ihr Heiligtum doch äußerst geschickt . Günther flog von einer Ecke in die andere und hatte Glück , daß ihm die Latten einige Male rettend zu Seite standen , als scharfe Schüsse dort abprallten und ins Feld zurückflogen . In dieser Zeit der drückenden Ueberlegenheit des Clubs war auch ein Elfmeter für Nürnberg fällig , denn Kleinsteuber schlug den Ball sichtlich mit der Hand aus dem Tore , aber Schiedsrichter Dörbecker konnte in dem Gewirr von Spielern das Vergehen nicht sehen . Nach 55 Minuten fiel der 2. Treffer für den Club , wiederum durch Friedel . Gußner hatte vom rechten Flügel aus scharf aufs Tor der Jenaer geschossen , der Ball prallte irgendwo ab und kam Friedel vor die Füße , der ihn aus nächster Nähe unhaltbar einlenkte . Als die Clubstürmer ihre Kombinationen gar zu stark übertrieben und das Publikum genug hatte an den brotlosen Künsten , da erbarmte sich schließlich Seppl Schmitt in der 82. Minute noch einmal . Aus 20 Meter Entfernung schoß er flach und abermals unhaltbar das 3. Tor für Nürnberg .

Man darf ruhig feststellen , daß die Elf des Jenaer Sportvereins in Nürnberg mit fliegenden Fahnen untergegangen ist . Günther war absolut zuverlässig . Er konnte keines der 3 Tore verhüten . Auch Kleinsteuber und Paul imponierten als schlagsichere , stabile Verteidiger . Sie boten den Clubstürmern mehr Widerstand als erwartet werden konnte . In der Jenaer Läuferreihe war Werner die überragende Erscheinung . Von ihm aus gingen die Fäden , er war der Dirigent der Mannschaft . Aber fast ebensogut war Harthaus als rechter Läufer . Er deckte Spieß mit größter Sorgfalt und gefiel in erster Linie durch sein unermüdliches Schaffen , eine Erscheinung , die übrigens auch auf den linken Läufer Malter zutrifft , obwohl sich Malter sehr schwer tat , weil vor allem Hymon einen sehr schlechten Tag hatte . Dadurch litt auch Schipphorst , so daß das Schwergewicht des Angriffes mehr oder weniger bei König , Bachmann und Richter lag , die ihre Aufgabe aber hervorragend lösten . Leider fehlte aber auch ihnen im Strafraum die erforderliche Entschlußkraft und die notwendige Ueberlegung . Der Club war in seiner Gesamtheit völlig ausgeglichen . Die Mannschaft stützt sich in erster Linie auf ihre große technische Reife . Aber sie darf das Hin-und Herschieben des Balles auf den kurzen Raum nicht übertreiben , vor allem aber nicht in den Fehler verfallen , zuviel nach der Seite und nach rückwärts zu spielen , so wie sie es diesmal getan hat . Man möchte der Nürnberger Meisterelf einen Schuß von jener Kampfkraft und von jener Härte wünschen , durch die sich die Elf zu Zeiten der Kalb , Träg , Popp usw. auszeichnete .

Bericht von Gustl Rasch in der Jenaischen Zeitung vom 04.05.1936

anderes Spiel der Gruppe

  • Wormatia Worms : Stuttgarter Kickers 6:2