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Noch immer fehlt bei Jena Mittelstürmer Gräbsch , der am Sonntag auch nicht in der Elf der SpVgg Zeitz als seiner Stammannschaft mitwirkte . | Noch immer fehlt bei Jena Mittelstürmer Gräbsch , der am Sonntag auch nicht in der Elf der SpVgg Zeitz als seiner Stammannschaft mitwirkte . | ||
Bericht im Kicker vom 19. November 1940 | |||
Bericht | |||
Der Namensvetter aus Gera hat also dafür gesorgt , daß der Fußballmeister mit dem ersten Spiel der zweiten Runde die alleinige Tabellenführung übernommen hat . Außerdem sind die Jenaer durch das 6:0 bis auf vier Zähler an Dessau im Torverhältnis herangekommen . Das ist sehr erfreulich als Bilanz des Sonntag , darf aber nicht zu Fehlschlüssen verleiten , da der Jenaer Sieg über Apolda keineswegs befriedigend war . | |||
Der SC brachte gegen den Vorkampf eine veränderte Mannschaft mit nach Jena , die auf dem Papier viel stärker war . In Wirklichkeit entpuppte sich der verstärkte Sturm aber als ziemlich harmlos trotz des Mitwirkens von Schnieke , Irmscher und Scholz , und die Gesamtleistung der Gäste blieb merklich hinter der des Vorkampfes zurück , namentlich was Wucht und Gefährlichkeit anlangt . | |||
Desto mehr muß auffallen , daß der 1.SV abermals nicht die rechte Einstellung zu diesem Gegner fand und sich auf das primitive hohe Spiel einließ , obwohl der SC mit flacher Kombination bald kleinzukriegen gewesen wäre . Warum solch ein kräfteraubendes unzweckmäßiges Spiel ? Und warum , wenn kombiniert wurde , auf so engem Raum ? Das sind Fehler , die bei einer Klassemannschaft nicht vorkommen sollten und die es verständlich sein lassen , daß Dessau allgemein im Reich höher eingeschätzt wird als der 1.SV , obwohl das nicht berechtigt ist . | |||
Da Apolda kein schwerer Gegner war , wäre Gelegenheit gewesen , im Torverhältnis Dessau zu erreichen , aber diese Gelegenheit verschenkte der Sturm . Ueberhaupt nahm Jena den Kampf ein wenig zu leicht . | |||
Die engere Hintermannschaft wurde auf keine schwere Probe gestellt . In der Läuferreihe war Beckert wieder recht lebendig , er scheint seine kleine Schwächezeit überwunden zu haben . Dagegen war Werner nicht so in Schwung , während Malter gleichbleibend gut war . Im Sturm trat Gärtner nicht so überragend hervor , er vergab auch einige sichere Sachen . Vielleicht lag es mit daran , daß sein Nebenmann König gesundheitlich nicht auf der Höhe war . Bachmann war von allen zuerst überraschend munter und zog wie einst davon . Gans als Innenstürmer spielte intelligent und mit technischen Feinheiten , wenn auch der rechte Schuß fehlt . Ulrich hielt nicht ganz seine gute Anfangsleistung und flankte bisweilen zu sehr direkt aufs Tor . | |||
Bei '''Apolda''' ist vor allem die Deckung zu nennen . Mittelläufer Werner zeigte gute Störungsarbeit , desgleichen Kirsch . Zuweilen ließ der Sturm seine Gefährlichkeit ahnen , mehr aber auch nicht . Torwart Vogt war anfangs sehr gut , im ganzen ist Streiber aber besser und zuverlässiger . | |||
In der 2. Halbzeit wechselten bei Jena Gärtner und Bachmann , wobei sich abermals die Eignung Gärtners für einen wegen seines Einsatzes gefährlichen Innenstürmer erwies . | |||
Das in der ersten Hälfte sehr schnelle Spiel sah den 1.SV bald überlegen . Schon in der 7. Minute fällt das erste Tor : einen von rechts kommenden Ball nahm '''König''' auf , drehte sich an seinem Gegner vorbei und schoß hoch ein . | |||
Dann schlug Bachmann allein vorm Tor daneben , andere Schüsse von ihm auf die linke Torecke hielt Vogt sauber . | |||
Schon die erste Minute nach dem Wechsel brachte Nummer Zwei : Bachmann gab zu '''Ulrich''' , der sofort schoß , den etwas verdutzten Torwart unter den Körper hindurch , - ein wohl haltbarer Ball . | |||
Gärtner ging nun nach innen , die Ueberlegenheit des 1.SV war überaus klar . Eine sogenannte totsichere Sache vergab der Nationalspieler , indem er frei neben das Tor schoß . Dann aber in der 75. Minute fällt der 3. Treffer wieder durch '''König :''' der Ball kommt über Gans und Malter zum Halblinken , mit Drehung wird der herauslaufende Torwart getäuscht , und leicht getreten geht das Leder ins Tor . | |||
Drei Minuten darauf schon wieder Tor : '''Werner''' nimmt eine Gelegenheit wahr und schießt aus dem Hinterhalt ein . Acht Minuten vor Schluß gibt Gärtner in der unnachahmlichen weichen Art einen Maßstrafstoß zu '''König''' , der einköpft . Und vier Minuten vor Schluß spielt König schön weich und flach zu '''Gärtner''' , der aus naher Entfernung wieder einschießt . | |||
Damit waren in der letzten Viertelstunde vier Tore gefallen , da jetzt der 1.SV zu seinem flachen Kombinationsspiel gefunden hatte , das den ermüdeten Apoldaern den Rest gab . | |||
In acht Tagen spielt der 1.SV in Zeitz . Auch da rechnen wir mit einem - wenn auch schwerer erkämpften - Sieg . | |||
Bericht von M.W. in der Jenaischen Zeitung vom 18.11.1940 | |||
==andere Spiele== | ==andere Spiele== | ||
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* 1.SV Gera : Dessauer SV 05 1:1 , 3.000 Z. | * 1.SV Gera : Dessauer SV 05 1:1 , 3.000 Z. | ||
* Thüringen Weida : CV Magdeburg 2:1 | * Thüringen Weida : CV Magdeburg 2:1 | ||
* VfL 96 Halle : SpVgg Zeitz 1:1 | * VfL 96 Halle : SpVgg Zeitz 1:1 , 1.000 Z. | ||
Aktuelle Version vom 28. Mai 2025, 11:11 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte, 8. Spieltag |
| Saison | Saison 1940/1941, Rückrunde |
| Ansetzung | 1. SV Jena - SC Apolda |
| Ort | Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena |
| Zeit | So. 17.11.1940 14:30 |
| Zuschauer | ? |
| Schiedsrichter | ? |
| Ergebnis | 6:0 (1:0) |
| Tore |
|
| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Patzl
- Schipphorst , Schüßler
- Malter , Beckert , Werner
- Gärtner , L. König , Bachmann , Gans , Ulrich
Trainer : Kretzschmann
- Apolda
- Vogt
- Mähler , Müller
- Kirsch , Werner , Löhmer
- Scholz , Schnieke , Joch , Irmscher , Wirsing
Trainer : ?
Spielbericht


Bombensieg des Meisters - Jena jetzt 1 Punkt vor Dessau ( in Gera nur 1:1)
Der 1.SV Jena schlug auf eigenem Gelände den ersatzgeschwächt antretenden SC Apolda überlegen mit 6:0 (1:0) . Nur in der 1.HZ wehrten sich die Gäste recht tapfer . Nur L. König kam zum einzigen Torerfolg . Nach der Pause fiel die Gästeelf auseinander . Bachmann kam zweimal und wieder König dreimal zu erfolgreichen Torschüssen .
Noch immer fehlt bei Jena Mittelstürmer Gräbsch , der am Sonntag auch nicht in der Elf der SpVgg Zeitz als seiner Stammannschaft mitwirkte .
Bericht im Kicker vom 19. November 1940
Der Namensvetter aus Gera hat also dafür gesorgt , daß der Fußballmeister mit dem ersten Spiel der zweiten Runde die alleinige Tabellenführung übernommen hat . Außerdem sind die Jenaer durch das 6:0 bis auf vier Zähler an Dessau im Torverhältnis herangekommen . Das ist sehr erfreulich als Bilanz des Sonntag , darf aber nicht zu Fehlschlüssen verleiten , da der Jenaer Sieg über Apolda keineswegs befriedigend war .
Der SC brachte gegen den Vorkampf eine veränderte Mannschaft mit nach Jena , die auf dem Papier viel stärker war . In Wirklichkeit entpuppte sich der verstärkte Sturm aber als ziemlich harmlos trotz des Mitwirkens von Schnieke , Irmscher und Scholz , und die Gesamtleistung der Gäste blieb merklich hinter der des Vorkampfes zurück , namentlich was Wucht und Gefährlichkeit anlangt .
Desto mehr muß auffallen , daß der 1.SV abermals nicht die rechte Einstellung zu diesem Gegner fand und sich auf das primitive hohe Spiel einließ , obwohl der SC mit flacher Kombination bald kleinzukriegen gewesen wäre . Warum solch ein kräfteraubendes unzweckmäßiges Spiel ? Und warum , wenn kombiniert wurde , auf so engem Raum ? Das sind Fehler , die bei einer Klassemannschaft nicht vorkommen sollten und die es verständlich sein lassen , daß Dessau allgemein im Reich höher eingeschätzt wird als der 1.SV , obwohl das nicht berechtigt ist .
Da Apolda kein schwerer Gegner war , wäre Gelegenheit gewesen , im Torverhältnis Dessau zu erreichen , aber diese Gelegenheit verschenkte der Sturm . Ueberhaupt nahm Jena den Kampf ein wenig zu leicht .
Die engere Hintermannschaft wurde auf keine schwere Probe gestellt . In der Läuferreihe war Beckert wieder recht lebendig , er scheint seine kleine Schwächezeit überwunden zu haben . Dagegen war Werner nicht so in Schwung , während Malter gleichbleibend gut war . Im Sturm trat Gärtner nicht so überragend hervor , er vergab auch einige sichere Sachen . Vielleicht lag es mit daran , daß sein Nebenmann König gesundheitlich nicht auf der Höhe war . Bachmann war von allen zuerst überraschend munter und zog wie einst davon . Gans als Innenstürmer spielte intelligent und mit technischen Feinheiten , wenn auch der rechte Schuß fehlt . Ulrich hielt nicht ganz seine gute Anfangsleistung und flankte bisweilen zu sehr direkt aufs Tor .
Bei Apolda ist vor allem die Deckung zu nennen . Mittelläufer Werner zeigte gute Störungsarbeit , desgleichen Kirsch . Zuweilen ließ der Sturm seine Gefährlichkeit ahnen , mehr aber auch nicht . Torwart Vogt war anfangs sehr gut , im ganzen ist Streiber aber besser und zuverlässiger .
In der 2. Halbzeit wechselten bei Jena Gärtner und Bachmann , wobei sich abermals die Eignung Gärtners für einen wegen seines Einsatzes gefährlichen Innenstürmer erwies .
Das in der ersten Hälfte sehr schnelle Spiel sah den 1.SV bald überlegen . Schon in der 7. Minute fällt das erste Tor : einen von rechts kommenden Ball nahm König auf , drehte sich an seinem Gegner vorbei und schoß hoch ein . Dann schlug Bachmann allein vorm Tor daneben , andere Schüsse von ihm auf die linke Torecke hielt Vogt sauber . Schon die erste Minute nach dem Wechsel brachte Nummer Zwei : Bachmann gab zu Ulrich , der sofort schoß , den etwas verdutzten Torwart unter den Körper hindurch , - ein wohl haltbarer Ball . Gärtner ging nun nach innen , die Ueberlegenheit des 1.SV war überaus klar . Eine sogenannte totsichere Sache vergab der Nationalspieler , indem er frei neben das Tor schoß . Dann aber in der 75. Minute fällt der 3. Treffer wieder durch König : der Ball kommt über Gans und Malter zum Halblinken , mit Drehung wird der herauslaufende Torwart getäuscht , und leicht getreten geht das Leder ins Tor . Drei Minuten darauf schon wieder Tor : Werner nimmt eine Gelegenheit wahr und schießt aus dem Hinterhalt ein . Acht Minuten vor Schluß gibt Gärtner in der unnachahmlichen weichen Art einen Maßstrafstoß zu König , der einköpft . Und vier Minuten vor Schluß spielt König schön weich und flach zu Gärtner , der aus naher Entfernung wieder einschießt . Damit waren in der letzten Viertelstunde vier Tore gefallen , da jetzt der 1.SV zu seinem flachen Kombinationsspiel gefunden hatte , das den ermüdeten Apoldaern den Rest gab . In acht Tagen spielt der 1.SV in Zeitz . Auch da rechnen wir mit einem - wenn auch schwerer erkämpften - Sieg .
Bericht von M.W. in der Jenaischen Zeitung vom 18.11.1940
andere Spiele
- 1.SV Gera : Dessauer SV 05 1:1 , 3.000 Z.
- Thüringen Weida : CV Magdeburg 2:1
- VfL 96 Halle : SpVgg Zeitz 1:1 , 1.000 Z.