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* 1:0 Richter (19.)
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* 2:0 Meyer (70.)
* 2:0 Meyer (70.)
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==Aufstellungen==
==Aufstellungen==
; Jena
:Günther
:Hädicke . Paul
:Harthaus , Werner , Kleinsteuber
:Hymon , Schipphorst , Meyer , Bachmann , Richter
Tr.: Josef Pöttinger
; Kickers
:Keller
:Uberich , Gebhardt
:Linke , Ribke , Handte
:Frey , Miller , Mainz , Meßner , Strickrodt
Tr.: Werner Sottong
==Spielbericht==
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; Der ersatzgeschwächte Sturm der Württemberger kann sich nicht durchsetzen -- Ribke und Werner zwei Mittelläufer von Format -- Torschützen Richter und Meyer
In Weimar ging es um den dritten Platz in der Gruppe . Den holte Jena dank dem besseren Torverhältnis gegenüber den Stuttgartern . Stuttgart ohne 6 ( Harer , Cozza , Baier , Vosseler , Merz und Euchenhofer ) , Jena ohne 3 ( Ketteritzsch , König , Himsler) .
Tore durch Richter durch Flachschuß und Meyer nach Alleingang mit 20- m - Bombe .
Aus dem Bericht von Alex. im Fußball vom 19.5.36
Zugegeben : es waren zwei feine Schüsse von Richter und Meyer , die dem 1.SV Jena am Sonntag im letzten Fußball-Gruppenspiel in Weimar gegen die Stuttgarter Kickers den Sieg einbrachten , aber im allgemeinen hielt der Kampf nicht das , was man von ihm erwartete .
Sonst aber wies die Landeskampfbahn ziemliche Lücken auf . Weimar bringt denn doch nicht allzuviele Zuschauer auf die Beine . Von denen am Sonntag stellte dazu Jena durch den Sonderzug einen beträchtlichen Anteil .
Sportlich befriedigte der Kampf ebenfalls nicht . Die Leistungen gingen nicht übers Mittelmaß hinaus . Es wurde beiderseits , obwohl der starke Wind es anders verlangte , sehr hoch gespielt , zum anderen gab es eine große Zahl von Strafstößen .
Jenas Sturm fand sich nicht zu einem flüssigen Zusammenspiel , wie sich auch die Tore nur aus entschlossenen Einzelleistungen ergaben . Richter auf Rechtsaußen war bei weitem kein Ersatz für König , besser war Hymon , der viele gefährliche Lagen vor Stuttgarts Tor schuf . Bachmann und Schipphorst hielten wider die Verbindung zwischen Läufern und Sturm und kamen nicht so recht ins Spiel . Obwohl der Sturmführer Meyer noch manche "Liebhabereien" an sich hat (den Rücken dem gegnerischen Tor zuzukehren , beim Hochspringen die Arme hochzuwerfen) , zeigte sich doch wieder seine Stärke , die darin liegt , daß er gut versteht zu täuschen , mit dem Ball durchzugehen und einen herzhaften Torschuß loszulassen . Solche Durchreißer und damit Torschützen fehlten dem Gaumeister bisher . In der Läuferreihe kam Werner mehr und mehr erst mit dem Fortgang des Spiels in Form . Genannt zu werden verdient diesmal besonders Harthaus , der sich wieder seiner früheren Spielstärke nähert . Die Verteidigung mußte noch auf Ketteritzsch verzichten . Paul und Hädicke gefielen dadurch , daß sie mit dem Fortbringen des Balles nicht fackelten . Die ausgeglichenste und beste Leistung der Jenaer zeigte der Torwart Günther , der energisch in seinem Strafraum Luft schaffte durch Herauslaufen und Fortfausten des Balles . Seine Sicherheit war imponierend .
Bei den '''Stuttgarter Kickers''' ging alles durcheinander . Von der Stammannschaft waren nur fünf Spieler dabei : Uberich , Linke , Ribke , Handte und Stickroth . Doch muß gesagt werden , daß auch so die Mannschaft noch spielstark war und daß man schöne Leistungen von dem Ersatz sah . Im ganzen waren die Stuttgarter schnell , technisch gut beschlagen und natürlich ziemlich stabil . Ihr bester Mann war wohl der unermüdliche blonde rechte Läufer . Ueberhaupt war die Läuferreihe gut , Ribke im Zentrum ist ein Könner . Der Sturm trug seine Angriffe meist rechts vor , der Rechtsaußen war auch der gefährlichste der Fünferreihe neben dem Halbrechten . Wenn die Stuttgarter das verdiente Ehrentor nicht traten , dann neben Günthers guter Leistung , weil sie viel zu ungenau schossen .
Man kann Jenas Sieg , wenigstens in dieser Höhe , glücklich nennen , denn im allgemeinen war das Spiel ausgeglichen , nur gelang eben Richter und Meyer der prächtige Torschuß .
Zum Spielverlauf : Jena hat zuerst gegen starken Wind zu spielen , der sich später mehr seitlich drehte . Günther muß bald einen gefährlichen Schuß vom Mittelstürmer fausten . Dann spielen Hymon und Schipphorst fein zusammen . Des Halblinken Schuß hält aber Keller . Und wieder ist es eine Flanke Hymons , die Freund und Feind am Tor verpassen . '''Richter''' erhält freistehend den Ball und schießt entschlossen und flach mit Wucht ein . 1:0 für Jena nach 25. Minuten . Günther muß wieder eine Bombe fausten . Hymon gibt dann zu Meyer , der , wie es seine Spezialität ist , fein täuscht und durchgeht , aber nicht placiert genug schießt .
So geht Jena mit knappen Vorsprung in die Pause .
Stuttgart hat bald eine Gelegenheit : eine Flanke des Linksaußen kommt zum freistehenden Mainz , der Ball rutscht aber ab und wird von Günther gehalten . Dann brennt's gefährlich bei den Württembergern , als Werner einen Strafstoß hoch vors Tor gibt . Zur Abwechslung geht es vor Günthers Heiligtum wieder hoch zu . So schießt nach einem abgewehrten Strafstoß der Halblinke ganz knapp vorbei . Stuttgart drängt nun ziemlich und schneidet die Angriffe vornehmlich auf den Rechtsaußen zu . Als Günther eine Flanke von diesem nicht bekommt , kann der von einem Stuttgarter aufs Tor gelenkte Ball nur mit Mühe abgedreht werden . Die beste Leistung Günthers war wohl , als er einen Schuß des Halblinken aus kurzer Entfernung im Hechten unschädlich macht . Dann aber kommt die Entscheidung : '''Meyer''' erhält das Leder , täuscht wunderbar , jeder denkt , jetzt gibt es eine Vorlage an Richter , da funkt auch schon eine Bombe aufs Tor , die so scharf ist , daß der sich werfende Keller sie unter sich ins Tor springen lassen muß . In den restlichen 20 Minuten roch es noch verschiedentlich nach dem Ehrentor der Stuttgarter . Bachmann läßt noch eine Bombe los , die Keller im Fallen hält .
Der Schiedsrichter Fink-Frankfurt pfiff peinlich genau und zeigte , daß eine gute Schiedsrichterleistung auch ohne viel Laufen möglich ist .
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 18.05.1936
==anderes Spiel in der Gruppe==
* 1.FC Nürnberg : Wormatia Worms 2:1

Aktuelle Version vom 7. März 2025, 14:16 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Endrunde Deutsche Meisterschaft , 6. Spieltag
Saison Saison 1935/1936
Ansetzung 1. SV Jena - Stuttgarter Kickers
Ort Landeskampfbahn in Weimar
Zeit So 17.05.1936 16 Uhr
Zuschauer 6000
Schiedsrichter Fink (Frankfurt/M)
Ergebnis 2:0 (1:0)
Tore
  • 1:0 Richter (25.)
  • 2:0 Meyer (70.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Jena
Günther
Hädicke . Paul
Harthaus , Werner , Kleinsteuber
Hymon , Schipphorst , Meyer , Bachmann , Richter

Tr.: Josef Pöttinger


Kickers
Keller
Uberich , Gebhardt
Linke , Ribke , Handte
Frey , Miller , Mainz , Meßner , Strickrodt

Tr.: Werner Sottong

Spielbericht

Der ersatzgeschwächte Sturm der Württemberger kann sich nicht durchsetzen -- Ribke und Werner zwei Mittelläufer von Format -- Torschützen Richter und Meyer

In Weimar ging es um den dritten Platz in der Gruppe . Den holte Jena dank dem besseren Torverhältnis gegenüber den Stuttgartern . Stuttgart ohne 6 ( Harer , Cozza , Baier , Vosseler , Merz und Euchenhofer ) , Jena ohne 3 ( Ketteritzsch , König , Himsler) . Tore durch Richter durch Flachschuß und Meyer nach Alleingang mit 20- m - Bombe .

Aus dem Bericht von Alex. im Fußball vom 19.5.36


Zugegeben : es waren zwei feine Schüsse von Richter und Meyer , die dem 1.SV Jena am Sonntag im letzten Fußball-Gruppenspiel in Weimar gegen die Stuttgarter Kickers den Sieg einbrachten , aber im allgemeinen hielt der Kampf nicht das , was man von ihm erwartete .

Sonst aber wies die Landeskampfbahn ziemliche Lücken auf . Weimar bringt denn doch nicht allzuviele Zuschauer auf die Beine . Von denen am Sonntag stellte dazu Jena durch den Sonderzug einen beträchtlichen Anteil . Sportlich befriedigte der Kampf ebenfalls nicht . Die Leistungen gingen nicht übers Mittelmaß hinaus . Es wurde beiderseits , obwohl der starke Wind es anders verlangte , sehr hoch gespielt , zum anderen gab es eine große Zahl von Strafstößen . Jenas Sturm fand sich nicht zu einem flüssigen Zusammenspiel , wie sich auch die Tore nur aus entschlossenen Einzelleistungen ergaben . Richter auf Rechtsaußen war bei weitem kein Ersatz für König , besser war Hymon , der viele gefährliche Lagen vor Stuttgarts Tor schuf . Bachmann und Schipphorst hielten wider die Verbindung zwischen Läufern und Sturm und kamen nicht so recht ins Spiel . Obwohl der Sturmführer Meyer noch manche "Liebhabereien" an sich hat (den Rücken dem gegnerischen Tor zuzukehren , beim Hochspringen die Arme hochzuwerfen) , zeigte sich doch wieder seine Stärke , die darin liegt , daß er gut versteht zu täuschen , mit dem Ball durchzugehen und einen herzhaften Torschuß loszulassen . Solche Durchreißer und damit Torschützen fehlten dem Gaumeister bisher . In der Läuferreihe kam Werner mehr und mehr erst mit dem Fortgang des Spiels in Form . Genannt zu werden verdient diesmal besonders Harthaus , der sich wieder seiner früheren Spielstärke nähert . Die Verteidigung mußte noch auf Ketteritzsch verzichten . Paul und Hädicke gefielen dadurch , daß sie mit dem Fortbringen des Balles nicht fackelten . Die ausgeglichenste und beste Leistung der Jenaer zeigte der Torwart Günther , der energisch in seinem Strafraum Luft schaffte durch Herauslaufen und Fortfausten des Balles . Seine Sicherheit war imponierend . Bei den Stuttgarter Kickers ging alles durcheinander . Von der Stammannschaft waren nur fünf Spieler dabei : Uberich , Linke , Ribke , Handte und Stickroth . Doch muß gesagt werden , daß auch so die Mannschaft noch spielstark war und daß man schöne Leistungen von dem Ersatz sah . Im ganzen waren die Stuttgarter schnell , technisch gut beschlagen und natürlich ziemlich stabil . Ihr bester Mann war wohl der unermüdliche blonde rechte Läufer . Ueberhaupt war die Läuferreihe gut , Ribke im Zentrum ist ein Könner . Der Sturm trug seine Angriffe meist rechts vor , der Rechtsaußen war auch der gefährlichste der Fünferreihe neben dem Halbrechten . Wenn die Stuttgarter das verdiente Ehrentor nicht traten , dann neben Günthers guter Leistung , weil sie viel zu ungenau schossen . Man kann Jenas Sieg , wenigstens in dieser Höhe , glücklich nennen , denn im allgemeinen war das Spiel ausgeglichen , nur gelang eben Richter und Meyer der prächtige Torschuß . Zum Spielverlauf : Jena hat zuerst gegen starken Wind zu spielen , der sich später mehr seitlich drehte . Günther muß bald einen gefährlichen Schuß vom Mittelstürmer fausten . Dann spielen Hymon und Schipphorst fein zusammen . Des Halblinken Schuß hält aber Keller . Und wieder ist es eine Flanke Hymons , die Freund und Feind am Tor verpassen . Richter erhält freistehend den Ball und schießt entschlossen und flach mit Wucht ein . 1:0 für Jena nach 25. Minuten . Günther muß wieder eine Bombe fausten . Hymon gibt dann zu Meyer , der , wie es seine Spezialität ist , fein täuscht und durchgeht , aber nicht placiert genug schießt . So geht Jena mit knappen Vorsprung in die Pause .

Stuttgart hat bald eine Gelegenheit : eine Flanke des Linksaußen kommt zum freistehenden Mainz , der Ball rutscht aber ab und wird von Günther gehalten . Dann brennt's gefährlich bei den Württembergern , als Werner einen Strafstoß hoch vors Tor gibt . Zur Abwechslung geht es vor Günthers Heiligtum wieder hoch zu . So schießt nach einem abgewehrten Strafstoß der Halblinke ganz knapp vorbei . Stuttgart drängt nun ziemlich und schneidet die Angriffe vornehmlich auf den Rechtsaußen zu . Als Günther eine Flanke von diesem nicht bekommt , kann der von einem Stuttgarter aufs Tor gelenkte Ball nur mit Mühe abgedreht werden . Die beste Leistung Günthers war wohl , als er einen Schuß des Halblinken aus kurzer Entfernung im Hechten unschädlich macht . Dann aber kommt die Entscheidung : Meyer erhält das Leder , täuscht wunderbar , jeder denkt , jetzt gibt es eine Vorlage an Richter , da funkt auch schon eine Bombe aufs Tor , die so scharf ist , daß der sich werfende Keller sie unter sich ins Tor springen lassen muß . In den restlichen 20 Minuten roch es noch verschiedentlich nach dem Ehrentor der Stuttgarter . Bachmann läßt noch eine Bombe los , die Keller im Fallen hält . Der Schiedsrichter Fink-Frankfurt pfiff peinlich genau und zeigte , daß eine gute Schiedsrichterleistung auch ohne viel Laufen möglich ist .

Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 18.05.1936

anderes Spiel in der Gruppe

  • 1.FC Nürnberg : Wormatia Worms 2:1