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Wer nach dem Siege Weimars über Saalfeld und nach seinem Unentschieden gegen den Gaumeister geglaubt hatte , daß auch das Spiel in Jena eine offene Angelegenheit werden könnte , mußte sich eines anderen belehren lassen . | |||
Die Jenaer Mannschaft erwies sich den Weimaranern gegenüber derart überlegen , daß das hohe Ergebnis als durchaus verdient bezeichnet werden muß . | |||
Obwohl das Spiel im großen und ganzen von Weimar offen gehalten werden konnte , machte es doch in seinem gesamten Verlaufe den Eindruck der restlosen Ueberlegenheit des Sportvereins . Seine Mannschaft war in jeder Beziehung besser . Der Spielaufbau der Jenenser war teilweise vorbildlich . Der Mittelläufer arbeitete unermüdlich und verstand sich mit seinem Sturm ausgezeichnet . Ebenso gut konnte uns der linke Läufer gefallen . | |||
Werner im Sturm war in großer Fahrt und zeigte technische Leistungen , wie wir sie von einem Sackenheim in Coburg gegen die Tschechen nicht zu sehen bekamen . Sein Ballstoppen , sein im gegebenen Augenblicke blitzschnelles Abspiel , das auch bei größter Bedrängnis durch den Gegner immer genau bleibt , die Vielseitigkeit seiner Spielhandlungen und seine wirklich immer anständige Kampfesweise konnten begeistern . Wir fragen uns nur , warum Leute aus der Provinz von diesem Können bei wirklich großen Länderspielen nicht mehr Berücksichtigung finden . | |||
So konnte bei den durchgängig guten Leistungen aller Spieler , vor allem aber auch bei der klaren und sicheren Arbeit der Jenaer Verteidigung der Erfolg nicht ausbleiben . Von den 10 Toren , die in ziemlich regelmäßigen Abständen vor allem vom Innensturm geschossen wurden , konnten uns besonders drei recht gut gefallen . Das dritte schoß der Mittelläufer bei der Ausführung eines Strafstoßes kurz vor der 16-Meter-Linie mit wunderbarem Flachschuß unhaltbar ein . Beim vierten zeigte Werner nach famosem Umspielen eines Gegners im Anschluß hieran seine hervorragende Schußkraft , und das zehnte war ein Meisterstück Werners von Verwandlungs-und Placierungskunst . | |||
Als Gesamturteil kann man wohl sagen : | |||
'''Ein Lehrspiel für Weimar !''' | |||
==Spiele== | ==Spiele== | ||
Version vom 3. Januar 2025, 14:50 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Ostthürigen |
| Saison | Saison 1930/1931 Hinrunde |
| Ansetzung | 1.SV Jena : SC Weimar |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 07.09.1930 |
| Zuschauer | |
| Schiedsrichter | Hoffmann (Kahla) |
| Ergebnis | 10:1 (4:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellung
- Jena
- Großkopf
- Opatz , Keiling
- Rosenke , Jacob , Sturm
- Kleinsteuber , Werner , Thier , Grübner , Mieth
Spielbericht
Wer nach dem Siege Weimars über Saalfeld und nach seinem Unentschieden gegen den Gaumeister geglaubt hatte , daß auch das Spiel in Jena eine offene Angelegenheit werden könnte , mußte sich eines anderen belehren lassen . Die Jenaer Mannschaft erwies sich den Weimaranern gegenüber derart überlegen , daß das hohe Ergebnis als durchaus verdient bezeichnet werden muß . Obwohl das Spiel im großen und ganzen von Weimar offen gehalten werden konnte , machte es doch in seinem gesamten Verlaufe den Eindruck der restlosen Ueberlegenheit des Sportvereins . Seine Mannschaft war in jeder Beziehung besser . Der Spielaufbau der Jenenser war teilweise vorbildlich . Der Mittelläufer arbeitete unermüdlich und verstand sich mit seinem Sturm ausgezeichnet . Ebenso gut konnte uns der linke Läufer gefallen . Werner im Sturm war in großer Fahrt und zeigte technische Leistungen , wie wir sie von einem Sackenheim in Coburg gegen die Tschechen nicht zu sehen bekamen . Sein Ballstoppen , sein im gegebenen Augenblicke blitzschnelles Abspiel , das auch bei größter Bedrängnis durch den Gegner immer genau bleibt , die Vielseitigkeit seiner Spielhandlungen und seine wirklich immer anständige Kampfesweise konnten begeistern . Wir fragen uns nur , warum Leute aus der Provinz von diesem Können bei wirklich großen Länderspielen nicht mehr Berücksichtigung finden . So konnte bei den durchgängig guten Leistungen aller Spieler , vor allem aber auch bei der klaren und sicheren Arbeit der Jenaer Verteidigung der Erfolg nicht ausbleiben . Von den 10 Toren , die in ziemlich regelmäßigen Abständen vor allem vom Innensturm geschossen wurden , konnten uns besonders drei recht gut gefallen . Das dritte schoß der Mittelläufer bei der Ausführung eines Strafstoßes kurz vor der 16-Meter-Linie mit wunderbarem Flachschuß unhaltbar ein . Beim vierten zeigte Werner nach famosem Umspielen eines Gegners im Anschluß hieran seine hervorragende Schußkraft , und das zehnte war ein Meisterstück Werners von Verwandlungs-und Placierungskunst .
Als Gesamturteil kann man wohl sagen :
Ein Lehrspiel für Weimar !
Spiele
- VfB Rudolstadt : VfB Apolda 1:1
- Vimaria Weimar : VfB Jena 2:2
- 1.SV Jena : SC Weimar 10:1
- SC Apolda : SV Kahla 6:4