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==Spielbericht==
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Aktuelle Version vom 26. Mai 2025, 16:14 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 6. Spieltag
Saison Saison 1940/1941, Hinrunde
Ansetzung SC Apolda - 1. SV Jena
Ort Bismarkhöhe in Apolda
Zeit 20.10.1940
Zuschauer ?
Schiedsrichter Meiche (SC Erfurt)
Ergebnis 1:3 (0:1)
Tore
  • 0:1 Bachmann (32.FE)
  • 0:2 Retschke (55.)
  • 1:2 Biazeck (75.FE)
  • 1:3 Retschke (77.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Apolda
Streiber
Mähler , Müller
Otto , Werner , Löhmer
Biazeck , Martin , Hoch , Nögler , Kirsch

Trainer : ?


Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Patzl
Schipphorst , Schüßler
Malter , Beckert , Werner
Hippler , L. König , Ulrich , Retschke , Bachmann


Trainer : Kretzschmann

Spielbericht

Es war vollkommen richtig , wenn der 1.SV Jena das Bereichsklassen-Pflichtspiel in Apolda gegen den Neuling SC sehr ernst nahm . Denn das bringt schon die alte Rivalität mit sich , daß die Apoldaer gegen die Jenaer mit vollstem Einsatz und mit größter Verbissenheit kämpften . Man kann den Blaugelben die Hochachtung nicht versagen , wenn man bedenkt , wie sehr gerade sie unter Einberufungen gelitten haben , ohne jemals die Flinte ins Korn zu werfen , so daß sie noch immer eine aus alten und jungen Kräften gemischte , schlagkräftige und vor allem schnelle und unermüdliche Mannschaft aufs Feld stellen , die mit ihrem ungekünstelten Spiel den technisch besseren Gegnern das Siegen keineswegs leicht macht . Für den Bereichsmeister war der Kampf insofern ein Experiment , weil schon wieder einmal der Sturm umgebaut werden mußte , da die drei neuen Kameraden Mondorf , Gräbsch und Gärtner nicht mit von der Partie sein konnten . Die Lösung , die Sportlehrer Kretschmann gefunden hatte , war aber recht gut , so daß man an dem Sieg der Jenaer keine Zweifel hatte , wenn es auch wieder lange dauerte , ehe Treffer erzielt wurden , und wenn auch Apolda leicht hätte die Führung erobern können . Was macht denn der 1.SV in der Fünferreihe ? Er ließ sich auf keinen Versuch mit der Jugend ein , der für die temporeichen und harten Pflichtspiele dieser Klasse nicht zureicht , sondern griff auf den wieder in guter Form befindlichen Retschke zurück , setzte Ulrich ein , der ja immer brauchbarer Ersatz ist , und stellte mit Kanonier Hippler auch einen neuen Mann vor . Das heißt : wir Jenaer kennen Hippler alle als den Bereichsmeister über 100 Meter und als einen Leichtathleten , der schon den ganzen Sommer für den 1.SV startete . Da nun aber Hippler nach den neuen strengen Bestimmungen nur noch während seines Urlaubs für den Heimatverein , den in letzter Zeit stark vorangekommenen VfR Schweinfurt , spielen kann , lag es nahe , daß er jetzt für die Jenaer mitwirkte . Diese Fünferreihe - Gans pausierte , da er körperlich nicht in Form ist , während König und Bachmann dabei waren - war gerade das Richtige gegen den SC , ohne daß sie natürlich die Hochform wie gegen Dessau erreichte .

Das Spiel begann sofort mit aller Schärfe und in großer Schnelligkeit . Die Apoldaer waren gleich im Bilde und drangen bis in den Jenaer Strafraum vor . Während die Deckung , vor allem gestützt von dem großen wuchtigen Mittelläufer Werner , aufmerksam war und den Ball mit kräftigen Schlägen vorschlug , versuchte es die Fünferreihe mit blitzschnellen Durchbrüchen einzelner Leute , wobei die Kameraden aber stets zur Unterstützung da waren . Die Jenaer Deckung tat gleichfalls das einzig Richtige und schlug die Bälle unvermittelt weg . Die Schläge waren aber nicht immer weit genug , und die Apoldaer wurden durchaus gefährlich . Bald zeigte sich jedoch die Ueberlegenheit des Meisters , und die Mehrzahl der Angriffe rollte auf das Apoldaer Tor , zwischen dessen Pfosten jedoch ein großer Könner stand , der blitzschnell reagierte und energisch herauslief . Wenn so wenig Tore fielen , so ist das vor allem ein Verdienst Streibers , der mit Abstand bester Mann Apoldas war . Im Jenaer Sturm verletzte sich anfangs König , was aber nicht so schlimm war . Retschke , unser noch nicht vergessener Feldwebel , gefiel vor allem durch seinen großen Einsatz , der ihn so gefährlich machte , während es im Zuspiel manchmal nicht ganz klappte . Hippler war natürlich sehr schnell , flankte rasch und hat einen kräftigen Schuß . Er versteht sich auch aufs Zusammenspiel , ist technisch ganz beschlagen , wenn er sich auch erst auf seine Nebenleute einstellen muß . Ulrich setzte sich gleichfalls stark ein und schoß auch viel , als Rechtsaußen brachte er gute und überlegte Flanken hinein . Bachmann fühlte sich in der Mitte wohler . Es ist bei dem wechselvollen Geschehen nicht möglich , alle Begebenheiten nachzuzeichnen , denn bei Apolda hatte Streiber sehr viel Arbeit , und immer wieder konnte er begeistern . Er war nur durch Tore zu überwinden , die sozusagen unhaltbar waren , und solche schoß - zwei an der Zahl - in sauberer Manier erst nach dem Wechsel Retschke . Das Führungstor der Jenaer war ein Elfmeter in der 32. Minute . Verschuldet war er durch den Mittelläufer Werner , der den davonziehenden Hippler regelwidrig behinderte . Bachmann schoß das Leder sicher ein . Die Apoldaer Zuschauer fanden die Entscheidung hart , und die Volksseele kochte darob , wie sie das in Apolda ja so leicht tun kann . Der SC ließ sich aber durch den Treffer nicht aus der Fassung bringen und war weiter ein zäher Gegner . Vor dem Elfmeter haben wir noch eine gute Leistung Patzls zu erwähnen , als er vor dem freien wuchtigen Mittelstürmer Hoch herauslief , so daß dieser bei dem scharfen Schuß den Jenaer Torwart anschießen mußte . Diese Situation roch stark nach dem Führungstor für Apolda . So ging es also mit 1:0 für den 1.SV in die Pause , was zwar glücklich , aber mehr als verdient war .

Nach dem Wechsel wirkte sich die Ueberlegenheit der Jenaer , die im Sturm verständnisvoll zusammenspielten und namentlich das steile Durchspiel in der Mitte erfolgreich anwandten , denn doch mehr und mehr aus . Die Außenläufer Werner und Malter sorgten für verstärkten Druck , und der SC Apolda kam nicht mehr zu einer einigermaßen geschlossenen Angriffsleistung und konnte nur noch durch Einzelvorstöße gefährlich werden . Nach zehn Minuten schon fiel das 2. Tor für Jena : wieder einmal lief ein Angriff des 1.SV durch , Ulrich flankte sauber , und Retschke , der immer zur Stelle war , schoß den Ball aus der Luft unhaltbar ein . Eine prächtige Leistung , zumal ja nur so der famose Streiber zu überwinden war . Jetzt hatte der SC-Torwart schwere Arbeit zu leisten , die Angriffe ließen nicht nach und waren stets sehr gefährlich . Ganz groß war es wie Streiber einen Bombenschuß Retschkes aus nächster Nähe wehrte . Und dann verkürzte Apolda in der 75. Minute sogar auf 2:1 , als niemand daran dachte . Es war wiederum ein Elfmeter , als der Apoldaer Hoch regelwidrig gelegt worden war : der schon etwas sehr beleibte Biazeck , der von Linksaußen nach innen gegangen war , verwandelte den Ball mit flachem Schuß zum 2:1 . Aber nur zwei Minuten darauf stellte Jena das Torverhältnis wieder richtig : Hippler gab zu König , dessen Schuß gewehrt wurde . Und schon war Retschke wieder zur Stelle und vollendete sein zweites schönes Tor . Womit wieder einmal der Wert des richtigen Nachsetzens bewiesen war . Das Spiel flaute nun sichtlich ab , der 1.SV verlor seine Geschlossenheit und Flüssigkeit . Aber es genügte ja auch so zu einem sicheren Sieg über einen Gegner , der sich tapfer gewehrt hatte und der dazu beigetragen hatte , daß es ein flottes Kampfspiel gegeben hatte , das wohl mit vollem Einsatz , aber jederzeit anständig geführt wurde . Die Apoldaer besitzen einige Stürmer , die recht gut sind , wir denken vor allem an die in Jena weniger bekannten Hoch und Martin , die immer gefährlich waren . Die Deckung machte es dem Gegner recht schwer , vor allem aber der Torwart , dessen imponierende Leistungen wir schon hervorhoben . Die Waffen der Apoldaer sind die Wucht und Schnelligkeit und das ungekünstelte Spiel mit weiten Vorlagen . Der 1.SV hat den Beweis erbracht , daß er den nötigen Kampfgeist besitzt und auch das richtige Einstellungsvermögen auf Gegner wie den SC . Es wurde diesmal nicht viel getändelt , die Deckung suchte schnell Luft zu schaffen , und im Sturm wurden die Flügel viel eingesetzt , die auch gute Flanken hereinbrachten . Zeitweise gefiel der Innensturm durch überlegtes Arbeiten , was denn auch den verdienten Lohn brachte . Wertvoll war vor allem die Feststellung , daß die Mannschaftsleistung auch beim Fehlen von Gräbsch und Gärtner nicht aus der Ordnung kommt .

Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 21.10.1940

andere Spiele

  • 1.SV Gera : VfL 96 Halle 1:1
  • FC Thüringen Weida : Dessauer SV 05 1:3 , 1.000 Z.
  • CV Magdeburg : SpVgg Zeitz 5:1