1938/1939 01. Spieltag: FC Thüringen Weida - 1. SV Jena 4:2

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
Version vom 5. September 2025, 10:05 Uhr von Tn (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 1. Spieltag
Saison Saison 1938/1939, Hinrunde
Ansetzung FC Thüringen Weida - 1. SV Jena
Ort Roter Hügel in Weida
Zeit So. 11.09.1938 15:00
Zuschauer 3.000
Schiedsrichter Richter (Berga)
Ergebnis 4:2 (1:0)
Tore
  • 1:0 Warg (9.)
  • 1:1 Gans (46.)
  • 1:2 Harthaus (49.)
  • 2:2 Trinks (55.)
  • 3:2 Trinks (65.)
  • 4:2 Semmer (72.FE)
Andere Spiele
oder Berichte


Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Weida
Schacher
Bilke, Munkert
Buschner, Findeisen, Safar
Semmer, Mach, Trinks, Warg, Stoll

Trainer : Josef Pöttinger

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Göpfert
Hermann Schüßler, Walter Hädicke
Hermann Malter, Heinz Werner, Walter Paul
Walter Bachmann, Bernhard Schipphorst, Herbert Gans, Kurt Beckert, Fred Harthaus

Trainer : Rudolf Prokoph

Spielbericht

Weidas Kampfspiel triumphierte !

Ueber 3.000 von insgesamt 10.000 Einwohnern Weidas waren nach dem idyllisch gelegenen Sportplatz des FC Thüringen hinausgepilgert. Die Spannung war riesengroß, denn gerade dieses Treffen der beiden Thüringer Rivalen ist für die Vorherrschaft im grünen Herzen Deutschlands von großer Bedeutung. Es herrschte seit Tagen hier eine Atmosphäre, wie mit Zündstoff geladen. Viel dazu trug die Tatsache bei, daß es die Pöttinger -Elf des Vorjahres (Jena) war, die bei der diesjährigen Pöttinger-Mannschaft (Weida) gastierte. Es gab Kampf, Kampf, Tempo, und dazu eine ausgezeichnete Schiedsrichterleistung, die aber auch nötig war, um das Spiel ohne Zwischenfälle zu Ende zu führen. Der Kampf war schön. Trotz aller Härte. Es war Tempo und Schwung drin. Die 6 Tore brachten Stimmung unter die Zuschauer. Solche Kämpfe machen immer Freude! In erster Linie war es der vorbildliche Kampfgeist der Weidaer, der diesen bedeutungsvollen Sieg im ersten Pflichtspiel einbrachte. Denn rein spielerisch waren, Hand aufs Herz, liebe Weidaer, die Jenaer doch ein kleines Stück voraus. Die Mannen um Werner spielten vor allem in der zweiten Viertelstunde und kurz nach dem Seitenwechsel einen technisch hervorragenden Fußball, daß einem das Herz im Leibe lachte. Nur eines entbehrte dieses Spiel: der krönenden Torschüsse. Meist kamen sie aus dem Hinterhalt, von Werner. Es kommt eben nicht auf die schöne Linie, sondern allein und immer wieder auf den Erfolg an. Eckenverhältnis 7:3 für Jena! In der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften gleich viele Chancen. Aber nur ein Schuß von Warg führte zum Halbzeitsieg der Weidaer. Semmer hatte wundervoll weich geflankt, so daß Warg, aus der Luft übernehmen konnte. Der Prachtschuß war völlig unhaltbar. Einen blendenden Kopfball von Schipphorst faustete Schacher im Fluge weg. Für die Gefährlichkeit der Angriffe Jenas sprach es dann, daß sogar Hädicke in der Weidaer Spielhälfte auftauchte. Aber nicht zählbares gelang. Anders nach dem Wechsel. Schon in der 1. Minute fiel der Ausgleich. Schacher hatte eine Bachmann-Bombe gerade noch wegklatschen können. Ganz drückte den Ball ein. Beckert, der ehemalige Weidaer, nutzte dann ein Mißverständnis in der Weidaer Verteidigung aus, 2:1 für Jena innerhalb drei Minuten nach der Pause. Man gab draußen keinen Pfifferling mehr für die Gastgeber, deren ungeheuere Kampfkraft aber nicht erlahmte. Und Mittelstürmer Trinks, der sehr eifrig war, sich auch restlos einsetzte, aber noch keine Ideallösung für Weidas Sturmführerposten ist, schoß zwischen Hädicke und den herauslaufenden Göpfert zum Gleichstand ein, nachdem Safar einen Strafstoß an die Latte geknallt hatte. Wieder war es dann Trinks, der eine famose Vorlage von Stoll zum 3:2 verwandelte und als Schüßler den durchgehenden Trinks regelwidrig legte, war Semmer der Vollzieher des Elfmeter-Strafstoßes. Trotzdem die Gäste nun Werner nach vorn nahmen und Schipphorst ins Zentrum ging, gelang keine Verbesserung des Ergebnisses, daß den Feldleistungen der Platzbesitzer ein klein wenig schmeichelt und doch ihrer großen kämpferischen Leistung durchaus entspricht. Der Mannschaft war es nicht anzumerken, daß sie in der neuen Spielzeit bereits eine Anzahl schwerer Kämpfe bestritten hat. Alle 11 Spieler waren vom besten Siegeswillen beseelt, der ihrem ganzen Spiel Frische, Lebendigkeit und Wirkung gaben.

Von beiden Mannschaften wurde, betrachtet man diesen Pflichtkampf insgesamt, nicht nur streckenweise, sondern in anhaltender Gleichmäßigkeit recht guter Fußball gespielt. "Vorsicht" war nicht war nicht das alles beherrschende Moment, sondern von beiden Parteien wurden die Stürmerreihen in ihrer vollen Stärke ins Treffen geschickt. Dadurch wurde das Schwergewicht des Spieles nicht auf die Abwehr als A und O des Könnens gelegt, sondern alle Mannschaftsteile hatten ihre Eignung und den richtigen Einsatz in rasch wechselnden Kampflagen zu beweisen, und zwar mit außerordentlicher Schnelligkeit. Daß es nicht alles nach Wunsch ging, war bei der schon oben zitierten Rivalität beider Mannschaften verständlich.

Beste Spieler : Werner , Hädicke (Jena) Stoll , Semmer , Munkert (Weida)

(Bericht von Georg. im Kicker vom 13.September 1938)


Man wußte wohl, daß der 1. SV Jena in Weida eine schwere Aufgabe zu lösen hatte. Kaum begreiflich aber ist es, daß er sich ein Spiel, das nach dem Wechsel mit 2:1 geführt wird, so leicht aus der Hand nehmen läßt. Unsicherheiten des Torstehers, grobe Deckungsfehler ließen es zu, daß FC Thüringen Weida den Sieg und die Punkte zu Hause behielt. Zudem fielen die siegbringenden Tore für Weida in eine Spielzeit, in der die Mannschaft des 1. SV zumindest zwei Drittel der Zeit führend, ja überzeugend drückend spielte. Doch wie schon so oft, wurde dann die zu stark aufgerückte Deckung vom Gegner überspielt, bei so schnellen Außenstürmern, wie sie Weida besitzt, war dann meist wenig mehr zu retten. Auf der anderen Seite spielte Weida mit drei Verteidigern auf Torsicherung - so sicher, daß der Sturm des 1. SV in der ersten Halbzeit kaum zum Schuß kam. Im Anfang der zweiten Halbzeit gelingt es Jena, diese Verteidigung auseinanderzuziehen und mit zwei kurz hintereinander fallenden Toren in Führung zu gehen. Schon glaubt man an eine zweite große Halbzeit des 1. SV Jena, da bringt es Weida fertig, diesen zwei Treffern drei Tore entgegenzusetzen.

Mit größter Spannung wird der Anfang des Spiels erwartet. Etwa 3.000 Zuschauer von nah und fern, darunter ein beträchtlicher Teil Schlachtenbummler aus Jena, umsäumten den Sportplatz des FC Thür. Weida. Schönster Boden, ebensolches Wetter geben diesem Spiel die gewünschten Voraussetzungen. Mit etwas Verspätung springen die beiden Mannschaften ins Feld. Während bei Weida Trinks für Fuchs (verletzt) spielte, hatte der Sturm Jenas eine fast vollständige Umstellung erfahren, der aber leider auch nicht die endgültige Lösung brachte, ja sogar eine ganze Halbzeit brauchte, um sich zu finden. Weida hat Anstoß und legt gleich mächtig los, man merkt sofort, daß die Weidaer sich ihrer Aufgabe bewußt sind und alles hergeben, um dieses Spiel auf eigenem Platze zu gewinnen. Mit weiten Vorlagen werden die Flügel bedient, und steter Flankenwechsel bringt Jenas Abwehr in Verwirrun . Jenas Angriffe werden von der sicheren und so guten Verteidigung Bilke-Munkert gestoppt, zumal sich Jenas Sturm zu keiner einheitlichen Arbeit zusammenfindet. Schon in der 9. Min. hat's das erstemal bei Jenas Torwart unhaltbar eingeschlagen: Einwurf von Weida etwa auf der Mittellinie, Safar nimmt den Ball auf, gibt zu Findeisen - dieser bleibt Sieger im Kampf mit Jenas Läufer, gibt den Ball an Semmer. Der flankt sofort an den freistehenden Warg, der nicht lange fackelt und direkt aus der Luft, unheimlich scharf, zum 1:0 einschießt. Jena deckt jetzt etwas besser, hat Weidas Spiel erkannt, doch die ungewohnte Aufstellung im Sturm kann sich nicht durchsetzen, es fehlt am genauen Zuspiel. Werner setzt ebenfalls die Flügel ein, doch die von dort kommenden Flanken werden im Innensturm nicht verwertet. In der 12. Min. wäre beinahe der Ausgleich gefallen. Einen Strafstoß Werners kann Schacher gerade noch zur Ecke ablenken, die aber wird von Findeisen fabelhaft ins Feld zurückgeköpft. Immer wieder kommt Weida gefährlich auf, und nur mit Glück entgeht Jena weiteren Torerfolgen. Unsere Außenläufer Malter und Paul sind heute nicht so gut, wie man sie sonst kennt. Auch Schüßler kann seine Seite nicht halten, sieht sich immer zwei Mann gegenüber, die Sieger bleiben. Wohl erzwingt Jena in der ersten Halbzeit noch einige Eckbälle, die aber nichts einbringen. Mit 1:0 für Weida geht's in die Pause.

Groß beginnt für Jena die zweite Halbzeit. Innerhalb 4 Min. geht die Mannschaft mit 2:1 in Führung! Schon in der 1. Min. setzt sich Beckert durch, gibt schön zum freistehenden Bachmann, dieser umspielt, und im Alleingang schießt er aus vollem Lauf aufs Tor, Schachner läßt prallen und Gans schießt den Ball noch über die Linie: 1:1. Weida kommt in Verwirrung, und nur 3 Min. später kann Harthaus sich durchsetzen und Schacher zum zweitenmal überwinden. Aus einem Gedränge heraus schiebt Beckert zu Harthaus, der kleine Linksaußen zwängt sich zwischen die stämmige Verteidigung und schießt ein. Doch nicht lange sollte die Freude bei den Jenaer Schlachtenbummlern dauern. Was nun vorne gut gemacht war, wurde in der Deckung vernachlässigt, in der nur noch Hädicke überzeugen konnte. In der 10. Min. fällt das Ausgleichstor für Weida. Trinks, der einen besonderen Drang zum Tor an den Tag legte, kam durch einen Deckungsfehler ungehindert zum Schuß, und schon heißt's 2:2. Aufgemuntert durch diesen Erfolg, kommt Weida, obwohl jetzt Jena immer wieder drückt, schon in der 20. Min. zum Führungstreffer. Hädicke stürzt bei der Abwehr, Semmer geht an ihm vorbei, gibt zu Trinks, und wieder wird Göpfarth überwunden : 3:2. Auf der anderen Seite gehen einige gute Sachen fehl, einmal flankt Bachmann schön in die Mitte, doch Beckerts Kopfball geht knapp daneben. Derselbe Spieler hat das Pech, aus nächster Nähe den Ball übers Tor zu heben, dasselbe Pech hat Harthaus, der einen haargenauen Paß vors Tor nicht erreichen kann. Doch in der 27. Min. wird der Sieg Weidas durch einen harten Elfmeter sichergestellt. Man konnte nicht feststellen, wer eigentlich den Strafstoß verschuldete. Semmer verwandelte nicht gerade unhaltbar: 4:2. Weida deckt jetzt konsequent und bringt es fertig das Ergebnis bis zum Schluß zu halten. Werner geht zum Schluß noch in den Sturm, Schipphorst spielt Mittelläufer, aber auch diese Umstellung kann das Ergebnis nicht mehr ändern. Die ersten Punkte sind verlorengegangen, die mit etwas mehr Energie in der Hintermannschaft nicht verloren gehen mußten.

(Bericht von Zi. in der Jenaischen Zeitung vom 12.09.1938)

Andere Spiele

21.08.1938

  • SV Steinach 08 - Fortuna Magdeburg 7:0 , 1.500 Zuschauer
  • CV Magdeburg - VfL Halle 96 1:0 , 1.500 Zuschauer
  • SV Merseburg 99 - SV Dessau 05 1:7 , 450 Zuschauer

28.08.1938

Fortuna Magdeburg - SV Dessau 05 - abgesagt wegen Pokal 1. FC Lauscha - SV Merseburg 99 4:1 1. SV Jena - Cricket Viktoria Magdeburg - abgesagt wegen Pokal

11.9.38

  • CV Magdeburg : Fortuna Magdeburg 2:2 , 4.500 Z.
  • VfL Halle 96 : SpVgg Erfurt 3:1 , 1.000 Z.