1952/1953 24. Spieltag: BSG Turbine Halle - BSG Motor Jena 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 24. Spieltag
Saison Saison 1952/1953, Rückrunde
Ansetzung BSG Turbine Halle - BSG Motor Jena
Ort Kurt-Wabbel-Stadion in Halle
Zeit So. 15.02.1953 15:00 Uhr
Zuschauer 18.000
Schiedsrichter Alfred Kober (Plauen)
Ergebnis 1:0 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Halle
Heyse
Otto Werkmeister, Horst Blüher
Heinz Schleif, Herbert Rappsilber, Otto Knefler
Walter Schmidt, Günther Imhof, Günter Haase, Gerhard Kulitze, Horst Ebert

Trainer: Fred Schulz

Jena
Rolf Jahn
Harry Heiner, Hans Ziehn
Georg Buschner, Karl Oehler, Dieter Streller
Gerhard Gödecke, Wolfgang Fischer, Gerhard Frank, Siegfried Woitzat, Karl Schnieke

Trainer: Bernhard Schipphorst

Spielbericht

Bester Abwehrspieler verschuldete Niederlage

Es mag für Jena bitter sein, durch ein Selbsttor ihres besten Abwehrspielers Oehler mit 0:1 unterlegen zu sein. Dennoch werden auch die Thüringer bei richtiger Überlegung und Betrachtung des Spielablaufes anerkennen müssen, daß die reifere Klasse und klar herausgespielten Torgelegenheiten auf Seiten der Hallenser lagen. Anzuerkennen die gute Haltung und das bis zum Abschluß unverdrossene Kämpfen der Jenaer. Weniger schön die anfangs übertriebene Härte, die leider auch von Turbine nicht unerwidert blieb, da Schiedsrichter Kober (Plauen) noch der Blick auf das richtige Erfassen und sofortige Unterbinden der versteckten Fouls fehlte. Befremdend wirkte es, daß er nur Turbinespieler verwarnte, auf der Gegenseite alles durchgehen ließ.

Der in den Vormittagsstunden einsetzende Schneefall hatte den Platz in ein Eisparkett verwandelt. Es gehört schon besonders gute Körperbeherrschung und ganz vorzügliches technisches Können dazu, um auf derartigen Plätzen noch so beachtliche Leistungen zu erreichen. Hierfür verdienen alle ein Gesamtlob. Schon nach wenigen Minuten zeichneten sich zwei grundverschiedene Spielsysteme ab. Jena stellte sich mehr auf Torsicherung ein und versuchte, über die schnellen Flügel, wobei Gödecke wesentlich gefährlicher war als Schnieke, zu Erfolgen zu kommen, dagegen bevorzugte Turbine kurzes Zuspiel zu dem am besten postierten Spieler. Dabei schalteten sich Schleif, der trotz Knieverletzung ein großes Spiel lieferte, und Knefler geschickt ein und verstanden es, die gegnerischen Angriffe bereits im Mittelfeld abzufangen und ihre Stürmer mit guten Vorlagen zu bedienen. Bis auf Kulitze, der in Zweikämpfen die nötige Härte vermissen ließ und den Ball zu lange hielt, zeigten alle Stürmer eine erfreuliche Frische und Einsatzbereitschaft. Nur in punkto Schußvermögen und Konzentration gab es noch große Mängel, Imhof glänzte wieder durch technisch gutes Können, und Haase war wieder der spurtschnelle Angriffsspieler, der auch Oehler einigemal das Nachsehen gab. Auch Ebert und Schmidt trugen durch überlegenes Zuspiel und gute Flanken zur Gefährlichkeit wesentlich bei.

Für das gute Abwehrspiel und die Feldüberlegenheit von Turbine ist es bezeichnend, daß Heyse erst in der 67. Minute den ersten gefährlichen Ball zu halten bekam. Einige Minuten darauf kam Jena durch schnelle Vorstöße etwas gefährlich auf, ohne jedoch reife Torgelegenheiten zu erspielen. Es war viel Glück für die Gäste, daß Kulitze, völlig freistehend, aus nächster Nähe verschoß, und auch Haase, Imhof und Ebert gut herausgespielte Chancen infolge ungenauer Schüsse nicht verwerten konnten.

(Otto Kühn in "Die Neue Fußballwoche" vom 17. Februar 1953)