1964/1965 19. Spieltag: SC Motor Jena - SC Empor Rostock 3:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 19. Spieltag
Saison Saison 1964/1965, Rückrunde
Ansetzung SC Motor Jena - SC Empor Rostock
Ort EAS
Zeit So. 14.03.1965
Zuschauer 12.000
Schiedsrichter Rudi Glöckner (Leipzig)
Ergebnis 3:1
Tore
  • 1:0 P. Ducke (5., FE)
  • 1:1 Sackritz (36., FE)
  • 2:1 Knobloch (50.)
  • 3:1 P. Ducke (55., FE)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (rot)
Klaus Heinzel
Diethard Stricksner, Peter Rock, Hilmar Ahnert, Heinz Hergert, Werner Krauß, Rainer Knobloch, Helmut Müller, Peter Ducke, Dieter Lange, Roland Ducke

Trainer: Georg Buschner

Rostock (weiß-blau)
Manfred Schröbler
Dieter Wruck, Kurt Zapf, Helmut Hergesell, Herbert Pankau, Manfred Rump, Wolfgang Wruck, Werner Drews (72. Rote Karte.gif), Gerd Sackritz, Klaus-Dieter Seehaus, Wolfgang Barthels

Trainer: Walter Fritzsch


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Spielbericht

Ein Flügelstürmer von großem Format: Linksaußen R. Ducke!

Drei Foulstrafstöße und ein Feldverweis in einer harten Auseinandersetzung

Erhitzte Diskussionen gab es am Spielende genug. Doch was sollen all die Erörterungen? Die nüchterne Sprache sagt aus: drei Strafstöße, drei korrekte Entscheidungen eines nicht zögernden, entschlossenen Unparteiischen! Zwei für den SC Motor, die beide P. Ducke mit platzierten Schüssen verwandelte - nach Foul von Pankau an Lange und einer Notbremse von Zapf an P. Ducke. Den dritten Strafstoß verwirkte Hergert im Sprung mit angewinkelten Knien und attackierter Faust an W. Wruck. Werner Drews wurde des Feldes verwiesen, nachdem er R. Ducke mit einer Rechten zu Boden gestreckt hatte (72.). Die Skala der Fouls reichte weiter von Rump, W. Wruck, Zapf über Müller, Hergert, als den auffälligsten Sündern. Wir beobachteten wie viele Akteure ohne Skrupel den auf dem schweren Boden dahinstürmenden Kontrahenten in die Beine fuhren, sie zu Boden säbelten. So muss man leider diese Partie zweier unserer führenden Mannschaften zu den unrühmlichsten dieser Saison zählen! Dabei hatten wir gedacht, daß beide nach der Fernsehbegegnung aus der Herbstserie allen Grund gehabt hätten, diese Schatten an dem herrlichen Frühlingstag zu verjagen. Es gibt keinen Zweifel, daß diese harte Note das Spielerische verdrängte, daß die Aktionen nicht unerheblich darunter litten. Doch das war für das ungenügende Angriffsspiel der Ostseestädter keine Entschuldigung. Zu solch schnellen raumgewinnenden Passagen, wie Jena in den ersten 25 Minuten und in der letzten halben Stunde, fand der SC Empor an diesem Tag nie! Dazu zögerte man im Mittelfeld oft zu lange mit dem Abspiel, rückten Pankau wie auch Seehaus nicht schnell genug auf. W. Wruck, Sackritz quirlten wohl viel vorn herum, waren fleißig, einsatzfreudig, aber das blieb ohne die erhoffte Wirkung. Zu unklug war das ganze Sturmspiel angelegt, immer wieder zu kurz und ohne Raumgewinn, immer wieder den Jenaern Gelegenheit zum Zerstören bietend. Jena erspielte sich eindeutig den Sieg mit Vorteilen in der Abwehr wie im Angriff. Solche Blößen im Deckungszentrum wie beim SC Empor gab es nicht. Hier ein kluger, energischer, fixer Rock, dort Senior Zapf, der auf dem schweren Boden die ungenügende Antrittsschnelligkeit durch seine Routine nicht wettmachen konnte, der in Zweikämpfen mit P. Ducke mehr als einmal das Nachsehen hatte. Das konnten auch Rump, Hergesell, D. Wruck nicht immer ausbügeln. Und im Angriff war es nur Barthels, von dem Impulse zum modernen Spiel ausgingen. Wie er in der ersten Hälfte am Flügel durchmarschierte und Gefahrenmomente schuf, das gefiel. Aber da war keiner, der mit ihm am gleichen Strang zog. Als Drews merkte, daß es nicht klappen wollte, gingen ihm offensichtlich die Nerven durch. Der Mann der dem Jenaer Spiel die Glanzlichter aufsetzte, der ihm den Zuschnitt gab, war der kluge, ungemein fleißige, technisch brillante R. Ducke. Als er 50 Sekunden nach Spielbeginn einen Flügellauf zur Grundlinie startete, diesen mit einer Musterflanke abschloß, äußerte DFV-Beobachter Horst Sockoll: Das kann einen begeistern! So muß ein Flügelstürmer durchziehen! Von diesem Format hatten wir aber in Jena nur einen Flügel! Das war auch das Handikap für Jenas Spiel, namentlich in der ersten Hälfte. Da blieb Knobloch starr in der Deckung, rückte kaum auf, zog sich Müller auf die verwaiste Flügelposition zurück, blieb hier aber recht inaktiv. Unverständlich war uns, warum Knobloch erst nach der Pause nach vorn aufrückte, warum sich Jena von vornherein so über 45 Minuten eines Flügels braubte

(Wolf Hempel in "Neue Fußballwoche" vom 16. März 1965)