1989/1990 03. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 3. Spieltag
Saison Saison 1989/1990, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Fr. 01.09.1989 18:00 Uhr
Zuschauer 4.700
Schiedsrichter Wolfgang Schneider
(Eisenhüttenstadt)
Ergebnis 2:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Perry Bräutigam
Heiko Peschke
Ronald Szepanski, Olaf Holetschek, Udo Fankhänel
Stefan BögerGelbe Karte.gif, Michael StolzGelbe Karte.gif (73. Robby Zimmermann), Jürgen Raab, Henning Bürger
Heiko Weber, Sylvio Hoffmann (81. Jens-Uwe Penzel)

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Halle
Jens Adler
Karsten Neitzel
Uwe Lorenz, Giesbert Penneke, Volker Wawrzyniak
Thomas Klein, Jan Rziha, Rene Tretschok
Uwe Machold (59. Frank Wiermann), Lutz Schnürer, Lutz Schülbe

Trainer: Karl Trautmann

Spielbericht

Im hohlen Kreuz

Freudvoller Fußball? Fehlanzeige! Lustgewinn aus der Tiefkühltruhe der Erwartungen war angesagt. Jena baute den Schmerz des 0:4-Punktestarts durch Kampf ab. Was sonst, angesichts der fehlenden Lesser, Zipfel, Röser, Ludwig, Meixner (alle verletzt) und Sträßer (disziplinarische Trennung) sowie des schleichenden Giftes der allgemeinen Verunsicherung. Schottisch-geizig im Spieltechnischen, englisch-rigoros in Zweikämpfen und andauernd willensstark, so wuchteten die Gastgeber das 2:0 heraus - Balsam für Gestreßte! "Ich weiß, daß spielerisch vieles daneben ging. Aber heute mußten wir mit allen Mitteln punkten, was sonst!" Lothar Kurbjuweit relativierte selbst das Gesehene, das die Klubverantwortlichen und die Akteure vor allem vor schweißtreibende Arbeit stellt. In der Freitagabendverfassung war Jena eigentlich für keinen Sieg gut (Bräutigam, Holetschek und Peschke ausgenommen)!

Das macht deutlich, wie Halle spielerisch unter der Gürtellinie blieb. Durch das Fehlen des verletzten Wosz blieb durchdachtes, ideenreiches, präzises Mittelfeldspiel auf Tretschok beschränkt. Alle anderen kamen aus dem hohlen Kreuz nicht heraus. Natürlich jubelte Jena ob der Großtat von Bräutigam in der 69. Minute, als er Schnürers 14-Meter-Schuß noch meisterte und das 1:1 verhinderte. Fassungslosigkeit, und das zu Recht, dagegen bei den Gästen, denn diese Hundertprozentige kam nicht wieder. Im HFC-Spiel steckten weder Aggressivität (im Tempodruck) noch Durchsetzungsvermögen (im Zeiss-Strafraum). Optisch nahm sich manches besser aus, aber der Mensch ißt schließlich nicht nur mit den Augen...

(Günter Simon in "Die Neue Fussballwoche" vom 5. September 1989)