2009/2010 04. Spieltag: FC Erzgebirge Aue - FC Carl Zeiss Jena 0:0: Unterschied zwischen den Versionen

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
Zur Navigation springen Zur Suche springen
 
Zeile 28: Zeile 28:
 
:Najeh Braham, Alban Ramaj (90. Manuel Hiemer)
 
:Najeh Braham, Alban Ramaj (90. Manuel Hiemer)
  
Trainer: Rico Schmitt
+
Trainer: [[Rico Schmitt]]
 +
 
 
{{Spielkleidung
 
{{Spielkleidung
 
  | pattern_b  = fccwhite0910
 
  | pattern_b  = fccwhite0910

Aktuelle Version vom 8. Oktober 2019, 18:55 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 4. Spieltag
Saison Saison 2009/2010, Hinrunde
Ansetzung FC Erzgebirge Aue - FCC
Ort Erzgebirgsstadion in Aue
Zeit Sa. 15.08.2009 14:00
Zuschauer 11.400
Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer
(Sigmertshausen)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Aue
Martin Männel
Pierre le Beau, René Klingbeil, Thomas Paulus, Sven Schaffrath
Daniyel Ciemen (62. Bashiro Gambo), Sven Müller (72. Nico Klotz), Marco Stark, Skerdilaid Curri
Najeh Braham, Alban Ramaj (90. Manuel Hiemer)

Trainer: Rico Schmitt

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Jan-André Sievers, Tim Petersen, Marco Riemer, Carsten Sträßer
Jens Truckenbrod, Sebastian Hähnge, Torsten ZiegnerGelbe Karte.gif, Timo Nagy
Salvatore AmiranteGelbe Karte.gif (86. René Eckardt), Orlando Smeekes

Trainer: René van Eck

Spielbericht

Truckenbrod wartet noch
Nach einem 0:0 in Aue geht der FCC ungeschlagen ins Thüringen Derby

Es ist ein friedlicher Samstagmorgen im Süden Leipzigs. Aus verschiedenen Richtungen treffen Fans des FC Energie Cottbus, der SG Dynamo Dresden und des FC Carl Zeiss Jena aufeinander. Noch ist alles friedlich, aber noch sind alle etliche Schritte voneinander entfernt. Bis zum Zusammentreffen fehlen jetzt nur noch wenige Meter. Die Arme gehen nach oben – dann ist es soweit:
High Five und
„Hi!“
„Hi!“
„Alles klar?“
„Ja, und bei Euch?“
„Auch. Starten?“
„Klar, auf nach Aue!“
Gesagt, getan – und so starteten wir zu fünft in dieser ungewöhnlichen Zusammensetzung den Trip hinter die 7 Berge, geeint im Bestreben, die BSG Leonhardt Aue verlieren zu sehen.

Das gestrige Spiel der Lausitzer in Duisburg war recht schnell besprochen und unser Dresdner Mitreisender beschrieb sein Hoffen, die SGD-ler würden sich morgen in München ein Beispiel am Vorwochenspektakel des FCC nehmen. Wir rollten also gemächlich über die Bundesstraße und landeten alsbald bei einem Thema, das typischer nicht sein kann, wenn sich Anhänger dreier „Ostvereine“ zu einem „Ostderby“ (merken denn unsere medialen Spiele-Erklärer eigentlich irgendwann mal, daß man die Besonderheiten solcher Spiele auch ohne inflationierte „Ost“-Vorsilbe erklären kann?) auf den Weg machen: Das ungebremste, wirtschaftswunderliche Sprießen von Nagel-Studios hinter fast jeder Pommes-Bude in Sachsen und eine mögliche Typisierung ihrer Betreiberinnen. Staunend und mit offenem Mund vernahmen wir von einem unserer Mitreisenden sogar Insidergeschichten über sein zeitweises Dasein als Nagel-Modell und Übungsobjekt für „Nageldesignerinnen“ während deren Ausbildung …
So sind sie halt, die „bösen Ost-Fans“ auf dem Weg zum „Ost-Derby“. Später amüsierten wir uns noch köstlich über die Wahlplakate jener Partei, die unter das Bildnis eines nuckelnden Babys die Worte „Wegen Dir“ drucken ließ. Wir empfahlen, statt Wahlplakate zu kleben, doch lieber gelegentlich einen Grammatik-Kurs zu besuchen. Das wäre dann mal wirklich gute Bildungspolitik.

Dann sahen sich die Menschen am Wegesrand plötzlich alle immer ähnlicher (wie eine große Familie sozusagen), trugen komische lilafarbene Hemdchen mit Namen wie Mandy und Rene auf dem Rücken und verständigten sich in einer uns unbekannten Lautsprache – wir waren also in Aue angekommen. So suchten wir uns ein sonniges Plätzchen, um bei Speis und Trank noch ein paar amüsante Beobachtungen über dieses putzige Bergvolk anzustellen. Auf dem Wege dorthin gestaltete sich die Kommunikation mit den Eingeborenen schwierig, denn der Sinn des uns immer wieder entgegengerufenen „Ouu-Häe“, manchmal auch „Uhä“ oder nur „Uhh“ bzw. nur „Hää“ erschloß sich uns nur unvollständig. Auch von unserem lauschigen EDEKA-Picknick-Plätzchen aus konnten wir gar herrlich Spannendes beobachten: Aues vermeintliche Kartoffelkönigin, die mit schwarzem Frotteehemdchen und schwarzer Ballonseide-Hose mehrfach vor uns auf und ab flanierte, wurde dabei nur noch übertroffen von jener leicht unförmigen Frauengestalt, die ihre grausigen Bermuda-Shorts stilsicher mit granitgrauen Polyester-Socken samt braunen Kunststoff-Sandalen kombiniert hatte. Und wie fürchterlich adipöses Mannsvolk in lilafarbenen Trikots aussieht, muß ja wohl nicht weiter thematisiert werden.

Wir zogen also stadionwärts, ergatterten noch eine Einladung zu Thowis demnächst stattfindender Comic-Präsentation in der Leipziger Moritzbastei und bestaunten beim Passieren des Gästeeingangs unglaublich häßliche Tattoos an nicht minder häßlichen Security-Schönheiten. Dann nahmen wir unsere Sonnenplätze ein und erfreuten uns daran, daß weit über 1.000 Gute herbeiströmten, um dem Spitzenreiter dabei zuzusehen, wie er auch Fuße der Abraumhalden ungeschlagen bleiben würde. Die Spieler der BSG Leonhardt schienen jedenfalls gehörigen Respekt vor der Tormaschine aus Thüringen zu haben und hatten im Training wohl immer wieder verblüffende Laufwege geübt, mit denen sie den Gegner überraschen wollten. Nur mit der Merkfähigkeit waren einige Auer Spieler wohl recht schnell an ihre Grenzen gestoßen und so hatten sie die eingeübten Laufwege mit brauner Farbe auf den Rasen des OGS gepinselt. Clevere Burschen eben.

Bei gefühlten 50 Sonnengraden pfiff Dr. Fleischer dann an und in Jenas Startelf befanden sich diesmal Hähnge und Petersen für Eckardt und den verletzten Lanzaat. Erste Akzente setzten die Einheimischen und nachdem Amirante einen Freistoß recht ungeschickt zur Ecke abwehrte, mußte Nulle nach dieser energisch per Faust klären. (2.) Fünf Minuten lang wirkten die Unseren recht unsortiert und hatten erst danach ihre erste offensive Aktion, als sie über links mit Hähnge und Sträßer angriffen, dessen Flanke aber zu nah am Tor landete. (6.) Nach 8 Minuten sollte Amirante ein Ellenbogencheck angedichtet werden, wir aber erfreuten uns an froher Kunde aus dem Tabellenkeller, die uns zu gleicher Zeit erreichte. Jetzt folgte das gefühlte Standard-Programm der ersten Halbzeit: Freistoß Aue, Jena klärt zur Ecke. (11., 12.) Gefahr drohte dann bei einem langen Auer Paß in die Spitze, aber Sträßer erledigte seinen Job souverän und klärte. (16.) Dann gab es sogar mal 3 halbwegs vernünftige Jenaer Offensiv-Aktionen zu bestaunen. Erst schoß Amirante von links zu schwach, dann verhedderte sich Hähnge an der Strafraumlinie und am Ende vergab erneut Amirante, als er in aussichtsreicher, zentraler Position schön freigespielt war. (17., 18., 19.) Dennoch reichten diese Aktionen nicht, unserem Spiel die dringend notwendige Ruhe und Ordnung zu vermitteln. Erst nach 23 Minuten erreichten Orlando auf rechts die ersten verwertbaren Anspiele, aber zweimal hintereinander war er zu verspielt, um mehr daraus zu machen. Dann wurde Amirante gefoult und Ziegner brachte den Ball von links nach innen. Der erreichte auch unser italienisches Goldköpfchen, sein Kopfball landete jedoch bei Männel. (26.) Nach gut einer halben Stunde hatten die lila Bergziegen deutlich mehr vom Spiel, während die Fans von Thüringens ewiger Nummer 1 erstaunt bemerkten, daß Orlando bis dahin völlig indisponiert erschien. Allerdings war bei den wenigen Jenaer Angriffen die rechte Seite auch so eine Art ungeliebtes Stiefkind.

Zwischen Minute 32 und 40 schien es, die Ruhmreichen könnten ihre Lethargie ablegen und tummelten sich ein wenig häufiger am und im Auer Strafraum – allein der Nutzen strebte gegen Null. Doch dann in Minute 40 bediente Ziegner wunderbar und zuckersüß Orlando auf der rechten Seite. Der ist zwar sprintend nicht aufzuhalten, aber seine flache Hereingabe ist reichlich uninspiriert und landet sicher in Männels Armen. Nur 60 Sekunden später griffen die Gastgeber über links an und als die abschließende Flanke nach innen schwebte, sah sich Nulle ganz allein zwei Auern gegenüber. Vor dem unaufhaltsam herausfegenden Jenaer Torwächter wollte sich Curri ängstlich zu Boden werfen, wurde dabei vom Ball am Kopf getroffen und von da ging dieser knapp am Jenaer Tor vorbei. Kurz danach trat Ziegner einen harmlosen Freistoß und der nächste Angriff der Einheimischen lief über rechts. Einen weiten Flankenball nahm elendige Provokateur Braham direkt und Nulle klärte sensationell. Dies hätte er aber nicht gemußt, denn das Abseitsfähnchen flatterte unübersehbar an der Außenlinie. In der letzten Minute der ersten Hälfte kombinierten die Guten dann nochmals über Amirante und Hähnge. Als Letzterer gefoult wurde, versemmelte Ziegner allerdings den Freistoß aus guter, zentraler Position.

Nach der vermutlich schwächsten Saisonhalbzeit ging der FCC mit einem 0:0 in die Kabine und begab sich dort wohl auf die Suche nach seinem Selbstvertrauen, welches einem als Tabellenführer durchaus zusteht. Auf den Rängen herrschte derweil Rätselraten, warum Orlando, rechts agierend, bis dato unsichtbar geblieben war. Aber Nullnull nach 45 Minuten in Aue war ja schon mal ein ganz neues Gefühl für die geplagte Jenaer Fan-Seele.

Doch in der Halbzeitpause wurde es dann für alle Zuschauer und vor allem Zuhörer ganz, ganz bitter. Als der Auer Mikrofon-Pausenclown einen „musikalischen Leckerbissen der besonderen Art“ ankündigte, hätte man ahnen können, daß Ohropax jetzt eine super Einnahmequelle hätte werden können. Angepriesen wurde eine angeblich gesangliche Darbietung von Kathrin Frenzel aus Aue. Zu vernehmen waren danach absurd peinliche Geräusche, die in einem „FCEhhh – Du bist okehhh!“ gipfelten, welches in etwa die klangliche Qualität eines seit Jahrzehnten ungeölten und nun erstmals wieder bewegten Schrankscharniers hatte. Kein Wunder, daß amnesty international alljährlich über Menschenrechtsverletzungen auch in Deutschland berichtet. Dagegen war selbst das monoton langweilige „Lalalalalalalalalalalalalalalalalala“ mit dem ein Teil der Jenaer Fans fast 90 Minuten lang seine Umstehenden malträtierte ein Wohlklang – und das will was heißen. Zum Glück habe ich einen Weitgereisten neben mir, der mir die Zeit mit Geschichten aus Baku vertreibt, aber dafür mit dem ungesehenen 6:0 einen nach meiner Meinung deutlich zu hohen Preis bezahlt hat …

Dann begann auch schon Halbzeit Zwei und damit die Zeit, in der sich unser Sportfreund Truckenbrod den Titel „Mister Rückenlage“ (das Copyright liegt bei unserem Dresdner Begleiter) verdiente. Erstmals zu bewundern war dies nach 47 Minuten, als der Jenaer Mittelfeldmann eine Ziegner-Flanke nach Zuspiel von Hähnge überhastet aufnahm und am Tor vorbei setzte. Dann war wieder Aue am Zug, erhöhte das Eckenverhältnis auf 8:0, aber Nulle ließ nix anbrennen. (51.) Zwei Minuten später eroberte sich Ziegner energisch die Murmel und paßte sie wunderschön zu Orlando, diesmal auf links. Aber erneut war dessen Hereingabe ungewohnt schwach, da muß einfach mehr passieren! Ab Minute 55 entschloß sich Herr Fleischer dann, fast jeden noch so harmlosen Zweikampf mit Freistoß pro Wismut zu ahnden, was dem eh schon bescheidenen Spielfluß zusätzlich schadete. Nur im umgekehrten Fall zeigte sich der Mann aus Sigmertshausen immer wieder großzügig. Kein Wunder also, daß selbst Riemers Kopfball nach Freistoß-Hereingabe Nagys abgepfiffen wurde. (57.) Da die Richtigen jetzt aber um mehr Offensiv-Aktionen bemüht waren, kam auch orlando mehr ins Spiel. Zunächst wurde er von Amirante bedient, seine Flanke landete aber wiederum bei Männel. (58.) Auch die folgende Aktion sollte über Orlando laufen, nun jedoch versprang ihm der Ball. Kurz danach profitierte Hähnge von einem Fehler der Auer Hintermannschaft, war plötzlich links frei und brachte doch keine gescheite Flanke zustande. Dann endlich, nach einer Stunde, setze sich Orlando pfeilschnell auf links durch und paßt quer zu Truckenbrod. Der steht 15 Meter mittig vor dem Tor, hat Zeit, das Spielgerät anzunehmen und trifft aus ausgezeichneter Position den einzigen noch vor ihm postierten Verteidiger – Eckball statt Führung. Diese tritt Ziegner und es hätte nicht viel gefehlt, daß Riemer per Kopf einnetzt. So nutzt Männel mal wieder die Gelegenheit, gegen Amirante zu schauspielern und zu provozieren. Auch den folgenden Angriff startet der FCC, jetzt über die linke Seite mit Sträßer. Der bedient Nagy und nach dessen Flanke ist Männel ganz knapp vor Amirante am Leder. (63.) Es vergehen 5 Minuten bis zur nächsten Jenaer Ecke, die diesmal von Nagy getreten wird. Der Ball wird abgewehrt und landet an der Strafraumgrenze bei? Richtig, bei Truckenbrod! Jetzt versucht er es direkt, haut den Ball allerdings erneut über den Kasten.

Langsam aber sicher scheint der FCC das Spiel jetzt in den Griff zu bekommen und auf seine eine, vielleicht alles entscheidende Chance zu lauern. Leichtes Kribbeln, als der Ball nach Foul an Hähnge in Minute 74 ca. 25 Meter zentral vor dem Auer Kasten zum Freistoß bereit liegt. Ein Fall für Orlando? Ja! Orlando zieht erneut scharf und flach ab, eine Lücke in der Auer Mauer tut sich jedoch nicht auf. 12 Minuten vor dem Ende kommt der FCC erneut über links und erhält nach Hähnges abgewehrter Flanke von der Grundlinie einen Eckball. Nagy tritt, Ziege bekommt den abgewehrten Ball und setzt diesen leider auch nur über das Tor. Dann, nach 81 Minuten, schaltet erneut der nun (reichlich spät) erwachte Orlando den Turbo ein und ersprintet links einen weiten Ball. Feiner Rückpaß zu? Truckenbrod! Schuß! Drüber! Also versucht es Orlando eine Minute später erneut, setzt sich durch und flankt auf Amirante. Aber inzwischen hat sich Herr Fleischer entschieden, jede Aktion des Jenaer Stürmers schon aus Prinzip abzupfeifen. Van Eck sollte Salvatore erlösen. Tut er aber nicht und so sprintet der 4-Tore-Mann einem weiten Abschlag Nulles hinterher und verletzt sich in dieser übel aussehenden Szene. (85.) Es folgt Aues letztes Aufbäumen, immer wieder unterstützt durch kuriose Fleischer-Pfiffe, aber Jenas Abwehr hat ihren Namen heute verdient.

So bleibt es am Ende beim verdienten Remis zweier weiterhin ungeschlagener Teams. hätte der FCC zum Ende hin mutiger und konzentrierter agiert, wäre vielleicht auch mehr drin gewesen. Aber wer klagt schon über ein zu Null, wenn er eine 15-Tore-Last aus den letzten 3 Spielzeiten mit sich rumschleppt. Und Truckenbrod? Hat heute vermutlich mehr Distanzschüsse abgegeben, als der FCC in der gesamten vergangenen Saison – da hätte er eigentlich eine (Tor-)Belohnung verdient gehabt, schade! Aber vermutlich hat er sich die für den kommenden Sonntag aufgehoben, wenn Neu-Cheftrainer Thomas Köhler samt seinem Team im EAS erscheint - auch gut!

Nur der FCC!
YNWA --Kopfnuss