2010/2011 15. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SV Babelsberg 03 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 15. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung FCC - SV Babelsberg 03
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 06.11.2010 14:00 Uhr
Zuschauer 4.144
Schiedsrichter Florian Benedum (Mehlingen)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Sören Eismann, Moses Sichone, Alexander Voigt, Ronny Nikol
Tobias Kurbjuweit (56. Orlando), Jens Truckenbrod, Ralf SchmidtGelbe Karte.gif, Josip Landeka (63. André Luge)
Sebastian Hähnge, Christian Reimann (77. Exaucé Mayombo)

Trainer: Wolfgang Frank

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Babelsberg
Marian Unger
Kai Bastian EversGelbe Karte.gif, Marcus Hoffmann, Joan Oumari, Robert Paul
Tom Schütz, Almedin Civa (70. Julian Prochnow)
Guido Kocer, Anton MüllerGelbe Karte.gif, Anton Makarenko (56. Nicolas HebischGelbe Karte.gif)
Dominik Stroh-Engel (56. Süleyman Koc)

Trainer: Dietmar Demuth

Spielbericht [1]

Ab und an stöbern auch die Autoren selbst in alten Spielberichten. So geschehen letzte Woche. Saison 2007/2008, eine Liga höher. Nach einer 0:1-Heimniederlage schrieb ich damals: "Es ist ja nicht so, dass der FC Carl Zeiss weit weg wäre von der Musik. Sieben der neun Niederlagen fielen mit einem Tor Differenz aus ! Doch gerade das macht die Saison so frustrierend." Als Außenseiter nah dran an einem Punktgewinn, ging die Zeiss-Elf dann doch meist leer aus. Und holte gegen Mitbedrohte häufig nur einen Zähler, wo es deren drei hätten werden müssen. Der berühmte Schalter, er wurde nie richtig umgelegt. Nimmt man zudem den Trainerwechsel im ersten Viertel der Saison hinzu, ergeben sich schaurige Parallelen zur aktuellen Situation. Schaurig deshalb, weil Jena vor zweieinhalb Jahren als Tabellenletzter abstieg.

Mit Babelsberg war nach Bremens U23 zum zweiten Mal in Folge ein Kontrahent im Kampf um den Klassenerhalt zu Gast. Sicherheit war bei beiden Mannschaften oberstes Gebot und so musste sich das Publikum schon am Anfang mit wenig zufrieden geben. Ein ausnahmsweise mal schnell und direkt gespielter Ball, der zum Mitspieler kommen sollte, aber im Aus landete, wurde ebenso beklatscht wie ein Angriff über rechts, bei dem die Flanke im Niemandsland ankam. Nach einer Viertelstunde hatten die Gäste einmal aufs Tor geschossen, ohne damit Gefahr zu erzeugen. Die Einheimischen noch gar nicht. Dabei waren sie weitaus häufiger am Ball, was aber auch daran lag, dass der SV augenscheinlich kein Interesse daran hatte, die Initiative zu übernehmen. So, als hätte es sich herum gesprochen, dass den Jenaer Spielern im Laufe von neunzig Minuten eigentlich immer individuelle Patzer unterlaufen, auf die der Gegner nur zu warten braucht. In der 26. Minute war es wieder soweit. Eismann vertändelte leichtfertig einen Ball vor dem eigenen Strafraum, in dessen Folge Civa aus 25 Metern abzog, Nulle damit aber vor kein echtes Problem stellte.

Nach einer halbe Stunde hatte Babelsberg seine Torschussbilanz also auf zwei erhöht. Und Jena ? Beförderte einen Freistoß direkt in die gegnerische Mauer hinein - etwas, was in einem Spielbericht ansonsten nichts zu suchen hat, aber einen echten Torschuss gab es schließlich immer noch nicht. Als Kurbjuweit der nächste Ballverlust in der Vorwärtsbewegung unterlief, bügelte Alexander Voigt gegen Stroh-Engel aus. Da waren schon 43 Minuten gespielt. Ein Freistoß von Schütz ans Außennetz (45.) erhöhte die Torschussbilanz der Gäste auf drei. Die der Jenaer blieb bis zur Pause in der Null stecken. Nicht einmal einen Eckball hatten sie herauszuholen vermocht. Die desolate Vorstellung bis dahin lag in diametraler Diskrepanz zur akribischen Vorbereitung mit Mini-Trainingslager und gemeinsamer Übernachtung im Hotel, mit der man im Hinblick auf das Spiel störende Einflüsse von außen fern zu halten gedachte. Nunja.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff verloren die Filmstädter nach einem Freistoß den Ball. Über Reimann und Hähnge gelangt der Ball zu Landeka, mit dessen Hereingabe Gästekeeper Unger seine Schwierigkeiten hat. Jens Truckenbrod kommt einen Moment zu spät, um erfolgreich abstauben zu können - aber da war sie, die allererste Torgelegenheit für den FCC nach 51 Minuten ! Sebastian Hähnge probiert es vier Minuten später gleich wieder, sein Schuss aus der Drehung wird jedoch abgeblockt. Und weitere vier Minuten darauf versucht er einem Truckenbrod-Freistoß die entscheidende Richtungsänderung zu geben, wieder ohne Erfolg. Doch jetzt ging etwas für die Gastgeber. Erst recht, als Orlando den ob seiner Auswechslung sichtbar angesäuerten Kurbjuweit ersetzte. Der schnelle Holländer rückte auf die rechte Seite, blieb aber nicht lange dort, weil mit Luge wenig später die nächste Offensivkraft für rechts außen ins Spiel gebracht wurde. Der Youngster zögerte nach 73 Minuten einen Tick zu lang mit dem Torschuss - von der linken Seite heranfliegende Gegenspieler ließen ihn dann am rechten Pfosten vorbei schießen. Doch vom Engagement her schien jetzt eine ganze andere Mannschaft auf dem Platz. Man muss sich schon fragen, weshalb sie zum wiederholten Mal derart lethargisch ein Spiel beginnt und erst nach der Halbzeitansprache kämpferische Akzente setzt. Während die Gäste mit Eckbällen oder Freistößen wenig, aus dem Spiel heraus keine Gefahr mehr herauf beschworen, hob sich Jena die beste Gelegenheit des gesamten Spiels für die Schlussminute auf. Ausgangspunkt ist Orlando, der energisch nach innen zieht, sein straffer Schuss setzt noch mal auf. Unger lässt wieder nach vorn abklatschen. Der Ball springt dem eingewechselten Mayombo entgegen, der steht unbedrängt zentral vor dem Tor und schlägt fast vom Elfmeterpunkt aus ein Luftloch über den Ball ! Unfassbar. Lieber Exauce, du hast uns mit deinem Last-Minute-Tor gegen Erfurt mal viel Freude bereitet, aber nach dem Auslassen DIESER Chance ist der Kredit dafür aufgebraucht. Wer solche Möglichkeiten ungenutzt verstreichen lässt, holt zwangsläufig gegen Mitbedrohte höchstens einen Punkt, wo es deren drei hätten werden sollen...

Ein Trainer-Haudegen wie Wolfgang Frank weiß nur zu gut, dass es in der aktuellen Situation fatal wäre, das eine Halbzeit lang unterirdische Spiel seiner Jungs öffentlich zu sezieren und das letzte bisschen Selbstvertrauen auf die Art kaputt zu reden. Mit der Aussage "Es war ein sehr intensives Spiel, das hat Spaß gemacht" schoss er aber wohl ein bisschen übers Ziel hinaus, dürfte sich mit dieser Meinung jedenfalls in nicht allzu großer Gesellschaft befinden. Die meisten der noch gut viertausend Besucher verließen das Stadion mit einer Mischung aus Verärgerung und Frustration.

--Frank Cichos

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.