2013/2014 Thüringischer Landespokal Finale: FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt 5:0

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Spieldaten
Wettbewerb Thüringen-Pokal, Finale
Saison Saison 2013/2014
Ansetzung FCC - FC Rot-Weiß Erfurt
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Mi. 14.05.2014 17:30 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Eugen Ostrin (Eisenach)
Ergebnis 5:0 (2:0)
Tore
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oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Jena
Tino Berbig
Florian Giebel, Marius Grösch, Justin Gerlach, Marcel Schlosser
Tino Schmidt, Sören Eismann (81. Matthias Peßolat), Tom Geißler, Patrick Milchraum (68. Gramoz Kurtaj)
Dominik Bock (63. Sebastian Fries), Andis Shala
Trainer: Lothar Kurbjuweit
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Erfurt
Philipp Klewin
Luka Odak, André Laurito, Stefan Kleineheismann, Rafael Czichos
Andreas Wiegel, Marco Engelhardt, Kevin Möhwald, Christopher Drazan (57. Marius Strangl), Simon BrandstetterGelbe Karte.gif (78. Jonas Nietfeld)
Carsten Kammlott
Trainer: Walter Kogler

Spielbericht

Einen Tag nach dem 111-jährigen Vereinsjubiläum schlägt unser FCC den favorisierten Drittligisten Rot-Weiß Erfurt im Finale des KÖSTRITZER Landespokals und siegt klar und deutlich mit 5:0. Durch eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung gelang damit im 99. Aufeinandertreffen beider Mannschaften der höchste Derbysieg seit dem 7. Mai 1983. Damals siegte der FCC mit Spieler Lothar Kurbjuweit unter Trainer Hans Meyer im Ernst-Abbe-Sportfeld sogar mit 6:0.

8 Minuten waren im Ernst-Abbe-Sportfeld gespielt, als sich die erste Torchance für den FCC ergab. Tom Geißler schickte auf der linken Seite Patrick Milchraum mit einem langen Ball auf die Reise. Obwohl das Spielgerät auf dem nassen Rasen nicht wirklich langsamer wurde, erreichte Milchraum es noch vor der Grundlinie und brachte die Flanke in den Rücken der Abwehr. Tino Schmidt erwischte die Kugel als Erster, verzog jedoch aus rund 12 Metern halblinke Position recht deutlich. 5 Minuten später belohnte sich der FCC für eine engagierte Anfangsphase mit dem frühen Führungstreffer: Andis Shala verlängert einen langen Einwurf von Florian Giebel auf Sören Eismann. Der Mittelfeldspieler, der bereits im Halbfinale gegen Meuselwitz den Treffer zum 1:0 erzielte, fackelt nicht lange. Er zieht aus 12 Metern mit dem linken Fuß ab. Der Schuss wird noch abgefälscht und landet dann unhaltbar für Philipp Klewin im Tor der Rot-Weißen. Gästestürmer Simon Brandstetter hatte in der Folgezeit die erste echte Torchance für Erfurt. Er kommt rund fünf Meter vor Tino Berbig relativ frei an den Ball. Der Jenaer Keeper kommt aus seinem Tor heraus und hält den Schuss klasse (18.). 22 Minuten waren gespielt, als Marcel Schlosser auf der linken Abwehrseite einen starken Einsatz zeigt und den Ball erobert. Über Shala im Zentrum wird der Ball weitergeleitet auf Dominik Bock auf die rechte Mittelfeldseite. Von der Grundlinie legt Bock zurück auf Florian Giebel, der seinen Gegenspieler mit zwei, drei Haken schwindlig tanzt und dann trotzdem noch die Übersicht hat, den Ball ins Sturmzentrum weiterzuleiten. Dorthin ist inzwischen Andis Shala geeilt und vollendet aus Nahdistanz zur vielumjubelten 2:0-Führung. In der Folgezeit herrschte im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld eine tolle Stimmung. Die Fans in allen Blöcken feuerten ihre Blau-Gelb-Weißen an und peitschten sie nach vorne. Fernschüsse des Erfurters Kammlott (24.) und des Jenaers Schlosser (26.) konnte die gegnerischen Torhüter jeweils entschärfen. Auch bei Kammlotts Kopfball nach einer Flanke von der linken Seite kam keine Gefahr auf. Der Kopfstoß flog über die Querlatte (28.). RWE war vom couragierten und einsatzfreudigen Auftreten des FC Carl Zeiss Jena sichtlich überrascht und tat sich nach dem 0:2-Rückstand zunächst schwer, ins Spiel zurückzufinden. Und wenn sie doch einmal aufs Jenaer Tor zuliefen, stand dort ja noch der bärenstarke Tino Berbig. Wie in Spielminute 32, als Carsten Kammlott Florian Giebel kurzfristig entwischt war, der Jenaer Schlussmann aber mit vollem Körpereinsatz klären konnte. Nach kurzer Behandlungspause ging es für den Keeper glücklicherweise weiter. 6 Minuten vor der Pause musste er erneut sein Können unter Beweis stellen. Zunächst klärt er einen Fernschuss von Wiegel zur Ecke. Im Anschluss an diese legt Brandstetter die Kugel auf Engelhardt ab. Dessen Schuss aus 8 Metern fehlt jedoch die Genauigkeit – der Ball fliegt über die Querlatte (39.). Wenig später klärt Marius Grösch stark gegen Wiegels Schussversuch, der zuvor von Brandstetter in Szene gesetzt wurde (40.). Erfurt drängte zum Ende der ersten Halbzeit auf den Anschlusstreffer, doch der FCC konnte die 2 Tore-Führung mit viel Kampfgeist und Einsatz in die Halbzeitpause retten. Unmittelbar vor dieser hatte Kammlott noch einmal die Chance auf einen Treffer. Auf der rechten Angriffsseite können die Erfurter den Ball behaupten und dann auf ihren erfolgreichsten Torschützen querlegen. Dieser verzieht aus halbrechter Position jedoch deutlich (45. +2).

Beide Mannschaften gingen personell unverändert in die 2. Halbzeit. Rafael Czichos besaß für die Erfurter die erste Möglichkeit in den zweiten 45 Minuten. Im Anschluss an eine Flanke von Drazan kommt er im Bereich des Fünfmeterraums recht frei zum Abschluss, doch auch ihm fehlt die Präzision im selbigen (49.). Eine Minute später sieht Andis Shala auf der Gegenseite den startenden, nicht im Abseits stehenden Patrick Milchraum. Dieser läuft mit dem Ball am Fuß bis zur Grundlinie und legt dann überlegt zurück auf den mitgelaufenen Tino Schmidt. Seine Ballannahme dauert zu lange, so dass sich nur ein unpräziser Schuss mit dem linken Fuß entwickelt (50.). Drei Minuten später erscheint eben jene Zahl auf der Anzeigetafel – und zwar neben dem Wappen unseres FCC. Ursprung war ein Freistoß aus 17 Metern Torentfernung. Patrick Milchraum läuft über den Ball. Tom Geißler läuft an und schießt die Kugel durch die undichte Erfurter Mauer hindurch ins Tor – 3:0 (53.). Keine 120 Sekunden später macht Andis Shala den Deckel drauf: Nach einer toll getimten Flanke von der rechten Seite erreicht Andis Shala im Erfurter Strafraum den Ball und befördert diesen im Fallen in die Maschen. 4:0, in Worten: Vier zu null (55.). Unglaublich, Wahnsinn, einfach klasse! Als nach 66 Minuten der linke Pfosten einen Fernschuss von Wiegel für den erstmals an diesem Nachtmittag geschlagenen Berbig klärte und der Jenaer Schlussmann auch den Nachschuss von Brandstetter festhalten konnte, zweifelte endgültig niemand mehr ernsthaft am Pokalerfolg des FC Carl Zeiss Jena. Doch wer dachte, die als Kollektiv auftretende Mannschaft in den richtigen Farben hatte bereits genug, irrte sich. Nach einer Flanke von Marcel Schlosser von der linken Seite steht der drei Minuten zuvor eingewechselte Gramoz Kurtaj goldrichtig und vollendet aus Nahdistanz zum 5:0-Endstand (71.). Spätestens jetzt hatten die Anhänger der Erfurter genug gesehen und verließen in Scharen die Stätte der Schmach. 15 Minuten vor dem Ende der Partie durfte sich Torhüter Tino Berbig noch einmal auszeichnen. Gegen den frei vor ihm aufgetauchten Simon Brandstetter bleibt er auch diesmal Sieger (75.). In der Schlussphase wurde jeder Ballkontakt von den Fans phrenetisch gefeiert und die Blumenstädter teilweise regelrecht vorgeführt. Die ohne jede Ausnahme hervorragenden Jenaer Spieler feierten den siebten Landespokalerfolg des FCC und damit den Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde ausgelassen und gingen auf eine verdiente und ausgiebige Ehrenrunde durch das weite, mit 10.000 Zuschauern ausverkaufte Rund. Sie bescherten mit dem heutigen Sieg ihrem Trainer Lothar Kurbjuweit ein traumhaftes Ende seines nach eigener Aussage letzten großen Spiels als Übungsleiter. Die Bierdusche nach Abpfiff konnte er da locker verkraften.

Stimmen zum Spiel:

Walter Kogler (Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt): „Vornweg möchte ich meinem Kollegen und seinem Team gratulieren zum Landespokalsieg 2014. Jena ist ein würdiger Sieger. Für uns ist es eine sehr sehr bittere Niederlage, auch weil sie sehr hoch ausgefallen ist. Uns ist heute nichts gelungen, dem Sieger sehr sehr viel, vielleicht sogar alles. Wir hatten auch unsere Möglichkeiten, auch in der 1. Hälfte, um nochmal ins Spiel zurückzukommen. Wir lagen 0:2 zurück, hatten dann Chancen ein Tor zu erzielen. Dann wäre das Spiel wieder offener gewesen. Wir hatten auch in der Pause noch die Zuversicht, das Spiel in der 2. Hälfte noch drehen zu können. Wir hatten die erste Chance in der 2. Halbzeit, haben die vergeben, wie viele andere auch in diesem Spiel. Wir haben dann das 0:3 kassiert. Wir sind in der Mauer auseinandergegangen, so dass der Ball ganz einfach ins Tor gehen konnte. Wir haben uns heute in gewissen Phasen sehr schlecht verkauft. Für uns ist es ein bitterer Tag. Wir müssen das erstmals verdauen.“

Lothar Kurbjuweit (Trainer des FC Carl Zeiss Jena): „Ich kann es nicht erklären. Es gibt offensichtlich im Fußball solche Tage, wo einer Mannschaft alles gelingt, dem Gegner etwas weniger. Wir hatten einen solchen Tag. Wir hatten ein volles Stadion, das war für die meisten meiner Spieler ein Novum. Die spannende Frage für mich war: Wie nehmen sie das an? Bekommen sie weiche Knie? Genau das Gegenteil ist eingetreten. Ich finde das fantastisch, wie die Jungs sich hier verkauft haben mit Unterstützung des Publikums. Lasst es uns genießen. Man kann so etwas nicht planen und ich kann es auch nicht erklären.“

--Da Silva