2007/2008 28. Spieltag: SC Freiburg - FC Carl Zeiss Jena 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 28. Spieltag
Saison Saison 2007/2008, Rückrunde
Ansetzung SC Freiburg - FC Carl Zeiss Jena
Ort badenova-Stadion in Freiburg
Zeit So. 13.04.2008 14:00 Uhr
Zuschauer 14.050
Schiedsrichter Günter Perl (München)
Ergebnis 2:0
Tore
  • 1:0 Idrissou (32., Kopfball,
    Freistoßvorlage Banovic)
  • 2:0 Butscher (48., Kopfball,
    Freistoßvorlage Günes)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Freiburg
Langer
Schwaab, Krmas, Butscher, Schlitte
Banovic, Günes (76. Barth), Glockner
Pitroipa (85. Matmour), Idrissou (68. Ollé Ollé)
Bencik

Trainer: Robin Dutt

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Vasili Khamutouski
Alexander Maul, Robert Müller, Ilia Kandelaki
George Seturidze (56. Sándor Torghelle), Naoya Kikuchi, Niels Hansen, Tobias Werner
Torsten Ziegner
Marcel Schied (75. Nils Petersen), Sami Allagui

Trainer: Henning Bürger

Spielbericht

Alle(s viel zu) nett
Der FCC enttäuscht beim 0:2 in Freiburg

Es sei die Aufgabe der Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, forderte dereinst Theodor W. Adorno. Wer das gestrige Spiel des FCC in Freiburg erleiden musste, dem kam wohl Gegenteiliges in den Sinn. Schmerzlich vermisst wurde Jan Simak, der mit seiner (Fußball-)Kunst vielleicht ein wenig Ordnung in diese Jenaer Mannschaft hätte bringen können. Sollte Jan bei seinem Gelb-Foul mit Ansage in der Nachspielzeit des Paderbornspieles vermutet haben, mit drei Siegen in Folge seien seine Kameraden auch ohne ihn für ein heißes Tänzchen im Breisgau gerüstet, so sah er sich nach dem Spiel (wie so viele) eines Besseren belehrt.

„Gegen Jena: wieder aufstehen!“ titelte das Freiburger Stadionmagazin vor dem Match und somit nach der 0:5-Schlappe des eigenen Teams auf St. Pauli. Und was die Magazin-Macher da noch nicht ahnen konnten: Der FCC bot den Freiburgern diese Chance nicht nur sehr freundlich an, nein, netterweise reichten die Unseren auch noch beide Hände dem gestrauchelten Gegner, damit der beim Aufstehen auch ja keine Probleme habe.

Nettigkeit war überhaupt Trumpf an diesem sonnigen April-Wochenende, an welchem die Fahrt nach Süden schon am Sonnabend begann. Als ich den fahrbaren Untersatz in Osterfeld mit Treibstoff versorgt hatte und an die Kasse trat, um den Kraftstoff, die Mehrwertsteuer, die Ökosteuer und die Rentenbeitragssicherungsabgabe zu entrichten, nickte der Kassierer Richtung Zapfsäule mit den Worten: „Netter Wimpel hängt da in ihrem Auto“. Dies sähe ich ähnlich, antwortete ich und teilte ihm mit, dass ich den stolzen Wimpel jetzt gen Freiburg kutschieren würde. Dies würde ihn ganz schön neidische machen, entgegnete er, aber er müsse hier eben immer Wochenenddienst schieben und so wünsche er mir eben einfach nur viel Glück in Freiburg. Netterweise hatte mir ein Leipziger Leidensgenosse auf die Fahrt die neueste Langspielplatte des Herrn Lindenberg mitgegeben und so war reichlich Zeit, des Altmeisters neuesten Lebensweisheiten zu lauschen. Recht nett anzuhören das Ganze (sieht man mal von dem nervigen Duett mit der quietschenden Kellertür Jan Delay ab). Irgendwann tauchten dann nahe Sinsheim auch noch die ersten Fragmente des in Beton gegossenen privaten Phallus-Symbols des greisen Herrn Hopp auf, welches dort reichlich schlaff in der Ödnis herum hängt. Bleibt nur zu hoffen, dass es in einigen Jahren, wenn es einsam von Gras und Ranken überwuchert wird, nicht all zu sehr die Landschaft verschandelt. Aber vielleicht wird es ja auch wenige hundert Meter weiter in’s Technikmuseum verfrachtet, als museal-technische Reminiszenz an gescheiterte Greisenträume. Nach Ankunft in Freiburg, ausgiebigem Stadtrundgang und Erklimmung des Schlossberges galt es, die spätnachmittägliche Sonne noch ein wenig zu genießen. Das netteste Ambiente, um noch einen guten Schoppen badischen Burgunders zu verkosten, bot das Badische Weinhaus in der Alten Wache direkt neben dem Münster. Auch nette Gesprächspartner traf man dort, in unserem Falle dauerte es jedenfalls nicht lange, bis eine Familie aus Hainichen Kontakt suchte …

Frühstücksgestärkt ging es am Sonntagmorgen an das Begleichen der Hotelrechnung und zum Abschied wünschte Hotelbesitzer und –betreiber Franz Baumgartner aus Freiburg-Lehen mit Blick auf meine angelegte Fußball-Tracht netterweise noch einen angenehmen Tag und ein gutes Spiel. Angenehm ging’s dann auch weiter. In Freiburg sichert ja frühzeitiges Erscheinen einen der wenigen stadionnahen Parkplätze und so blieb noch reichlich Zeit, nur unterbrochen vom lustvollen Espresso-Schlürfen und Kuchensündigen in einem ebenso stadionnahen Cafe das erwartungsfrohe Haupt der Sonne zuzuwenden und sich darüber zu erfreuen, wie groß doch die Zahl der anreisenden FCC-Gemeinde mit süd- und südwestdeutschen KFZ-Kennzeichen war.

Bevor der Stadionstehplatz eingenommen werden konnte, galt es noch einer ganz besonderen Prozedur auszuharren. Noch nie im Leben hat ein Mann derart lange und intensiv Körperkontakt zu mir gesucht, wie der Herr vom Freiburger Einlassdienst dies hingebungsvoll tat. Schon unglaublich, mit welcher Penetranz alle (Gäste-)Besucher eines Fußballspiels einem allgemeinen Generalverdacht unterstellt und reichlich unwürdig behandelt werden. Aber der Herr gab sich wenigstens Mühe, nett zu wirken …

Als die Thüringer Fußballgötter, noch vor der Erwärmung, den Platz betraten, gab es via Stadionsprecher ein erstes „Herzlich Willkommen, Niels!“ zu hören, welches später auch allen angereisten Gästefans galt und mit nettem Beifall von den Freiburger Rängen bedacht wurde. Als Jenas Fans sich immer dichter im Stehplatzblock drängten, schritt ein Uniformierter kurz zur Besichtigung desselben und nur wenige Augenblicke später wurde ein weiterer Block geöffnet. Selbiger Beamter war es auch, der kurz darauf aus eben jenem Block eine vierköpfige Familie samt zweier Kleinkinder ohne große Umstände in den Gäste-Sitzplatzbereich führte und dafür mit dem Applaus der Umstehenden nett belohnt wurde. Auffällig auch, dass im Freiburger Hintertor-Fanblock etliche Freiburger einträchtig mit FCC-Fans beieinander standen. Es schien, als hätte das Fehlen des Gesellschaftsproblemanalytikers und Scharfmachers aus dem nicht mehr vorhandenen Strandkorb das Verhältnis zwischen beiden Fanlagern deutlich entspannt.

Welch seltsame Blüten der Fußball-Kommerz inzwischen treibt, war in regelmäßigen Abständen auf der Anzeigetafel des „badenova-Stadions“ zu erkennen. Die nervenden Werbefilmchen (und später auch die Spielstands- und Spielzeitanzeige) wurden immer wieder unterbrochen mit der Ankündigung „Die aktuelle Uhrzeit wird Ihnen präsentiert von …“ Demnächst dann wohl in Leverkusen: „Die aktuelle Atemluft wird Ihnen präsentiert von Bayer …!“

Für Stegmayer und Simak begann der FCC mit Kikuchi und Seturidze, dessen orange-leuchtenden Fußballschuhchen wohl die einzig bleibende Erinnerung an diesen Auftritt bleiben werden. Gleich in Minute 1 holten die Freiburger den ersten Eckball von links heraus, in dessen Folge sich Pitroipa ungeahndet einen Vorteil per Handspiel verschafft, was erneut zu Gefahr vor unserem Kasten sorgt. Von Beginn an auffällig, wie früh der SCF unsere Mannen attackierte, sie schon 10 Meter vor dem eigenen Strafraum gar nicht erst zum Kombinieren kommen lassen wollte. Kein Wunder, dass Müller nach einem Steilpass schon nach 6 Minuten in höchster Not zur Ecke klären muss. Nach 10 Minuten hat der SCF gefühlte 90% Ballbesitz, gewinnt fast jeden Zweikampf, spielt schnell und steil nach vorne und den Gästen gelingt es kaum, das Spiel zu beruhigen. Der erste halbwegs brauchbare FCC-Angriff wird nach 11 Minuten vom sich energisch im Mittelfeld durchsetzenden Niels Hansen eingeleitet, Seturidzes Flanke von rechts ist dann aber viel zu ungenau. Als nach 13 Minuten eine weitere Freiburger Ecke in unseren Strafraum geschlagen wird, kommt ein Roter frei zum Kopfball, ist aber so nett, es beim 0:0 zu belassen und über das Tor zu köpfen. Also kann erneut Niels Hansen mit energischer Ballbehauptung einen FCC-Konter einleiten, wartet am Ende aber zu lange mit dem Abspiel. Dennoch bleibt der FCC am Freiburger Strafraum – bis Ziege den Ball verliert. (15.) Eine Minute später wird Ziegner gefoult und den Freistoß von der rechten Seite tritt er persönlich. Als sein Ball Richtung Elfmeterpunkt segelt, kommt der nachsetzende Allagui zu Fall, wie und warum verriet der Blick aus dem Gästekäfig allerdings nicht. In Minute 17 gibt es zwei Eckbälle in Folge für die Gastgeber und die zweite (von links) bringt eine Premiere: Vasili K. verlässt die Linie, hebt ab und segelt weit am Ball vorbei. Netterweise kann sein Spielkamerad Tobias Werner die Situation energisch bereinigen. Kurz darauf ist ein wundeschöner Diagonalpass zu bewundern. Dumm nur, dass ein Freiburger ihn geschlagen und ein anderer Freiburger ihn, einsam auf der rechten Angriffseite stehend, unbedrängt annehmen kann. Also zieht Glockner bis zur Strafraumlinie und zieht ab. Vergebens hechtet Vasili K. nach dem Ball und als die Heimzuschauer schon jubeln wollen, trifft er Ball den Innenpfosten und springt in’s Feld zurück. Alex Maul kann klären und fast ergibt sich im Gegenzug eine Chance für Allagui, aber eben nur fast.

Danach gehen 2 Spieler zu Boden. Den Auftakt macht Ziegner, der nach einem Body-Check um Luft ringt, (21.) seltsamerweise bleibt die Fahne des daneben stehenden Fahnenträgers unten. Der Zweite, der zu Boden geht, ist Pitroipa. Natürlich im Strafraum und natürlich auch ohne die kleinste Berührung eines Verteidigers. Entweder es war einer seiner legendären Anfälle von Fallsucht, oder er war einfach noch wütend. Wütend wahrscheinlich darüber, dass am Vorabend die Wahl zur Miss Freiburg stattfand und (glaubt man den überall ausgehängten bebilderten Plakaten) er überraschend nicht unter den Kandidatinnen war. (Am häufigsten beobachtete Anmache im abendlichen Freiburg des Vorabends: „Coole“, pubertierende Jungen-Gang nähert sich rausgeputzten Teenie-Weibchen, der Wortführer zeigt auf das Miss-Freiburg-Wahl-Plakat und fragt: „ Ey! Machsamit, ey?“).
Als die Freiburger nach einem Angriff über rechts unsere Abwehr erneut ausgehebelt hatten, war es Vasili K. zu verdanken, dass es nach seinen Glanztaten gegen Bencik und Idrissou noch remis stand. (26.) Es war die Phase, als wir offensiv kaum einen Zweikampf gewinnen und kaum einen Ball über wenige Meter fehlerfrei zum Mitspieler bringen konnten. Viel zu schnell tauchten die Gastgeber immer wieder an und in unserem Strafraum auf. Nach einer halben Stunde schlägt Werner einen Freistoß fast von der Mittellinie weit und hoch in den gegnerischen Sechzehner. Den abgewehrten Ball kann Seturidze köpfend erneut in den Strafraum befördern, wo er auch Schied erreicht. Der geht zweikämpfend zu Boden und alles bleibt wie gehabt, nachdem auch noch Müller verzogen hatte. Den nächsten Freistoß im Halbfeld bekommen die Freiburger rund 40 Meter vor unserem Tor zugesprochen. Lange, hoch und weit ist der Ball unterwegs. „Also, wenn von den Jenaer Verteidigern keiner an den Ball will, dann bin ich so frei und nehm’ das nette Geschenk an“ dachte sich da Idrissou, stieg unbedrängt in die Luft und köpfte locker ein. 1:0 (32.)

Nur 2 Minuten später hätte Allagui die Breisgauer aus allen süßen Siegesträumen reißen können. Der FCC ist links auf dem Vormarsch und Tobi Werner gelingt eine Präzisionsflanke Richtung Fünfmeterraum. Goldrichtig und ziemlich allein steht dort Sami Allagui. Ob dieser Freiheiten wohl ziemlich verblüfft, köpft Sami den Ball direkt auf die Tormitte, wo Langer a) nur stehen bleiben muss und sich b) nur auf den Ball fallen lassen muss, um Jenas bis dahin erste, einzige und größte Chance zu vereiteln. Dennoch, plötzlich schien der FCC aus seinem Dämmerschlaf allmählich zu erwachen und das Spiel verlagerte sich auf die weit entfernte Stadionseite. Ziegners Ecke von links (35.) kann Langer erneut sicher runterfischen. Auch den folgenden Angriff inszeniert der FCC, über links mit Kandelaki und der weiter auf Marcel Schied – Foul und Freistoß. Ziegner legt zurück auf Werner, doch dessen Schuss wird abgeblockt. Mit Ziegner und Maul geht es weiter über die rechte Seite, aber die abschließende Flanke landet wieder in den Händen des Freiburger Schlussmannes. Jetzt spielt sich Schied auf der rechten Seite nach vorn und setzt Allagui ein. Der haut zwar am Strafraumeck entschlossen an die Kugel, verfehlt aber das Ziel deutlich. (39.) Nach einem abgefälschten Schuss bietet sich in Minute 40 die nächste Ecken-Chance für Ziegner. Diesmal zieht er den Ball auf das lange Toreck und dort können 2 Freiburger Verteidiger nur mit Mühe und Not klären. Nur eine Minute später sind erneut die Gelbhemden im Angriff. Schied bleibt rechts hängen aber es gibt zwei Einwürfe. Der zweite senkt sich gefährlich in Freiburgs Fünfmeterraum, Allagui kommt aber doch nicht ran. Wie unsicher er SCF in dieser Phase war, zeigt ein Rückpass in Minute 43. Langer will den Ball mit dem Fuß stoppen und legt ihn sich fast selbst in’s Tor. Die letzte Aktion vor der Pause ist wiederum eine FCC-Ecke von links, die zunächst abgeköpft wird. Tobi beendet die erste Halbzeit dann mit einer missratenen Flanke.

Ein lange Zeit viel zu braves und biederes Gästeteam machte es dem SCF relativ leicht, sich die Verunsicherung nach der Pauli-Pleite von der Seele zu spielen. Freiburg von Beginn an konzentrierter, energischer und williger. Seturidze zeigte einige gute Ansätze, seine fehlende Spielpraxis machte sich jedoch deutlich bemerkbar. Kikuchi war bemüht und emsig, positiv auffällig aber nicht. Im Mittelfeld keiner, der das Spiel beruhigen konnte oder, wenn erforderlich, beschleunigen. Ziegner zwar bemüht, aber wie die meisten seiner Kollegen oft einen Tick zu langsam und zu berechenbar. Berechenbar auch unsere Offensive, wo es Allagui und Schied kaum gelang, konzentrierte Freiburger Abwehrspieler entscheidend zu düpieren. Tragisch, dass es ausgerechnet eine Standardsituation war, die dem SCF zur Führung verhalf und das in einer Phase, als sich unsere Defensive besser auf das breite Freiburger Angriffsmuster einzustellen begann. Wie den Freiburgern beizukommen wäre zeigte die Phase nach dem 0:1, als die Jenaer einen Teil ihrer Nettigkeit ablegten und mutiger nach vorn spielten. Aber auch da waren sie einfach zu bieder, ich hätte mir da im Angriff mehr Torghelleismus gewünscht.

Lange nach dem die Gastgeber auf dem Rasen waren, kamen auch die Gäste zurück. Ihre Körpersprache ließ allerdings nichts Gutes ahnen. Eher bedröppelt und mit scheinbar zentnerschweren Lasten versehen liefen sie, jeder für sich allein, auf den Rasen und auf ihre Positionen. Als dann gleich in der ersten Nachpausenminute Hansen und Maul im Duett patzten, lag Gegentreffer zwei schon mal probehalber in der Luft. Und vorn dort kam er dann auch daher. Günes’ Freistoß von der linken Angriffsseite war lange in der Luft, bevor er sich am Fünfmeterraum senkte. Vasili K. wollte eventuell diesmal auf eine Segelflugeinlage verzichten und blieb leider wie angewurzelt auf der Linie. Wohl in Erwartung des bisher im Herauslaufen immer souveränen Torwächters, verzichteten auch die übrigen in der Nähe sich befindenden Jenaer Verteidiger auf jegliche Bewegung. Von so viel Nettigkeit umgeben, nickte Butscher locker ein zum 2:0. (47.) (Später wurde dann von Abseits und Aufstützen berichtet, mag sein, aber vor Ort und aus dem Gästeblock heraus war dies nicht zu erkennen.) Nach 50 Minuten schwebte die nächste Freiburger Flanke in unseren Strafraum und obwohl sich dort nur ein einsamer Freiburger weit und breit befand, war die Geschichte saugefährlich.

Um auch dem Schieri mal was Nettes zu sagen, sei er für seine Aktion in Minute 52 gelobt. Echt stark, wie er erst auf Vorteil für Allagui entscheidet, um dann, als dieser einige Meter weiter doch nicht mehr an den Ball kommt, den Freistoß noch zu geben. Ziegner setzt den allerdings neben das Tor. Auch Zieges Freistoß in der 54. Minute, den er aus 35 Metern von halblinks tritt, kann Freiburgs Abwehr problemlos klären. Dann kam Sandor für Seturidze, vielleicht würde den ja Löws Anwesenheit mal wieder zu 2 wunderschönen Kontertoren inspirieren. Aber zunächst vertändelt Allagui den Ball im Mittelfeld, so dass die Freiburger erneut gefährlich vor Vasili K. auftauchen können. Als der in Minute 59 ganz sicher und souverän eine Ecke wegfängt, scheint er auch wieder der alte zu sein. Aufpassen muss er auch, denn nach einer Stunde patzt Maul heftig im Mittelfeld gegen Idrissou, am Ende reicht’s für die Breisgauer nur zu einer Ecke. Die schwebt dann nach 62 Minuten auch gefährlich halbhoch durch unseren Strafraum, findet aber keinen Abnehmer. In diesem Moment leuchtet auf der Anzeigetafel Offenbachs 2:0 auf und wie zur Untermalung dieses Dramas, beendet Niels Hansen (neben Vasili K. bester Jenaer) einen FCC-Vorstoß mit einem kläglichen 18-Meter-Schuss. Hansen ist auch eine Minute später im Vorwärtsgang, allerdings wird sein erster Schussversuch abgeblockt und Versuch Nummer Zwei kann Langer halten. (62.)

Die Freiburger scheinen zu merken, dass der FCC heute eines jener Spiele absolviert, in denen auch beim Weiterspielen bis in die Morgenstunden kein Treffer gelingt und schalten einen Gang zurück. Läuft dann, wie in Minute 66, tatsächlich mal ein zügiger Gästeangriff, dann beenden diese ihn selbst, so wie Schied und Allagui per Missverständnis. Nach 68 Minuten wird dann Tobi gefoult und Ziegner lässt ihm den Vortritt bei der Ausführung. Tobis Schuss aus 20 Metern bleibt erst an der Freiburger Mauer hängen, flippert dann noch ein wenig an der Fünfmeterlinie hin und her und geht dann doch ins Aus. Den schnellen Freiburger Gegenzug klärt dann wieder Vasili K., diesmal elegant per Fuß. Dann setzt sich Allagui auf Linksaußen gegen seinen Gegenspieler durch und wird von diesem umgestoßen. (72.) Hier hätte die Münchner Perle pfeifen müssen! Es folgen 5 Minuten in denen es scheint, als wollten die Freiburger dem Gast zu verstehen geben: So, wir waren jetzt lange genug nett zu euch, wir spielen jetzt wieder richtig mit! So war es zwischen der 72. und 81. Minute vor allem dem Weißrussen zu verdanken, dass es kein Debakel gab. Hervorhebenswert, als die Freiburger in Minute 81 doppelpassend die FCC-Defensive überrollen und Vasili K. seinen Job ebenso brillant verrichtet, das Ergebnis rettet. Dann kam doch noch so etwas wie eine Schluss“offensive“ des FCC. Nach 84 Minuten setzt Sandor Torghelle seinen Kopfball aus 8 Metern nach einem Ziegner-Freistoß von rechts neben das Tor. Als erneut Ziegner in Minute 89 einen Freistoß auf Langer zieht, lässt der den Ball prallen, aber keiner der umstehenden Jenaer kann daraus Kapital schlagen. Dann erkämpft in der 90. Minute Tobias Werner noch einen Eckball, aber der angespielte Ziegner bleibt an einem Verteidiger hängen. In der Nachspielzeit verlängert Allagui noch eine Flanke per Kopf auf Torghelle, aber Langer hat aufgepasst und geklärt. Dann beendet Perl vorerst das Leiden.

Zunächst auf Nebenwegen entlang der Dreisam geht es dann Richtung Innenstadt und weiter Richtung Autobahn. Die Strahlen der Nachmittagssonne brechen sich im Wasserlauf, das Flüsschen glüht und glitzert. Was für ein netter Tag im April. Dann verkündet jemand im Radio die Zweitligaresultate samt dem Tabellenstand …

Am Mittwoch kommt der Tabellenführer ins Paradies. Alex Voigt bekommt dann wohl seine Jenaer-Sportler-des-Jahres-2007-Ehrung. Mehr Nettigkeiten braucht’s nicht!

Danach woll’n wir euch kämpfen seh’n! Kämpfen und siegen! Einfach so!

Nur der FCC!
YNWA

--Kopfnuss