1937/1938 01. Spieltag: 1. SV Jena - Sportfreunde Halle 0:1

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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 1. Spieltag
Saison Saison 1937/1938, Hinrunde
Ansetzung 1. SV Jena - Sportfreunde Halle
Ort Stadion in Jena
Zeit So. 19.09.1937 15:30
Zuschauer 2.000
Schiedsrichter Krahl (Apolda)
Ergebnis 0:1 (0:1)
Tore
  • 0:1 Föhre (36. FE)
Andere Spiele
oder Berichte


Aufstellungen

Trikotfarben
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Jena
Paul Günther
Hermann Schüßler, Walter Hädicke
Walter Paul, Heinz Werner, Fred Harthaus
Jacob, Bernhard Schipphorst, Alex König; Max Rötschke, Hermann Malter

Trainer : Josef Pöttinger

Trikotfarben
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Spfr. Halle
Michels
O. Thieme, Hartmann
Godau, Böttger, K. Krampe
A. Krampe, Häußler, Warnecke, Föhre, Kurth

Trainer : Warnecke

Spielbericht

Der Sportverein Jena startete unglücklich. Schon sein erstes Spiel der neuen Saison verlor er zu Hause mit 0:1 gegen Sportfreunde Halle. In der vorigen Spielzeit war es nur dem 1. Sportverein Jena geglückt, den Dessauern eine Niederlage zu bereiten. Ja, überhaupt konnten die Carl-Zeiss-Leute als einziger Verein für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, auf eigenem Gelände noch kein Gauliga-Pflichtspiel verloren zu haben. [1] Und da sind wir auch schon bei der zweiten gewaltigen Überraschung des heutigen Sonntags angelangt. Ausgerechnet die Halleschen Sportfreunde, die acht Tage zuvor daheim gegen Dessau 05 so böse hereingefallen (1:5) waren, sollten aus Jena als erster Gauligaverein gleich beide Punkte mit nach Hause nehmen? Das hat wohl kaum der kühnste Optimist im Lager der "Veilchen" zu hoffen gewagt. Und doch wurde das gänzlich Unerwartete zur Tatsache. Die Hallenser rissen den Sieg an sich, weil ihr Elfmeterschütze die besseren Nerven besaß. Der Pfeil, den Jenas Fußballidol Heinz Werner seinem Köcher entnahm, verfehlte das Ziel. Vorläufig müssen also die Thüringer Universitätsstädter das Schlußlicht der Tabelle markieren. Erstmalig seit Bestehen der Gauliga Mitte.

Bester Spieler : Werner Werner (Jena ) verschießt beim 0:0-Stand einen Elfmeter (18.)

(Aus dem Bericht von Leopold im Kicker vom 21.9.1937)


Die Sportfreunde Halle, die bewiesen haben, daß sie zu den besten Mannschaften des Gaues gehören, fingen schwungvoll an. Die durchweg großen und schnellen Spieler wollten am Anfang ein paar Tore vorlegen. Doch die Jenaer fanden sich bald und gingen auch zum Angriff vor. Herrlich eine Strafstoßbombe Werners, von Michels jedoch gemeistert. Dann Elfmeter für Jena. König setzte gerade kurz vor dem Tor zum Schuß an, als er gelegt wurde. Doch Werner schießt zu schwach und durchsichtig, Michels lenkt das Leder ab. Damit fing das Pech an. Malter war der munterste und eifrigste Stürmer und stellte Michels mehrfach vor schwere Proben. Es sah bei Halle mal ganz gefährlich aus, aber zweimal brachte ein Spieler aus der massierten Deckung das Leder von der Torlinie weg! Dann das gleiche Bild wie vorher, nur auf der anderen Seite: Linksaußen Kurth wird kurz vor dem Tor von zwei Jenaern in die Schere genommen, Elfmeter . Aber diesmal schießt Föhre so, daß Günther machtlos ist. Tor und Entscheidung in der 36. Minute.

Nach dem Seitenwechsel setzte Halle alle Künste seines "Betonsystems" immer mehr ein. Michels im Tor der Hallenser hatte dennoch viel zu tun. Da König zu langsam und weich war, wird Werner auf halbrechts gezogen, Malter geht in die Mannschaftsmitte, Rötschke führt den Sturm. Alles vergebens. Mehrmals ist Ausgleichsmöglichkeit, noch in den letzten Minuten, aber in der Aufregung sind die Schüsse der Jenaer schlecht. Auf der Gegenseite waren die Hallenser, wenn auch nur mit drei Mann, dem Jenaer Tor stets gefährlich, zumal, wie erwähnt, hinten nicht schnell genug der Ball fortgebracht wurde. Halle verdankt den Sieg zu einem großen Teil dem vorzüglichen Torwart, der viele und schwere Sachen hielt. Dann der Verteidigung, die außerordentlich sicher ist, und dem Stopper Böttger. Im Sturm bauten die Halbstürmer sehr geschickt auf. Bei den Jenaern ist Günther recht gut gewesen. Er hat getan, was ging. Dann ist wieder Malter zu nennen, der am meisten kämpfte, zugleich mit Ueberlegung spielte und als Stürmer auch mit Schießen nicht zögerte. Er ist zur Zeit der Spieler, der uns beim 1. SV die meiste Freude bereitet. Das Spiel stand auf guter Stufe und brachte beiderseits erfreuliche Leistungen. Deshalb wäre es unsinnig, über den 1. SV zu kritisieren. Einen Sturm wie dem Jenaer liegt die Sicherheitstaktik der Hallenser gar nicht. In Anbetracht dessen haben sich die Jenaer wacker geschlagen. Außerdem wird das Toreschießen beim Jenaer Sturm noch lange ein Schmerzenskind sein. Und am Sonntag fehlte dazu das Glück.

(Aus dem Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 20.09.1937)


  1. Das stimmt so nicht. Schon letzte Saison hatte man schon das letzte Heimspiel gegen Weida verloren! Und 1933 gegen Bitterfeld 1:4.

Spiele

(29.08.1937)

  • SC Erfurt : 1. FC Lauscha 0:0

(05.09.1937)

  • VfL Halle 96 : SpVgg Erfurt 1:1 , 1.800 Z.
  • SV Merseburg 99 : Thüringen Weida 1:1 , 1.000 Z.
  • SV Dessau 05 : CV Magdeburg 3:0 , 2.500 Z.

(12.09.1937)

  • 1. FC Lauscha : VfL Halle 96 2:4 , 5.000 Z.
  • Thüringen Weida : SC Erfurt 1:3 , 800 Z.
  • 1. SV Jena : CV Magdeburg - abgesetzt , da Cricket Spieler für das Städtespiel Magdeburg : Breslau abstellt (neu angesetzt für den 05.12.)
  • SpVgg Erfurt : SV Merseburg 99 0:2 , 2.000 Z.
  • Spfr. Halle : SV Dessau 05 1:5 , 3.000 Z.

(19.9.37)

  • 1. FC Lauscha : SV 05 Dessau 4:3 , 1.000 Z.
  • 1. SV Jena : Spfr. Halle 0:1 , 2.000 Z.
  • VfL 96 Halle : Thüringen Weida 0:0 , 2.600 Z.
  • CV Magdeburg : SC Erfurt 2:1 , 1.800 Z.