1980/1981 01. Spieltag: BSG Stahl Riesa - FC Carl Zeiss Jena 3:5

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 1. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Hinrunde
Ansetzung BSG Stahl Riesa - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion der Stahlwerker
"Ernst Grube" in Riesa
Zeit Sa. 23.08.1980 15:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen)
Ergebnis 3:5
Tore
  • 0:1 Vogel (19.)
  • 0:2 Schnuphase (31.)
  • 1:2 Börner (32., Foulstrafstoß)
  • 1:3 Vogel (34.)
  • 1:4 Schnuphase (48.)
  • 2:4 Jentzsch (66.)
  • 3:4 Schnuphase (78., Eigentor)
  • 3:5 Vogel (83.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Riesa
Rainer Köpnick
Reinhard Hauptmann
Wolfgang Schremmer, Olaf WernerGelbe Karte.gif, Peter Juretzko
Volker Hennig, Thomas BörnerGelbe Karte.gif, Frank Schuster
Werner Drews, Eberhard Lippmann, Rainer Sachse (56. Dietmar Jentzsch)

Trainer: Günter Guttmann

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Wolfgang Schilling, Konrad Weise, Dietmar Sengewald
Gerhardt Hoppe, Lothar Kurbjuweit, Andreas KrauseGelbe Karte.gif
Thomas Töpfer (52. Andreas Bielau), Jürgen Raab, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Für Vogel gab es keinen Bremsklotz

Alle lobenswerten Riesaer Vorsätze, sich nach zwei klaren Niederlagen in der vergangenen Saison (0:2, 0:3) diesmal beachtlicher aus der Affäre zu ziehen, halfen am Ende nichts. Der Pokalsieger nahm die erste Saisonhürde in jenem Stil, der einem Mitbewerber im Kampf um den Titel angemessen ist: voll konzentriert vom ersten Augenblick an, der eigenen Stärke im einsatzstarken Verhalten ebenso bewußt wie in der geradlinigen, zielstrebigen Spielführung aus allen Mannschaftsteilen heraus. Stahl wird sich deshalb kaum grämen, das Feld als Verlierer geräumt zu haben. Wohl spürend und auch wissend, daß der Elan in schier aussichtsloser Situation niemals erlahmte, ein 1:4-Rückstand unmittelbar nach Wiederbeginn keinerlei Verzweiflungsaktionen nach sich zog. Und schließlich, daß nicht jeder Oberligagegner über einen Akteur von solch überragender Klasse verfügt wie Jena diesmal im 37jährigen Routinier Eberhard Vogel!

Auf welches Erfolgsrezept hätte sich Rechtsverteidiger Schremmer gegen den 74fachen Internationalen auf dem linken Flügel überhaupt berufen können? Wolfram Meinert, bis zum Ausklang der Saison 79/80 bei Riesa selbst auf der Abwehrposition stehend, fand darauf diese Antwort: "Hart, energisch ins Tackling gehen. Aber da muß man auch in etwa die Ideen des Gegenspielers ahnen, und sich auf sie einpegeln." Gerade das aber gelang Schremmer, einem doch recht spritzig und beweglich wirkenden Spielertyp, in keiner Phase. Doch um die vielen Kritiker zum Verstummen zu bringen: Wem wäre dies besser, wirkungsvoller gelungen? Und muß man nicht den Libero(Hauptmann) in die Pflicht nehmen, in entscheidenden Momenten die Lücken zu schließen, die Vogel mit seinen drei Toren sowie seinen gezirkelten Vorlagen auf den vorpreschenden Schnuphase (2:0, 4:1) nach allen Regeln der Kunst aufriß...?

Der Lauf der Dinge war absehbar: Stahl wirkte zwar entschlossen, angriffsfreudig, im Mittelfeld aktiv und der spielerischen Mittel (Börner, Schuster) streckenweise durchaus sicher, stürmte aber bei weitem nicht mit jener Kompromißlosigkeit, die Jenas Abwehr (ungeachtet einiger Unstimmigkeiten zwischen Schnuphase und Weise) hätte erschüttern können. Gerade nach Schnuphases Kopfball-Abfälscher über den herauslaufenden Grapenthin hinweg zum bedrohlichen Anschlußtreffer zeigte sich, wie abgeklärt die Elf zu reagieren, sich ihrer Haut zu wehren versteht. Neben Vogel gelang das dem laufstarken Krause, dem unauffällig operierenden Schilling sowie in bewährter Manier Grapenthin diesmal am überzeugendsten.

Riesa aber geht mit dieser Erkenntnis in die nächsten Runden: Willensbereitschaft, Spielfitneß sind intakt, an der Geschlossenheit der umformierten Abwehr fehlt es noch, obwohl vor allem Werner seine Aufgabe gegen Raab kritikfrei löste. Auch im Oberliga-Debütanten Drews sowie im erfahrenen Sachse, der relativ verhalten spielte, steckt nach endgültig vollzogener Eingewöhnung noch mehr. Es wird sich zeigen.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Klare Entscheidungen, gute Abstimmung mit beiden Linienrichtern. Dem aufmerksamen Trio entging nichts.

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fußballwoche" vom 26. August 1980)