1961/1962 33. Spieltag: SC Motor Jena - SC Chemie Halle 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 33. Spieltag
Saison Saison 1961/1962,
Ansetzung SC Motor Jena - SC Chemie Halle
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit 15.04.1962 15:30 Uhr
Zuschauer 6.000
Schiedsrichter Männig (Böhlen)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Harald Fritzsche
Hans-Joachim Otto, Walter Eglmeyer, Siegfried Woitzat
Peter Rock, Horst Kirsch
Roland Ducke, Helmut Müller, Peter Ducke (16. Rote Karte.gif), Franz Röhrer,Dieter Lange

Trainer: Georg Buschner

Halle
Helmut Wilk
Werner Okupniak, Klaus Hoffmann, Robert Heyer
Klaus Urbanczyk, Joachim Richter
Achim Schimpf, Heinz Walter, Wolfgang Meißner, Günter Busch, Rainer Topf

Trainer: Krügel / Werkmeister

Spielbericht

In der "Neuen Deutschen Fußballwoche" wurde folgender Spielbericht von Peter Palitzsch veröffentlicht:

Beiderseitige Härte zerstörte Spielfluß

15 Minuten war es ein Spiel, 74 Minuten lang nur noch Kampf, mit all dem, was wir von unserem geliebten Fußballsport nicht sehen möchten. Und dazwischen lag jene 16. Minute, die entscheidend war dafür, daß ein gutklassig begonnenes Spiel schließlich zur Farce wurde! Was geschah in Jena? Wir wollen vorwegnehmen, daß die folgenden Zeilen keineswegs die Autorität unserer Schiedsrichter untergraben und zum anderen auf keinen Fall den in vergangener Zeit einige Male berechtigt gerügten Jenaer Mittelstürmer Peter Ducke "herausbeißen" sollen. Aber die Verantwortung eines Reporters verpflichtet zur Sachlichkeit, und wir müssen feststellen: Der in der 16. Minute erfolgte Platzverweis des Jenaer Mittelstürmers war eine voreilige Entscheidung von Schiedsrichter Männig.

Wie kam es dazu: Unmittelbar an der Außenlinie, fast in Höhe der Mittellinie, war ein Freistoß für den SC Motor fällig. Schiedsrichter Männig hatte durch Pfiff das Leder freigegeben. Peter Ducke wollte den Freistoß ausführen, aber Halles Läufer Achim Richter stand stur vor dem Leder; Peter Ducke den Blick auf günstig stehende Nebenleute gerichtet, holte schon aus, als Richter den Ball zur Seite schlug und von dem nun ausschwingenden Schußbein Duckes am Schienbein getroffen wurde.

In diese Sekunde hinein platzte schon der Feldverweis durch Männig für Ducke! Der Unparteiische verurteilte damit nicht die provozierende Art Richters, der sich am Boden wälzte, die Tragbare aufsuchte, zur Überraschung aller 120 Sekunden später bereits wieder quicklebendig das Spiel aufnahm. Diese Szenen gaben den Ausschlag dafür, daß die mit Spannung erwartete nunmehr völlig "zerfiel". Wir möchten noch hinzufügen, daß Rundfunkkommentator Werner Eberhardt bei der Beurteilung dieser 16. Minute völlig unserer Meinung war. Es war erstaunlich, wie gutklassig, vor allen Dingen wie frisch Jena trotz Malmöer Strapazen dieses Spiel begann, und es ist auch erstaunlich, wie im weiteren Verlauf zehn Jenaer den elf Hallensern erfolgreich Paroli bieten konnten. Im Feldspiel war man keineswegs unterlegen, soweit man überhaupt noch von Feld "spiel" sprechen konnte. Hüben wie drüben waren Kampf, Überhärte und teilweise rücksichtsloses Einsteigen die Folge! Ruppigkeiten folgten am laufenden Band, und 6.000 unentwegt pfeifende Zuschauer gaben den Rahmen zu einem unserem Fußballsport unwürdigen Geschehen.

Erfreulich lediglich, daß der Ordnungsdienst in Jena auf dem Posten war; daß es zu keinerlei Ausschreitungen kam und man diesem Treffen, daß der wahre Freund des Fußballsports schnell vergessen möchte, nicht noch ein unrühmliches Nachspiel gab!