1972/1973 05. Spieltag: SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 3:2

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
(Weitergeleitet von 72/73 05)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1972/1973, Hinrunde
Ansetzung SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena
Ort Dynamo-Stadion in Dresden
Zeit Sa. 14.10.1972 15:00 Uhr
Zuschauer 33.000
Schiedsrichter Wolfgang Riedel (Berlin)
Ergebnis 3:2
Tore
  • 1:0 Häfner (13.)
  • 2:0 Richter (14.)
  • 3:0 Kreische (31.)
  • 3:1 Scheitler (56.)
  • 3:2 Kurbjuweit (86.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Dresden
Claus Boden
Hans-Jürgen Dörner
Frank Ganzera, Klaus Sammer, Siegmar Wätzlich
Reinhard Häfner, Horst Rau (75. Eduard Geyer), Hans-Jürgen Kreische
Rainer Sachse, Dieter Riedel (70. Gerd Heidler), Frank Richter

Trainer: Walter Fritzsch

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Wolfgang Blochwitz
Michael StrempelGelbe Karte.gif
Gerhardt Hoppe, Peter Rock, Lothar Kurbjuweit
Martin Goebel, Harald Irmscher (57. Norbert Schumann), Rainer Schlutter, Helmut Stein,
Peter Ducke, Dieter Scheitler

Trainer: Hans Meyer

Spielbericht

Nur um Haaresbreite an einem "Einbruch" vorbei

Dresden bleibt für den FC Carl Zeiss ein "heißes" Pflaster! Vom Ergebnis her mag sich dieses Treffen wohltuend von den letzten eklatanten Niederlagen an gleicher Stelle abheben - spielerisch wurde die Elf des Pokalsiegers jedoch ebenso deutlich distanziert wie beim 0:3 und 1:5 in den vorausgegangenen Meisterschaftsserien. Hinter den Worten von Jenas Mannschaftsbetreuer "Waldi" Eglmeyer, während der Halbzeitpause an die Adressen von Kreische und Dörner gerichtet, verbarg sich die bittere Ironie des Schicksals, dem die Mannschaft auch diesmal nicht zu entgehen schien: "Jetzt können wir nur hoffen, daß Euch recht bald die Puste ausgeht. Sonst..." Eglmeyer winkte dabei vielsagend ab. Was zweifellos nichts anderes als das besagen sollte: Gegen Dynamos Angriffsschwung finden wir einfach keine Mittel!

Konditions- oder Konzentrationsschwächen - an dieser Frage erhitzten sich die Gemüter nach Dresden Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit. Cheftrainer Walter Fritzsch beurteilte die Dinge so: "Mich überraschte es keinesfalls, daß die Elf nach dem unerhörtem Kräfteverschleiß in den ersten 45 Minuten abbaute. Ich glaube nicht, daß sich ein so hohes Tempo über die volle Distanz halten läßt." Wer erleben konnte, wie Dynamo seinen Kontrahenten von der ersten Minute an auf dem Feld förmlich hin und her hetzte, im Wechsel zwischen schnellen Kombinationsfolgen und kraftvollen Dribblings (Kreische, Häfner, Richter) im wahrsten Sinne des Wortes entnervte, hatte Verständnis dafür, daß die Elf nach ihrer souveränen 3:0-Führung zurücksteckte - aus welchen Gründen auch immer!

Mehr als die Bereitschaft, nach dem von Kreische mit glänzendem Solo erzielten Treffer keinesfalls die Flinte ins Korn geworfen zu haben, kann dem FC Carl Zeiss beim besten Willen nicht bestätigt werden! Alle anderen Qualitätsmerkmale ließ die Elf vermissen: Taktische Beweglichkeit, um die pausenlos ihre Positionen wechselnden Dresdner Stoßstürmer stärker in den Griff zu bekommen, vernünftige Aufgabenteilung im Mittelfeld, wo lediglich Stein um einen klaren Zuschnitt bemüht war, sowie nicht zuletzt die Fähigkeit, den Gegner mit überraschenden Konterattacken aus der Ruhe zu bringen. Schon vom hohen Tempo her (Irmscher, Hoppe, Goebel, Scheitler) waren die meisten Jenaer einfach überfordert. Peter Ducke versuchte es mit lobenswerter Konsequenz gegen den ihm auf Schritt und Tritt hartnäckig folgenden Wätzlich - letzten Endes jedoch vergeblich.

Reibungsloses Teamwork - zumindest über 45 Minuten - auf der einen, kaum ein Minimum an spielerischem Zusammenhalt auf der anderen Seite - zwischen diesen Proportionen bewegte sich das Dresdner Schlagertreffen! Zu Recht sprach Jenas Cheftrainer Hans Meyer davon, Dynamo habe diesen Erfolg in "beeindruckender Haltung und mit sehenswertem Angriffsfußball" herausgeholt. Unter diesem Aspekt gewinnt das Treffen der Elbestädter am Wochenende beim Titelverteidiger 1. FC Magdeburg noch besonderen Reiz.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Eine überzeugende Partie des Referees, der alle aufkommenden Härten im Keime erstickte und so maßgeblichen Anteil an dem insgesamt fairen Spielablauf besaß. Voreingenommenheit konnte ihm beim besten Willen nicht nachgesagt werden, als er gegen Strempel zur (insgesamt) dritten gelben Karte griff. Zum vierten Mal hatte der Mittelverteidiger einen Gegenspieler auflaufen lassen!

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fußballwoche" vom 17. Oktober 1972)