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Fußball vom 5.1.37
Fußball vom 5.1.37


'''Damit hat der Gaumeister zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf auswärtigem Platz einen Kampf gewonnen . Den Erfolg beeinträchtigt auch nicht die Tatsache , daß er mit dem knappsten aller Ergebnisse erzielt wurde , denn der Sieg wurde ja auf dem sehr heißen Boden des Spielvereinigungsparks in Erfurt-Nord errungen . ''' Wir wollen und jedoch nichts vormachen : das Spiel des Gaumeisters befriedigte keineswegs , zumal die Erfurter ihre Schußstiefel vergessen hatten .
'''Damit hat der Gaumeister zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf auswärtigem Platz einen Kampf gewonnen . Den Erfolg beeinträchtigt auch nicht die Tatsache , daß er mit dem knappsten aller Ergebnisse erzielt wurde , denn der Sieg wurde ja auf dem sehr heißen Boden des Spielvereinigungsparks in Erfurt-Nord errungen . ''' Wir wollen und jedoch nichts vormachen : das Spiel des Gaumeisters befriedigte keineswegs , zumal die Erfurter ihre Schußstiefel vergessen hatten . Die Jenaer machten im ganzen einen etwas matten Eindruck gegenüber dem frischen , unbekümmerten Spiel der Gastgeber , die diesmal bedeutend weniger hart als sonst waren . Es wäre sehr zu begrüßen , wenn die Erfurter das Omen von sich zu nehmen verständen , daß sie sehr nahe an der Grenze des Erlaubten spielen .
Es gab einen Punktkampf ohne besondere Klasse und ohne wirklich mitreißende Szenen .
Bei '''Jena''' ist zu bemerken , daß in der Deckung Günther und Schüßler die erwartete gute Leistung zeigten , während der kaum wieder gesundete Hädicke wohl besser noch geruht hätte . Jedenfalls war er mit Harthaus zusammen der wunde Punkt der Deckung , wodurch Erfurts gute rechte Sturmseite öfters gefährlich durchkam und wodurch zugleich die ganze Sicherheit der Jenaer Deckung litt . In der Läuferreihe ist neben dem schwachen Spiel Harthaus' noch zu erwähnen , daß Werner und Kleinsteuber ihr Pensum natürlich voll erledigten , ohne daß sie jedoch , besonders aber Werner , so sehr hervorgetreten wären . Werner hätte , wie übrigens die ganze Mannschaft , schneller abspielen können . Der Sturm Jenas konnte noch immer nicht befriedigen . Denn sonst hätte er von den vielen guten Gelegenheiten mehr verwerten müssen . Am besten gefielen hier Rötschke mit seiner feinen Ballaufnahme und - weiterleitung , und König , der nach dem Wechsel gut eingesetzt wurde . Am schwächsten war Roßberg , der noch mancherlei zu lernen hat .
Die '''Erfurter''' hatten eine schöne ausgeglichene Mannschaft . Der Deckung war sehr aufmerksam und auch zahlreich . Torwart Senftleben schien beim Ballfangen nicht ganz sicher zu sein , von den Verteidigern war Bertuch besser als Loth . Mittelläufer Marquardt ist ein überaus eifriger Arbeiter , er spielte sehr defensiv . Von den Außenläufern besitzt Döhler mehr Erfahrung als der noch junge Wagner . Im Sturm kam Süß bei dem schweren Boden nicht zur Geltung . Bei ihm fielen Mängel in der Ballaufnahme ins Auge . Aßmann und Tennigkeit waren am gefährlichsten , doch auch die linke Seite , vor allem Amling , hatten gute Gelegenheiten . Aber im Auslassen waren auch die Schwarzweißen groß . Also der gleiche Schmerz wie bei Jena . Zeitweise zeigte Erfurts Sturm das schönere Zusammenspiel als die Gäste .


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Nun einiges aus dem '''Spielverlauf''' : Zuerst ist Jena im Angriff ; als Senftleben einen Ball nicht fest fängt , erwischt ihn beinahe Rötschke . Nach und nach kommt auch Erfurt auf . Dabei schaffen die Außenstürmer gefährliche Lagen , weil sie nicht konsequent gehalten werden . Auf der Gegenseite versucht Jena in der Mitte mit Längskombinationen vergeblich durchzukommen . Ganz gefährlich , als Anschütz eine Flanke Aßmanns nur knapp übers Eck köpft . Eine totsichere Sache geht Jena mit Pech verloren . Nach prächtigem Zuspiel kommt Bachmann frei durch , gibt aufs Tor zu und Roßberg köpft darüber , obwohl er nur mit der Brust einzudrücken brauchte . Bei einer hohen Flanke , als Günther herauslief , rettete nur ein Fehlsprung des Erfurter Stürmers , auch zwei Nachschüsse konnten gewehrt werden . Dann umspielte König mit der ihm eigenen Eleganz , einige Erfurter Spieler , zögerte aber mit dem Schuß und gab an den abseitsstehenden Bachmann .
 
Nach dem '''Wechsel''' geht '''Bachmann''' in der 6. Minute mit einer Vorlage Schipphorsts ab und schiebt flach an dem herauslaufenden Senftleben vorbei zum einzigen Tor des Tages ein . Nun erst kommt etwas Stimmung auf den Platz . Harthaus macht fast Selbsttor , er gibt so hoch vors Tor zurück , daß der Ball an die Latte springt ! Die Erfurter geben sich aber nicht geschlagen . Eine Bombe Aßmanns fängt Günther . Dann köpft Rötschke eine Flanke Bachmanns nur knapp übers Tor . König wird jetzt immer wieder , wie es schon von Anfang an sein mußte , mit Steilvorlagen in der Mitte auf Fahrt geschickt . Gefährlich war ein hoher Schuß des Läufers Döhler , den Günther über die Latte hebt . Und wieder geht König nach einer Steilvorlage durch , wird aber noch im letzten Augenblick gestoppt . Er hätte eher am herauslaufenden Torwart vorbeischießen müssen . Erfurt sucht mit Macht zu retten , was möglich ist . Anschütz wechselt mit Bertuch . Doch es sollte bei Jenas Sieg bleiben : eine Gelegenheit für Erfurt in der letzten Minute wird durch hohen Schuß vergeben .
So gewann Jena auf Grund der besseren Torgelegenheiten nicht ganz unverdient , jedoch mit Glück , da der Torgelegenheiten auf beiden Seiten genug waren .
 
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 04.01.1937


==Spiele==
==Spiele==

Aktuelle Version vom 16. März 2025, 11:37 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte Rückrunde
Saison Saison 1936/1937
Ansetzung SpVgg Erfurt : 1.SV Jena
Ort SpVgg - Park in Erfurt-Nord
Zeit So 03.01.1937
Zuschauer
Schiedsrichter Kruspe (Gotha)
Ergebnis 0:1 (0:0)
Tore
  • 0:1 Bachmann (51.)
Andere Spiele
oder Berichte

{{{Links}}}

Aufstellungen

Erfurt
Senftleben
Bertuch , Loth
Wagner , Marquardt , Döhler
Amling , Anschütz , Süß , Tennigkeit , Aßmann


Jena
Günther
Hädicke , Schüßler
Harthaus , Werner , Kleinsteuber
Bachmann , Schipphorst , Roßberg , Rötschke , König

Spielbericht

Dessau und Jena siegen weiter

Wenn der ebenfalls mit 1:0 in Erfurt gegen die auf eigenem Gelände nicht zu unterschätzende Spielvereinigung erfolgreiche 1.Sportverein Jena ohne einen der beiden Pluspunkte in die Heimat hätte fahren müssen , dann wäre wohl bereits der Endsieg der Dessauer als eine feststehende Tatsache zu bezeichnen gewesen . So aber wird man vor allen Dingen das in einem Monat in Dessau stattfindende Treffen der beiden Meisterschaftsanwärter abzuwarten haben , um die Situation richtig beurteilen zu können . Aber bereits am kommenden Sonntag haben Dessau und Jena schwere Spiele auszutragen , und es ist noch nicht sicher , ob den Paul , Schmeißer und Co. die weite Reise in den Thüringer Wald auch die heißersehnten Pluspunkte bescheren wird . Der 1.SV Jena hat in der technisch ausgezeichneten Mannschaft von Cricket- Viktoria Magdeburg auch einen Gegner vor sich , der erst geschlagen sein will . Ein Magdeburger Sieg in Jena würde ihnen die bisherige Rolle der Pöttinger - Schützlinge einbringen und den zweimaligen Mitte-Meister für dieses Jahr ganz ausschalten .

Fußball vom 5.1.37

Damit hat der Gaumeister zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf auswärtigem Platz einen Kampf gewonnen . Den Erfolg beeinträchtigt auch nicht die Tatsache , daß er mit dem knappsten aller Ergebnisse erzielt wurde , denn der Sieg wurde ja auf dem sehr heißen Boden des Spielvereinigungsparks in Erfurt-Nord errungen . Wir wollen und jedoch nichts vormachen : das Spiel des Gaumeisters befriedigte keineswegs , zumal die Erfurter ihre Schußstiefel vergessen hatten . Die Jenaer machten im ganzen einen etwas matten Eindruck gegenüber dem frischen , unbekümmerten Spiel der Gastgeber , die diesmal bedeutend weniger hart als sonst waren . Es wäre sehr zu begrüßen , wenn die Erfurter das Omen von sich zu nehmen verständen , daß sie sehr nahe an der Grenze des Erlaubten spielen . Es gab einen Punktkampf ohne besondere Klasse und ohne wirklich mitreißende Szenen . Bei Jena ist zu bemerken , daß in der Deckung Günther und Schüßler die erwartete gute Leistung zeigten , während der kaum wieder gesundete Hädicke wohl besser noch geruht hätte . Jedenfalls war er mit Harthaus zusammen der wunde Punkt der Deckung , wodurch Erfurts gute rechte Sturmseite öfters gefährlich durchkam und wodurch zugleich die ganze Sicherheit der Jenaer Deckung litt . In der Läuferreihe ist neben dem schwachen Spiel Harthaus' noch zu erwähnen , daß Werner und Kleinsteuber ihr Pensum natürlich voll erledigten , ohne daß sie jedoch , besonders aber Werner , so sehr hervorgetreten wären . Werner hätte , wie übrigens die ganze Mannschaft , schneller abspielen können . Der Sturm Jenas konnte noch immer nicht befriedigen . Denn sonst hätte er von den vielen guten Gelegenheiten mehr verwerten müssen . Am besten gefielen hier Rötschke mit seiner feinen Ballaufnahme und - weiterleitung , und König , der nach dem Wechsel gut eingesetzt wurde . Am schwächsten war Roßberg , der noch mancherlei zu lernen hat . Die Erfurter hatten eine schöne ausgeglichene Mannschaft . Der Deckung war sehr aufmerksam und auch zahlreich . Torwart Senftleben schien beim Ballfangen nicht ganz sicher zu sein , von den Verteidigern war Bertuch besser als Loth . Mittelläufer Marquardt ist ein überaus eifriger Arbeiter , er spielte sehr defensiv . Von den Außenläufern besitzt Döhler mehr Erfahrung als der noch junge Wagner . Im Sturm kam Süß bei dem schweren Boden nicht zur Geltung . Bei ihm fielen Mängel in der Ballaufnahme ins Auge . Aßmann und Tennigkeit waren am gefährlichsten , doch auch die linke Seite , vor allem Amling , hatten gute Gelegenheiten . Aber im Auslassen waren auch die Schwarzweißen groß . Also der gleiche Schmerz wie bei Jena . Zeitweise zeigte Erfurts Sturm das schönere Zusammenspiel als die Gäste .

Nun einiges aus dem Spielverlauf : Zuerst ist Jena im Angriff ; als Senftleben einen Ball nicht fest fängt , erwischt ihn beinahe Rötschke . Nach und nach kommt auch Erfurt auf . Dabei schaffen die Außenstürmer gefährliche Lagen , weil sie nicht konsequent gehalten werden . Auf der Gegenseite versucht Jena in der Mitte mit Längskombinationen vergeblich durchzukommen . Ganz gefährlich , als Anschütz eine Flanke Aßmanns nur knapp übers Eck köpft . Eine totsichere Sache geht Jena mit Pech verloren . Nach prächtigem Zuspiel kommt Bachmann frei durch , gibt aufs Tor zu und Roßberg köpft darüber , obwohl er nur mit der Brust einzudrücken brauchte . Bei einer hohen Flanke , als Günther herauslief , rettete nur ein Fehlsprung des Erfurter Stürmers , auch zwei Nachschüsse konnten gewehrt werden . Dann umspielte König mit der ihm eigenen Eleganz , einige Erfurter Spieler , zögerte aber mit dem Schuß und gab an den abseitsstehenden Bachmann .

Nach dem Wechsel geht Bachmann in der 6. Minute mit einer Vorlage Schipphorsts ab und schiebt flach an dem herauslaufenden Senftleben vorbei zum einzigen Tor des Tages ein . Nun erst kommt etwas Stimmung auf den Platz . Harthaus macht fast Selbsttor , er gibt so hoch vors Tor zurück , daß der Ball an die Latte springt ! Die Erfurter geben sich aber nicht geschlagen . Eine Bombe Aßmanns fängt Günther . Dann köpft Rötschke eine Flanke Bachmanns nur knapp übers Tor . König wird jetzt immer wieder , wie es schon von Anfang an sein mußte , mit Steilvorlagen in der Mitte auf Fahrt geschickt . Gefährlich war ein hoher Schuß des Läufers Döhler , den Günther über die Latte hebt . Und wieder geht König nach einer Steilvorlage durch , wird aber noch im letzten Augenblick gestoppt . Er hätte eher am herauslaufenden Torwart vorbeischießen müssen . Erfurt sucht mit Macht zu retten , was möglich ist . Anschütz wechselt mit Bertuch . Doch es sollte bei Jenas Sieg bleiben : eine Gelegenheit für Erfurt in der letzten Minute wird durch hohen Schuß vergeben . So gewann Jena auf Grund der besseren Torgelegenheiten nicht ganz unverdient , jedoch mit Glück , da der Torgelegenheiten auf beiden Seiten genug waren .

Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 04.01.1937

Spiele

  • Thüringen Weida : Spfr. Halle 4:2
  • SpVgg Erfurt : 1.SV Jena 0:1
  • Wacker Halle : SV 05 Dessau 0:1