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Als vor 14 Tagen in Steinach das letzte Spiel der Herbstserie der Gauliga Mitte zwischen dem Sportverein 08 Steinach und dem 1.Sportverein Jena stieg , fuhren trotz schlechten Wetters nicht weniger als vierhundert Jenaer im Autobus und mit der Reichsbahn nach dem 120 Kilometer entfernten Steinach , wo es freilich nur zu einem Unentschieden langte , so daß die Südthüringer mit zwei Punkten im Vorsprung blieben .Darüber war man weiter nicht verwundert , um so mehr aber über den unfreundlichen Empfang , der den Jenaern durch das dortige Publikum zuteil wurde , obwohl beide Vereine bisher die freundlichsten Beziehungen miteinander gepflogen hatten .Der Steinacher Bericht im "Kicker" brachte des Rätsels Lösung . Man ist in Steinach offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen und hat den 1.SV Dinge zur Last gelegt , für die er nicht verantwortlich ist . | Als vor 14 Tagen in Steinach das letzte Spiel der Herbstserie der Gauliga Mitte zwischen dem Sportverein 08 Steinach und dem 1.Sportverein Jena stieg , fuhren trotz schlechten Wetters nicht weniger als vierhundert Jenaer im Autobus und mit der Reichsbahn nach dem 120 Kilometer entfernten Steinach , wo es freilich nur zu einem Unentschieden langte , so daß die Südthüringer mit zwei Punkten im Vorsprung blieben .Darüber war man weiter nicht verwundert , um so mehr aber über den unfreundlichen Empfang , der den Jenaern durch das dortige Publikum zuteil wurde , obwohl beide Vereine bisher die freundlichsten Beziehungen miteinander gepflogen hatten .Der Steinacher Bericht im "Kicker" brachte des Rätsels Lösung . Man ist in Steinach offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen und hat den 1.SV Dinge zur Last gelegt , für die er nicht verantwortlich ist . | ||
Der Zufall wollte es , daß 14 Tage nach dem Spiel in Steinach sich beide Gegner nun in Jena trafen . Der 1.SV hatte in der Vorschau die allzu lokalbegeisternden Jenaer Fußballfreunde um gutes Betragen gebeten und den SV Steinach mahnten seine eigenen Leute , die mit gen Jena fuhren , ihrer waren nicht wenige ; sogar zu einem Sonderzug hatten sich die Südthüringer aufgeschwungen , der gegen Mittag 440 Personen nach Jena brachte . | Der Zufall wollte es , daß 14 Tage nach dem Spiel in Steinach sich beide Gegner nun in Jena trafen . Der 1.SV hatte in der Vorschau die allzu lokalbegeisternden Jenaer Fußballfreunde um gutes Betragen gebeten und den SV Steinach mahnten seine eigenen Leute , die mit gen Jena fuhren , ihrer waren nicht wenige ; sogar zu einem Sonderzug hatten sich die Südthüringer aufgeschwungen , der gegen Mittag 440 Personen nach Jena brachte . | ||
So war der Rahmen für einen Fußball-Großkampf geschaffen . Gefrorener Boden . Steinach ohne Müller II , der einen Unfall hatte . Bei Jena war Werner durch Furunkel im Nacken stark behindert . Hart geführtes Spiel , das der Schiri aber immer unter Kontrolle hatte . Jena 10 Minuten überlegen , dann kam Steinach zu 2 Ecken , dann verteiltes Spiel , beide gleichwertig . Jenaer Schüsse aber | So war der Rahmen für einen Fußball-Großkampf geschaffen . Gefrorener Boden . Steinach ohne Müller II , der einen Unfall hatte . Bei Jena war Werner durch Furunkel im Nacken stark behindert . Hart geführtes Spiel , das der Schiri aber immer unter Kontrolle hatte . Jena 10 Minuten überlegen , dann kam Steinach zu 2 Ecken , dann verteiltes Spiel , beide gleichwertig . Jenaer Schüsse aber gefährlicher , doch Torwart Zitzmann ist auf der Huth . Der Jenaer Schlussmann zeigt bedenkliche Unsicherheiten . Torlos geht es in die Halbzeit . | ||
Jena hat eine leichte Feldüberlegenheit und es brennt lichterloh vor dem Steinacher Tor . Konter Steinachs faustet Jenas Schlußmann über die Latte. | Jena hat eine leichte Feldüberlegenheit und es brennt lichterloh vor dem Steinacher Tor . Konter Steinachs faustet Jenas Schlußmann über die Latte. | ||
Freistoß Werner zu Schüßler , dessen Schuß Zitzmann in der 65.Minute passieren lassen muß . Tosender Jubel der Jenaer Zuschauer . Steinach gibt nicht auf und drückt nun stark . Dach Jenas Abwehr steht eisern und schon rollen wieder Angriffe auf das Gästetor .Es gelingt nicht mehr den Steinacher Torwart zu überwinden , und Jena hält den knappen Vorsprung . Glück für Jena ! Denn der sympathische Torhüter Koburger hatte einen rabenschwarzen Tag . | Freistoß Werner zu Schüßler , dessen Schuß Zitzmann in der 65.Minute passieren lassen muß . Tosender Jubel der Jenaer Zuschauer . Steinach gibt nicht auf und drückt nun stark . Dach Jenas Abwehr steht eisern und schon rollen wieder Angriffe auf das Gästetor .Es gelingt nicht mehr den Steinacher Torwart zu überwinden , und Jena hält den knappen Vorsprung . Glück für Jena ! Denn der sympathische Torhüter Koburger hatte einen rabenschwarzen Tag . | ||
Version vom 16. Februar 2024, 12:05 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte , 10.Spieltag |
| Saison | Saison 1934/1935 , Rückrunde |
| Ansetzung | 1.SV Jena - SV 08 Steinach |
| Ort | Stadion Jena |
| Zeit | 02.12.1934 |
| Zuschauer | 4.500 ( 440 aus Steinach) |
| Schiedsrichter | Weickert ( Weimar ) |
| Ergebnis | 1:0 (0:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Koburger
- Werner
- Schüßler
- Steinach
- Zitzmann
Spielbericht
König Fußball regierte in Jena den Nachmittag des 1.Dezembersonntags und beherrschte in der Woche zuvor manches Gespräch im Zeißwerk , dem größten Betrieb Jenas . Ist doch der ehemalige Fußballkönig Carl Zeiß der Vater des 1.Sportvereins und sind doch die meisten Spieler seiner Gauligamannschaft im Zeißwerk tätig . Das Spiel selbst hatte Beachtung weit über Jena hinaus gefunden und brachte eine Rekord-Zuschauerzahl in das schöngelegene Stadion des 1.Sportverein ,das von jedem Punkte Jenas aus zu Fuß in einer halben Stunde zu erreichen ist . Die Zahl der Spielbesucher dürfte mit 4500 nicht zu hoch gegriffen sein . Als vor 14 Tagen in Steinach das letzte Spiel der Herbstserie der Gauliga Mitte zwischen dem Sportverein 08 Steinach und dem 1.Sportverein Jena stieg , fuhren trotz schlechten Wetters nicht weniger als vierhundert Jenaer im Autobus und mit der Reichsbahn nach dem 120 Kilometer entfernten Steinach , wo es freilich nur zu einem Unentschieden langte , so daß die Südthüringer mit zwei Punkten im Vorsprung blieben .Darüber war man weiter nicht verwundert , um so mehr aber über den unfreundlichen Empfang , der den Jenaern durch das dortige Publikum zuteil wurde , obwohl beide Vereine bisher die freundlichsten Beziehungen miteinander gepflogen hatten .Der Steinacher Bericht im "Kicker" brachte des Rätsels Lösung . Man ist in Steinach offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen und hat den 1.SV Dinge zur Last gelegt , für die er nicht verantwortlich ist . Der Zufall wollte es , daß 14 Tage nach dem Spiel in Steinach sich beide Gegner nun in Jena trafen . Der 1.SV hatte in der Vorschau die allzu lokalbegeisternden Jenaer Fußballfreunde um gutes Betragen gebeten und den SV Steinach mahnten seine eigenen Leute , die mit gen Jena fuhren , ihrer waren nicht wenige ; sogar zu einem Sonderzug hatten sich die Südthüringer aufgeschwungen , der gegen Mittag 440 Personen nach Jena brachte . So war der Rahmen für einen Fußball-Großkampf geschaffen . Gefrorener Boden . Steinach ohne Müller II , der einen Unfall hatte . Bei Jena war Werner durch Furunkel im Nacken stark behindert . Hart geführtes Spiel , das der Schiri aber immer unter Kontrolle hatte . Jena 10 Minuten überlegen , dann kam Steinach zu 2 Ecken , dann verteiltes Spiel , beide gleichwertig . Jenaer Schüsse aber gefährlicher , doch Torwart Zitzmann ist auf der Huth . Der Jenaer Schlussmann zeigt bedenkliche Unsicherheiten . Torlos geht es in die Halbzeit . Jena hat eine leichte Feldüberlegenheit und es brennt lichterloh vor dem Steinacher Tor . Konter Steinachs faustet Jenas Schlußmann über die Latte. Freistoß Werner zu Schüßler , dessen Schuß Zitzmann in der 65.Minute passieren lassen muß . Tosender Jubel der Jenaer Zuschauer . Steinach gibt nicht auf und drückt nun stark . Dach Jenas Abwehr steht eisern und schon rollen wieder Angriffe auf das Gästetor .Es gelingt nicht mehr den Steinacher Torwart zu überwinden , und Jena hält den knappen Vorsprung . Glück für Jena ! Denn der sympathische Torhüter Koburger hatte einen rabenschwarzen Tag . Jena hat mit Steinach gleichgezogen , aber letzteres führt immer noch infolge besseren Torverhältnisses .
Bericht aus dem Kicker vom 04.12.1934