1933/1934 Spiel 13
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte , 13. Spieltag |
| Saison | Saison 1933/1934 , Rückrunde |
| Ansetzung | 1. SV Jena - SV 08 Steinach |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | 28.01.1934 |
| Zuschauer | 2000 |
| Schiedsrichter | Hoffmann (Saalfeld) |
| Ergebnis | 3:0 (3:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Großkopf
- Thier , Werner , ?
- ? , Köditz , Bachmann , Schüßler , ?
- Steinach
- Zitzmann
- Müller I
Spielbericht

Bei Regen und Schneegestöber , auf sehr glattem und doch noch gut bespielbarem Platze trugen die beiden Gegner vor über 2000 Zuschauern ihre Rückspielbegegnung aus . Das Vorspiel hatten die Südthüringer mit 5:1 gewonnen , diesmal wurden sie mit 3:0 geschlagen . Trotz des schweren Bodens stand das Spiel technisch und taktisch auf einer hohen Stufe , ja es war eines der schönsten und spannendsten Spiele , die wir in letzter Zeit hier gesehen haben . Auch der Unterlegene lieferte ein recht gutes Spiel und kämpfe unverdrossen bis zum Schluß . Dem glatten und schweren Boden ist es zuzuschreiben , daß nicht mehr Tore fielen , denn Torgelegenheiten gab es vor beiden Toren in Menge . Im ganzen Spiel waren die Jenaer , die eine große Leistung zeigten , leicht überlegen . Ihre Tore fielen aus gut angelegten und durchgeführten Angriffen und die Schüsse waren für den Steinacher Torhüter Zitzmann unhaltbar . Dieser wehrte im übrigen recht gut ab ; auch die Verteidigung und Läuferreihe der Gäste gefielen sehr gut . Etwas schwächer war der Sturm , der freilich ein ausgezeichnetes Schlußdreieck vor sich hatte und eine Läuferreihe , die es heute mit jeder anderen im Gau Mitte aufnehmen kann . Der Mittelläufer Werner war wieder der glänzende Dirigent der Jenaer Elf . Im Sturm gefiel besonders das Innentrio Köditz , Bachmann , Schüßler , auch der Linksaußen befriedigte , während der Rechtsaußen in der 2.HZ sehr abfiel . Der beste Mann bei Steinach war Linksaußen Müller I . Das Spiel begann mit schnellen Angriffen beiderseits , wobei Steinach , das die Flügel bevorzugte , zunächst leicht überlegen schien . Eine unerwartete Bombe wehrte Jenas Hüter gut ab . Jena wird zusehends besser und bedrängt nach und nach das Steinacher Tor . Nach etwa einer Viertelstunde schießt der Halbrechte auf eine Vorlage des Halblinken unhaltbar ein . Auch Jenas Tor kommt nun mehrfach in Gefahr , doch der Hüter hält die Schüsse . Als er herausgelaufen ist , köpft Steinachs Sturm neben das leere Tor . Jena hat mehr am Spiel und das nächste Tor ist fällig . Zunächst hält der Gästetormann noch einen Bombenschuß Werners , in der 27.Minute etwa aber verwertet der Linksläufer Thier eine Rechtflanke zum zweiten Tor . Jena drückt , aber auch Steinach kommt noch oft genug vor das gegnerische Tor , freilich ohne etwas zu erreichen . Dann geht der Ball vom Rechtsaußen durch eine glänzende Leistung des Halbrechten zum Mittelstürmer Bachmann und wieder muß Zitzmann das Leder aus dem Kasten holen . Noch paar Chancen hüben und drüben -- Halbzeit .
Schon tippten Jenas Optimisten auf einen 6:0-Sieg , aber die Wäldler zeigten in der 2.HZ , daß sie aus zähem Holze geschnitzt sind und spielen können . Zwar hatten die Platzbesitzer etwas mehr vom Spiel , aber zu Toren langte es nicht mehr . Freilich war auch den Gästen kein Tor vergönnt .
Jena jetzt noch fünfmal auswärts - die Krise scheint überwunden .
Bericht aus dem Kicker vom 30.01.1934
Trotz des schlechten Wetters hatte sich eine stattliche Zuschauermenge im Stadion eingefunden , um dem Spiel der Steinacher Fußballer beizuwohnen .
Daß den Gästen eine Wiederholung ihres hohen Sieges im Vorspiel auf des Gegners Platz nicht möglich sein würde , konnte nur erwartet werden . Immerhin hatte man aber doch mit einem stärkeren Widerstand , ferner mit einem knapperen Ergebnis und wohl auch mit einer überzeugenderen Leistung der Wäldler gerechnet .
Dabei kann man noch nicht einmal behaupten , daß sie sich mit den äußerst schweren Bodenverhältnissen etwa viel schlechter abgefunden hätten als die Sportvereinsmannschaft . Auch das naßkalte Wetter werden sie sicher ebenso gut kennen wie die Leute aus dem Tal .
Die Steinacher konnten gestern mit den Jenensern nicht Schritt halten , das betrifft sowohl die Ausdauer und Kampfkraft als auch den Aufbau des Spiels und das Schußvermögen . Wohl lag Steinach von Zeit zu Zeit stark im Vorteil und hatte manche große Torgelegenheit . Doch waren solche Chancen außer den Torerfolgen bei den Jenensern in ebensolcher Anzahl vorhanden , wozu noch das Eckenverhältnis von 7:4 für den SV tritt .
Gegen eine solche Läuferreihe und Verteidigung , wie sie die Jenenser augenblicklich zur Stelle haben , kann nur ein sehr schneller und drangvoll spielender Sturm Erfolge erzielen . Auch konnte der Steinacher Angriff nicht erwarten , sich mit den Halbstürmern im Hintertreffen auf die Dauer gegen eine Ueberzahl von Gegnern durchzusetzen . Außerdem hätten Schuß - und Placierungsvermögen besser sein müssen , wenn Großkopf im Jenaer Tor in seiner gestrigen Form überwunden werden sollte .
Wohl gab der Steinacher Hüter seinem Jenaer Kollegen nichts nach , doch vermochte er die drei Erfolge der SV-Stürmer nicht zu verhindern . Beim ersten Tor stand er völlig gedeckt und mußte tatenlos zusehen , wie die taktisch schlechte Abwehrarbeit seiner Vorderleute durch Schüßler erfolgbringend ausgenutzt wurde . Beim zweiten wurde er durch prächtigen Einsatz aus nächster Nähe von Bachmann überwunden , und er stand beim dritten Tor dem placierten Schuß Thiers ebenfalls machtlos gegenüber .
Der SV erkannte diesmal besser als gegen Halle die Situation und drückte nach dem ersten Erfolge verstärkt aufs Tempo , verlegte das Spiel weiter in Steinachs Hälfte und gewann Sieg und Punkte nicht durch vermehrte Verteidigung , wie es anscheinend gegen Halle am vergangenen Sonntag geplant gewesen war , sondern durch den Angriff als bestes Mittel der Verteidigung .
Allerdings müssen wir den Hallensern dabei schon gerecht werden und ihnen ein besseres Zeugnis ausstellen als den Steinachern , denn sowohl im Aufbau als auch in der technischen Schulung hatten sie den Wäldlern einiges voraus und ließen sich aus ihrer Ruhe und ihrer Spielweise auch durch den in greifbare Nähe gerückten Sieg des 1.Sportvereins nicht bringen . Dies letzte schien uns aber gerade bei den Steinacher Spielern der Fall gewesen zu sein ; denn bei einem bis dahin erzielten Durchschnittstorerfolg von drei Treffern pro Spiel hätte man doch ein gefährlicheres und vor allem erfolgversprechenderes Stürmerspiel erwarten müssen .
Das Spiel ging unter
Spiele
- 1.SV Jena : SV 08 Steinach 3:0
- Viktoria 96 Magdeburg : VfL Bitterfeld 5:0
- SV Merseburg 99 : SC Erfurt 2:1
- SpVgg Erfurt : Wacker Halle 3:1