1960 02. Spieltag: SC Wismut Karl-Marx-Stadt - SC Motor Jena 3:0

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
(Weitergeleitet von 1960 02)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 2. Spieltag
Saison Saison 1960, Hinrunde
Ansetzung SC Wismut Karl-Marx-Stadt - SC Motor Jena
Ort Otto-Grotewohl-Stadion in Aue
Zeit So. 27.03.1960 15:30 Uhr
Zuschauer 7.000
Schiedsrichter Rudi Glöckner (Leipzig)
Ergebnis 3:0
Tore
  • 1:0 Erler (26.)
  • 2:0 S. Wolf (35., Foulelfmeter)
  • 3:0 Zink (59.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Aue
Lothar Neupert
Lothar Schlegel, Bringfried Müller, Albrecht Müller, Siegfried Wolf, Manfred Kaiser, Klaus Zink, Konrad Wagner, Willy Tröger, Horst Tautenhahn (70. Karl Wolf), Dieter Erler

Trainer: Gerhard Hofmann

Jena
Harald Fritzsche
Hans-Joachim Otto, Heinz Marx, Hilmar Ahnert, Hans Graupe, Siegfried Woitzat, Roland Ducke, Walter Eglmeyer, Horst Kirsch, Dieter Lange, Erwin Schymik

Trainer: Georg Buschner

Spielbericht

Wagners Debüt als Stürmer war ein Volltreffer

Die Erwartungen, die die erzgebirgische Fußballgemeinde hegte, waren natürlich sehr hoch, zumal sie nach über vier Monaten den Meister erstmalig wieder auf heimischem Boden sah. Mit dem Sieg wurden die gehegten Hoffnungen nur zum Teil erfüllt. Gewiß, der Doppelpunktgewinn geht in Ordnung. Mit der spielerischen Linie konnte man aber noch nicht restlos zufrieden sein. Versagt hat wohl keiner der Wismut-Spieler. Jedoch gab es in der Flüssigkeit der Kombinationen oftmals Hemmungen, die nicht nur in schlechtem Abspiel und zu langem Ballhalten bzw. unnötiger Dribbelei (S. Wolf) zu suchen waren, sondern deren Hauptursache über weite Strecken in der allgemein fehlenden Einsatzbereitschaft lag.

Über diesen Mangel können auch einige großartige Kombinationszüge, die aber nur selten aufblitzten, nicht hinwegtäuschen. Die fehlende Einsatzbereitschaft war es auch, die zu einer ungenügenden Manndeckung und in ihrem Gefolge auch zu einigen Unsicherheiten in der Deckung führte. Nur wenn der Ball schnell ab- und steil gespielt wurde und man die Flügel einsetzte waren die Angriffe gefährlich.

Noch ist Wismut hinsichtlich der Aufstellung am Experimentieren. Das sonntägliche Experiment, das darf man behaupten, war nicht schlecht. Die Art und Weise zum Beispiel, wie sich der Nachwuchsmann A. Müller als linker Verteidiger bewegte, war eine Freude. Seine Ruhe und kluge Überlegung in der Abwehr wie im Aufbau waren tadellos. Ebenso war aber auch das Debüt von Wagner als halbrechter gut. Aber Tautenhahn, der sich in der ersten Hälfte gut einführte, fehlte nach der Pause bis zur Auswechslung die notwendige Kondition.

Daß die Jenaer in Aue keineswegs einen schlechten Eindruck hinterließen, geht aus den lobenden Worten, die man über sie immer wieder in den Zuschauerkreisen hörte, hervor. Doch Einsatzfreude und Schnelligkeit - ihr Plus gegenüber Wismut - und auch die zügige, durchweg genaue Ballabgabe allein nutzten nichts, wenn im Sturm der notwendige Vollstrecker fehlt. Hier waren Ducke I, Eglmeyer und Schymik die treibenden Kräfte. Gut war auch die Aufbauarbeit des Läuferpaares, in der Woitzat sich besonders auszeichnete. Jedoch mußte sie ohne Erfolg bleiben. Die Deckung, in der sich Marx oftmals harte Kämpfe mit Tröger lieferte, stand eisern, wenn auch eine etwas übertriebene Härte manchmal angesetzt wurde.

Fritzsche arbeitete ohne Fehler, er war gegen die drei Tore machtlos, und verhinderte sogar durch glänzende Paraden weitere Erfolge des Gastgebers, die durchaus möglich gewesen wären, wobei andererseits auch nicht unerwähnt bleiben darf, daß Eglmeyer Pech hatte, indem seine Schüsse zweimal von der Latte abprallten.

Das erste Tor resultierte aus einem von Wagner geschossenen Eckball, den Fritzsche seitlich abgelenkt hatte und den Erler durch eine Mauer hindurch ins kurze Eck schoß. Den Foulelfmeter, den S. Wolf verwandelte, verschuldete Kirsch an Wagner. Der dritte Erfolg wurde durch einen Freistoß von Wagner dicht am 16-Meter-Raum in rechter Position eingeleitet. Er hob den Ball halbhoch in den Strafraum und der herbeigesprintete Zink schoß entschlossen ein. Das Schiedsrichterkollektiv arbeitete ordentlich.

(aus "Die Neue Fußballwoche" vom 29. März 1960)