30/31 8
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Ostthüringen |
| Saison | Saison 1930/1931 Hinrunde |
| Ansetzung | VfB Rudolstadt : 1.SV Jena |
| Ort | Städtischer Sportplatz in Rudolstadt |
| Zeit | So 26.10.1930 15:00 |
| Zuschauer | |
| Schiedsrichter | Kahl (SpVgg Erfurt) |
| Ergebnis | 1:4 (1:3) |
| Tore |
|
| Andere Spiele oder Berichte |
{{{Links}}} |
Aufstellungen
- Rudolstadt
- Heilmann
- Häßner , Heller
- Möller I , Schneider , Seel
- Hofmann , Möller II , Meyer , Kukral , Bittermann
- Jena
- Großkopf
- Keiling , Opatz
- Sturm , Jacob , Rosenke
- Mieth , Schüßler , Thier , Werner , Kleinsteuber
Spielbericht
Alle Voraussagen für einen glücklichen Ausgang dieses Spieles zugunsten der Jenaer Mannschaft gingen dahin , daß das schwere Rudolstädter Spiel vom 1. Sportverein nur gewonnen werden könnte , wenn es mit größtem Elan und Kampfgeist durchgeführt würde . Die Jenaer Mannschaft hat darin nicht enttäuscht . Sie war sich bewußt , daß sie im VfB Rudolstadt auf dessen eigenem Platze einem Gegner gegenüberstand , der nur mit Einsatz aller Kräfte Bezwungen werden konnte . Dabei kann man dem Umstand nicht ausschalten , daß der VfB Rudolstadt in dem vielbesprochenen Spiel gegen den Sportklub Apolda um die Früchte eines großen Sieges gekommen war . Die Stimmung , die dadurch in Rudolstädter Sportkreise getragen war , mußte auch ihren Einfluß auf das Spiel gegen den 1. Sportverein ausüben , denn Rudolstadt wollte und mußte zeigen , daß es in der Lage war , im Kampfe mit einem weiteren Ostthüringer Spitzenverein sein gutes Können erneut zu beweisen . Das ist ihm gelungen . Der nervösen und manchmal auch recht unfreundlichen Einstellung gegen den 1. Sportverein , die sich in einzelnen Gruppen außerhalb der Barrieren zeigte , wollen wir keine Beachtung schenken . Der sportliche Kampf , der zwar von beiden Mannschaften hart , aber nie unfair geführt wurde , blieb davon unberührt und stellt den kämpfenden Parteien ein gutes Zeugnis aus . Der Sieg des Sportvereins ist verdient , selbst dann noch , wenn man den periodenweisen Druck der Rudolstädter Mannschaft auf das Jenaer Tor in allen Einzelheiten berücksichtigt . Prächtige Spielmomente wurden auf beiden Seiten im Angriff und in der Abwehr geboten . Die linke Jenaer Sturmseite hatte in dem ausgezeichneten rechten Läufer Seel stets schweren Widerstand zu brechen . Dazu lieferte der Mittelläufer und Mittelstürmer ein großes Spiel . Die Jenaer Läuferreihe stand diesem Spiel um nichts nach . In der Verteidigung stoppte Opatz ganz hervorragend die gefährlichen Rudolstädter Angriffe und zeigte sich in schweren Lagen als Verteidiger bester Klasse . Im Jenaer Sturm wurde bald nach Spielbeginn die rechte Seite mit Werner-Kleinsteuber wieder hergestellt . Mit Thier als Mittelstürmer und Schüßler-Mieth auf dem linken Flügel zeigte der Jenaer Angriff ein gut durchdachtes Spiel , aus dem Erfolge kommen mußten . Dabei wirkte sich Werners stets aufbauendes Spiel immer wieder aus . Trotz starker Bewachung setzte sich sein großes technisches Können stets wieder durch . So gab es eine gute Gesamtleistung der Jenaer Mannschaft . Zu den Einzelheiten des Spieles sei folgendes bemerkt :
Jena entgeht in der ersten Spielminute durch entschlossene Abwehr eines Nachschusses von Hofmann durch Großkopf einem sicheren Torverlust . Gleich darauf erzielt Jena eine Ecke und bleibt in der Folge mehr im Angriff . In der 20. Minute schafft Hofmann wieder eine sehr gefährliche Lage vor dem Jenaer Tor . In der 25. Minute flankt Kleinsteuber zu Schüßler , der berechnet den Ball in die äußerste rechte Torecke einschießt . Zehn Minuten später bringt wieder Schüßler einen unhaltbaren Schuß an . Jena führt 2:0 und bleibt im Angriff . Ein Handelfmeter wird von Opatz sicher zum dritten Tore verwandelt . Kurz vor Halbzeit schießt der Halbrechte für Rudolstadt das einzige Tor . Halbzeit 3:1 . Nach der Halbzeit sucht Rudolstadt mit großem Elan dem Spiele eine andere Wendung zu geben . Jena sieht sich zunächst völlig zurückgedrängt . Großkopf verrichtet schwere Arbeit . Dann macht sich Jena nach vier abgewehrten Ecken aus dieser Rudolstädter Drangperiode wieder frei . In der 18.Minute schiebt Mieth den Ball zu Thier . Dieser verlängert zu Werner , dessen unhaltbar scharfer Schuß das vierte Tor für Jena schafft . Das Spiel ist entschieden , ohne daß Rudolstadt das Tempo verringert . Ein Pfostenschuß Schüßlers und einige Durchbrüche Rudolstadts ändern nichts mehr am Ergebnis . Der neutrale Schiedsrichter Kahl , Spielvereinigung Erfurt , hatte in dem sehr schnellen Spiel keine leichte Arbeit . Sein sicheres und korrektes Handeln hätte auf seiten Rudolstadts bessere Beachtung verdient , als es bei Spielschluß zum Ausdruck gebracht wurde .
Bericht von E. Pr. im Jenaer Volksblatt vom 27.10.1930
Spiele
- Richthofen Weimar : SC Apolda 0:4
- VfL Saalfeld : Vimaria Weimar 3:2
- VfB Rudolstadt : 1.SV Jena 1:4