30/31 Pok3
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Goldpokal 4. Runde |
| Saison | Saison 1930/1931 |
| Ansetzung | SV Sturm Chemnitz : 1.SV Jena |
| Ort | Preußenplatz Clausstraße in Chemnitz |
| Zeit | So 14.12.1930 14:00 |
| Zuschauer | 1.500 |
| Schiedsrichter | W. Lindner (Falkenstein) |
| Ergebnis | 2:3 (2:1) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Chemnitz
- Möbis
- Sachadä , Fritzsch
- Schnobel II , Klitzsch , Schneider
- Werner , Henschel , Flemig , Olschyna , Stoll
- Jena
- Großkopf
- Keiling , Opatz
- Löser , Sturm , Rosenke
- Mieth , Schüßler , Grübner , Werner , Thier
Spielbericht
Die Chemnitzer Presse hatte in ihrer großaufgezogenen Vorschau dem Spiele ihres Chemnitzer Gaumeisters mit dem 1.Sportverein Jena eine große Bedeutung beigelegt . Das führende Chemnitzer "Tageblatt" gibt dem Vertreter Mittelsachsens durchaus alle Möglichkeiten für einen Gewinn des Spieles . Es warnt zwar den Chemnitzer Verein , den 1.Sportverein Jena irgendwie zu unterschätzen . Auf die starke , hervorragende heimische Hintermannschaft baut es aber seine besonderen Hoffnungen , und wenn der Chemnitzer Sturm auch keinen Werner in seinen Reihen führe , so müßte das Spiel trotzdem gewonnen werden . Nun , der Verlauf des Spieles hat gezeigt , daß die Jenaer Mannschaft trotz der langen Reise , fremden Platzes und beinahe unmöglichen Bodenverhältnissen ihre Aufgabe gut gelöst hat . Sie zeigte Kampfgeist und setzte alle Kräfte ein . Jena stand zu Anfang des Spieles durchaus nicht das Glück zur Seite . Der mittelsächsische Gaumeister hatte den Vorzug , als ausgeruhte und erstmalig in die Pokalrunden eingreifende Mannschaft ins Spiel zu gehen . Befremdlich wirkte der äußere Rahmen , unter dem diese sportliche Auseinandersetzung zwischen Großstadt-und Provinzvertretern vor sich ging . Vor knapp 1.500 Zuschauern bot der geräumige Preußenplatz durchaus kein Bild großstädtischer Aufmachung . Jede andere Thüringer Stadt hätte dem Verbande Mitteldeutscher Ballspielvereine ein größeres Publikum gestellt . Um so höher steht aber das Urteil über die sportlichen Kampfszenen , die innerhalb der Barrieren vor sich gingen und die dem Spiele einen stets wechselvollen , spannenden Verlauf gaben . Die Bodenverhältnisse bilden dabei ein Kapitel für sich . Wasser und Morast waren die ärgsten Hindernisse , die von den Mannschaften zu überwinden waren . Das Spiel nahm folgenden Verlauf :
Der Anstoß von Chemnitz wird abgefangen . Bei besserer Platzkenntnis von "Sturm" hat dieser Vorteile im Jenaer Strafraum . Der Halbrechte schießt knapp neben den Pfosten . Jena bedrängt anderseits das Chemnitzer Tor . Werner und Mieth schießen knapp über die Latte . In der 17. Minute erhält der Chemnitzer Linksaußen fünf Meter vor dem Jenaer Tor in klarer Abseitsstellung den Ball zugespielt . Großkopf wehrt den Schuß ab . Mit Nachschuß führt Chemnitz 1:0 . Jena greift gefährlich an , Werners Schuß läßt der Chemnitzer Tormann prallen , die Gefahr verläuft indessen günstig für Sturm . Bis zur 28. Minute hat Jena zwei Ecken . Ein Angriff im Jenaer Strafraum wird von Keiling durch Handspiel unterbunden . Den Elfmeter schießt der linke Chemnitzer Verteidiger in der 30. Minute zum zweiten Tore ein . Ein außerordentlich schnelles Tempo liegt auf dem Spiele . Jena schafft gefährliche Lagen , kann aber zunächst nichts erreichen . Das Spiel ist gleichmäßig für beide Parteien verteilt . In der 44. Minute kann Schüßler , dem Werner glänzend vorgearbeitet hat , einen hohen Schuß anbringen . Mit dem Halbzeitpfiff steht das Spiel 2:1 für Chemnitz . Nach Wiederbeginn drückt Jena mächtig auf das Tempo . Jeder einzelne Spieler kämpf mit allem Einsatz um den Ausgleich , der bereits in der 4. Minute erreicht wird , Thier schießt , im spitzen Winkel zum Chemnitzer Tor stehend , unhaltbar flach in die äußerste linke Torecke ein . Immer wieder stört die glänzend arbeitende Jenaer Läuferreihe in Verbindung mit der Verteidigung die schnellen und energisch geführten Chemnitzer Angriffe . Auf Strafstoß von Rosenke , der den Ball vor das Chemnitzer Tor gibt , schießt Werner unhaltbar das dritte siegbringende Tor in der 20. Minute . Zwei Minuten später rettet Keiling auf der Torlinie ein sicheres Tor . Bei Jena kommt Mieth schön durch . Der Angriff wird kurz vorm Tor abgestoppt . Rosenke schießt zweimal kurz folgend auf das Chemnitzer Tor . Mit Glück hält der Tormann . Jena zieht Werner zurück und sichert sich einen schwer errungenen Sieg , der trotz Bedrängnis in den Schlußminuten erhalten wird . Er ist wohlverdient . Anerkennend spricht man sich im Chemnitzer Lager über die Jenaer Mannschaft aus , die eine hervorragende Leistung zum besten gab , an der jeder einzelne Spieler Anteil hat .
Der Schiedsrichter Lindner - Falkenstein erfüllte in dem wechselvollen Kampfe alle Anforderungen , die man bei einem solchen Kampfspiel stellen kann . Das nächste Spiel wird nach Jena versprochen .
Spiele
- 4. Runde (14.12.19309
- SpVgg Leipzig : Ammendorf 1910 2:0
- SC Döbeln : Wacker Leipzig 1:6
- SV Meerane 07 : Spfr. Leipzig 2:6
- Sturm Chemnitz : 1.SV Jena 2:3
- Spfr. Halle : Preußen Langensalza 4:1
- SV 98 Dessau : SC Erfurt 1:10
- SpVgg Neumark : Cricket Viktoria Magdeburg 3:3 n.V. - WH 28.12. Magdeburg : Neumark 0:1
- VfL Bitterfeld : Preußen Magdeburg 2:1
- Fortuna Magdeburg : SV Groß Kayna - abgesagt - WH 28.12. in Merseburg : Großkayna : Magdeburg 1:2
- SC Heidenau : TuB Leipzig 1:5
- SG Dresden 93 : Viktoria Leipzig 3:1
- SV 99 Merseburg : Wacker Chemnitz 5:2
- SpVgg Falkenstein : Sportlust Dresden 9:2
- SuBC Plauen : Preußen Chemnitz 5:4
- Freilos : VfL Neustadt b.C.