1938/1939 02. Spieltag: 1. SV Jena - SpVgg Erfurt 3:1

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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 2. Spieltag
Saison Saison 1938/1939
Ansetzung 1. SV Jena - SpVgg Erfurt
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 18.09.1938 15:00
Zuschauer
Schiedsrichter Klinge (Gotha)
Ergebnis 3:1 (2:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellung

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Paul Günther
Hermann Schüßler, Walter Paul
Fred Harthaus, Walter Hädicke, Hermann Malter
Bernhard Schipphorst, Kurt Beckert, Herbert Gans, Alex König, Walter Bachmann

Trainer: Rudolf Prokoph

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Erfurt
Senftleben
Bertuch , Loth
Eckardt , Ritter , Döhler
Petermann , Peter , Schmidt II , Schmidt I , Franke

Trainer: Schneider

Spielbericht

Viel sicherer, als es das Ergebnis besagt, wurde die Erfurter Spielvereinigung in Jena geschlagen. Und nur die Tatsache, daß der Sieg nicht eindeutiger ausfiel, vermag die Freude über das schöne Spiel der Jenaer zu trüben. Da Werner erkrankt ist, mußte der 1. SV seine Mannschaft umstellen. Die Erfurter Schwarzweißen hatten Marquardt, Kallenberg, Aßmann und Tennigkeit nicht zur Verfügung und mußten ihre Elf daher ganz umbauen. Man merkte den Erfurtern das Fehlen der vier guten Kräfte an, sie konnten nicht an frühere Leistungen anknüpfen und mußten sich auf Durchbrüche beschränken und sonst schwer verteidigen. Das zehrte an den Kräften, so daß in der zweiten Hälfte die Erfurter völlig überspielt wurden und erst gegen Ende etwas "zweite Luft" bekamen. Leider war der Gothaer Schiedsrichter Klinge dem sehr schnellen und harten Spiel nicht gewachsen, er übersah manche Regelwidrigkeiten. Und nur der Disziplin der Jenaer Mannschaft ist es zu danken, daß alles verhältnismäßig gut abging, da die Spielvereinigung in ihrer Härte offensichtlich zu weit ging. Da brauchen sich die Schwarzweißen nicht zu wundern, wenn sie in der Liga nicht allzu beliebt sind. Hoffen wir, daß das auf dem neuen Sportplatz in Ilversgehofen besser wird. Dennoch war das alles kein Grund, daß die Jenaer Zuschauer sich so mißfällig äußerten. Das wirkte umso schlechter, als Gausportlehrer Tauchert anwesend war. Hier ist noch viel Selbstzucht vonnöten. Für uns war das Hervorstechendste der Versuch mit Hädicke als wuchtigem Stopper-Mittelläufer. Es gab so im Verein mit Paul und Schüßler, wozu - wenn nötig - ein Außenläufer kam, eine feine Deckung. Da auch Günther gut aufgelegt war, hatten die Erfurter nur wenig reelle Torchancen. Im Sturm machte sich das Fehlen des vorgesehenen Werner in mangelhafter Durchschlagskraft bemerkbar, zumal König etwas langsam war. Es wurden wohl gute Torgelegenheiten ausgearbeitet, aber Senftleben war aufmerksam, zum Teil hatte Jena Pech, zum anderen litt die Schußfreudigkeit unter Genauigkeit. Im ganzen machte das Spiel der Jenaer also wieder Freude und konnte sich durchaus sehen lassen bis auf die erwähnten Schönheitsfehler, den die Torquote ist viel zu niedrig.

Zum Spielverlauf: Nach 5 Minuten gibt Gans eine prächtige Steilvorlage an Bachmann, die dieser aufnimmt und unhaltbar einschießt. Schließlich läßt Malter nach einer Ecke eine unverhoffte Bombe los, nach der sich der verdutzte, in der Sicht etwas behinderte Senftleben nur strecken kann. Nach dem Wechsel gab es dann die große Druckperiode Jenas und den Auseinanderfall der Schwarzweißen. Schon in der 53. Minute führte Jena 3:0. Gans knallt eine Bombe vor die Pfostenkante, der Ball springt schräg zu Schipphorst. Ueberlegt drückt dieser das Leder in die freie kurze Torecke. Während Jena kein Glück mehr hat, kommt Erfurt zum Ehrentor. Günther faustet einen Strafstoß fein weg, aber gegen den Nachschuß ist er machtlos.

(Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 19.09.1938)

Sonstige Spiele

18.9.38

  • 1.FC Lauscha - SV 08 Steinach 2:7
  • Fortuna Magdeburg - Thüringen Weida 1:5

25.9.38

  • SpVgg Erfurt - SV Merseburg 99 0:1, 1.100 Zuschauer
  • 1.FC Lauscha : Fortuna Magdeburg 3:1, 500 Zuschauer