1938/1939 03. Spieltag: SV Dessau 05 - 1. SV Jena 5:0

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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte , 3. Spieltag
Saison Saison 1938/1939, Hinrunde
Ansetzung SV Dessau 05 - 1. SV Jena
Ort Stadion am Schillerpark in Dessau
Zeit So. 02.10.1938 14:30
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Greye (Greppin)
Ergebnis 5:0 (2:0)
Tore
  • 1:0 Paul (17.)
  • 2:0 Kusmirek (22.)
  • 3:0 Elze (43.)
  • 4:0 Paul (63.)
  • 5:0 Niemann (76.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Dessau
Mössner
Poppenberg, Henze
Manthey, Gehlert, Weißenborn
Paul, Niemann, Schmeißer, Elze, Kusmirek

Trainer: Höger


Jena
Göpfert
Hermann Schüßler, Bernhard Schipphorst
Fred Harthaus, Walter Hädicke, Hermann Malter
Alex König, Lang, Heinz Werner, Herbert Gans, Walter Bachmann

Trainer : Rudolf Prokoph

Spielbericht

Dessaus Kampfbahn 5:0 eingeweiht

Verhältnismäßig früh fand in diesem Jahre der Großkampf zwischen den beiden Meisterschaftsrivalen Dessau 05 und dem 1.SV Jena statt. Entgegen früherer Jahre wurde er diesmal zuerst in Dessau durchgeführt. Hier weihte der Gaumeister seine neue Kampfbahn, eine überaus schmucke Spielstätte, mit einem Fassungsvermögen für 15.000 Zuschauer.

In Gegenwart des Gaufachwartes Hans Hädicke, der die völlig neu hergerichtete herrliche Kampfbahn des Gaumeisters in einer Ansprache weihte - auch die Gäste aus Jena überreichten durch ihren Vereinsführer Dr. Liebmann ein Blumengebinde - standen sich die beiden alten Gaumeister gegenüber. Die Dessauer, die am Vorsonntag in einem Übungsspiel den SV Tannenheger mit 6:0 besiegt hatten, traten mit ihrer stärksten Mannschaft an, also auch mit den beiden neuen Leuten, dem Torwart Mössner (früher Floridsdorf Wien) und dem linken Läufer Weißenborn (früher Harburg). Auch in Reihen der Thüringer stand ein Ex-Wiener auf halblinks: Lang (Wacker Wien), der jedoch im Gegensatz zu seinem Dessauer Landsmann nicht sonderlich einschlug. Jena hatte seinen Torwart Günther ersetzen müssen, außerdem fehlte im Angriff der Repräsentative Beckert und damit die treibende Kraft. Dessau war dem Gast an Schnelligkeit und Einsatzbereitschaft glatt überlegen und zeigte besonders im Sturm viel Schußfreude, während der Jenaer Angriff gerade in Tornähe gänzlich versagte und auch die sichersten Gelegenheiten ausließ. Dessaus treibende Kraft war Schmeißer als zurückgezogener Mittelstürmer und bei Jena der noch nicht völlig wiederhergestellte Werner, der gleichfalls den Sturm anführte. Werner ging kurz nach der Pause, als der Kampf schon für Jena verloren war, auf seinen Stammposten zurück und brachte es fertig, daß seine Mannschaft mehr Druck nach vorn erhielt. Vorher stand Hädicke als Stoppermittelläufer seinen Mann, leider fand er aber mit diesem System bei seinen Halbstürmern kein Verständnis.

Der Sieg der Dessauer ist verdient, wenngleich er zahlenmäßig zu hoch ausgefallen ist. Hier muß gesagt werden, daß ein Tor vom Schiedsrichter nicht hätte gegeben werden dürfen, da der Ball die Linie noch nicht überschritten hatte. Im Übrigen ist auch Jenas Tormann nicht ganz schuldlos an der Höhe dieser Niederlage.

In den ersten 20 Minuten sah es nicht nach einem so glatten Siege des Meisters aus, da die Gäste im Feldspiel ein geringes Plus hatten. Ganz verschoß zweimal ausgezeichnete Torgelegenheiten: sein Bälle gingen haarscharf am Pfosten vorbei. Im immer offener werdenden Feldspiel kam Dessau dann durch Paul, der Schipphorst regelwidrig vom Ball getrennt hat, mit Nahschuß zum ersten Tor. Als der Jenaer Ex-Wiener verletzt wurde und mit Linksaußen König den Platz wechselte, auf dem er ebenso wenig wie vorher leistete, trat die schwache Leistung des Jenaer Angriffs immer klare zutage. Ein sehr schönes Zuspiel von Schmeißer an Kusmirek brachte durch diesen ein unhaltbares zweites Tor. Ein weiterer Treffer desselben Spielers wurde wegen vorausgegangenem Handspiel nicht anerkannt. Kurz vor der Pause brachte eine weitere Vorlage von Poppenberg mit anschließendem unhaltbaren 25-m-Schuß von Elze das 3:0. Jenas Verteidigung hatte Elze nicht angegriffen.

Nach der Seitenwechsel wurde Jena zunächst aggressiver, und Dessaus Torwart konnte einen Schuß von Werner gerade noch zur Ecke lenken. Im Gegenangriff machte Schipphorst einen Scharfschuß Kusmireks noch auf der Linie unschädlich. Dessau kam dann durch Paul zum 4:0 - allerdings hatte der Torwart den Ball noch auf der Torlinie gemeistert. Nun drückten die Anhaltiner stark und konnten noch einen schönen Erfolg buchen durch Niemann, der von Jenas linken Läufer Harthaus den Ball vor die Füße bekam. War der Kampf bis dahin flott und offen, so ließ er nun merklich nach, da Dessau mit dem Ergebnis zufrieden zu sein schien und Jena bei etwas überlegenem Spiele das Toreschießen versäumte. Eckenverhältnis: 8:6 für Dessau.

Die besten Spieler : Schmeißer , Henze (Dessau ) Werner , Malter (Jena).

(Bericht von M. Georgi im Kicker vom 3.Oktober 1938)

andere Spiele

  • Merseburg 99 : Steinach 08 3:0 , 700 Z.
  • FC Thüringen Weida : VfL 96 Halle 4:0 , 2.000 Z.
  • Fortuna Magdeburg : SpVgg Erfurt 4:0 , 1.000 Z.

9.10.38

  • VfL Halle 96 : 1.FC Lauscha 07 4:2 , 500 Z.
  • Thüringen Weida : Merseburg 99 3:0 , 1.000 Z.
  • Steinach 08 : CV Magdeburg 1:0 , 950 Z.