1938/1939 15. Spieltag: 1. SV Jena - Fortuna Magdeburg 8:1

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
(Weitergeleitet von 38/39 15)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 15. Spieltag
Saison Saison 1938/1939, Rückrunde
Ansetzung 1. SV Jena - Fortuna Magdeburg
Ort 1. SV - Stadion in Jena
Zeit So. 05.03.1939 15:00
Zuschauer 1.500
Schiedsrichter Darr (Gotha)
Ergebnis 8:1 (5:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte


Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Ehrenfried Patzl
Hermann Schüßler, Walter Hädicke
Walter Paul, Heinz Werner, Kurt Beckert
Alex König, Hans Ullrich, Walter Bachmann, Ludwig König, Ludwig Hoffmann

Trainer : Rudolf Prokoph


Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
F. Magdeburg
Krüger
Wege , Adam
Wöge , Kunicke , Opel
Franke , von Zweydorf , Lühr , Rachholtz , Winter

Trainer : ?

Spielbericht

Jenas Sturm in Bombenform!

Nach dem 8:0 gegen Halle 96 nun dieses 8:1 gegen den Magdeburger Neuling! Diese beiden Zahlen sprechen beredt für die gegenwärtige Verfassung der Jenaer Angriffsreihe und hier ist es vor allem auch Ludwig König, der sich (langsam aber sicher) in Jena akklimatisiert! Es wird nicht mehr lange dauern und die Torschützen - Rekordstellung des Dessauers Schmeißer wird bedroht sein. Schade das Fortunas Torwart Krüger beim 0:4-Stand verletzt ausscheiden mußte. Bei einem Schuß von Bachmann von unheimlicher Schärfe versuchte Krüger zu fausten, doch knickte die Hand förmlich um. Für ihn ging Adam ins Tor und - man höre und staune - es war mit einem Male der beste Spieler des Kampftages! Die Jenaer hatten den Sieg schon in der Tasche, als sie in den ersten 30 Minuten mit 4:0 führten, durch Tore, die aus hervorragenden, z. T. bildschönen Kombinationszügen herrührten. Verzeichnet sei noch, daß der Kampf in jeder Hinsicht fair war .

(Bericht im Kicker vom 7. März 1939)


Wer bei einem Fußballspiel Tore sehen möchte, der ist am Sonntag im Stadion wieder einmal auf seine Kosten gekommen - oder auch nicht, wenn er die Tormöglichkeiten mit den wirklich erzielten Toren vergleicht. Insofern ähnelt das Spiel dem vor acht Tagen gegen 96 Halle. Sonst aber war es doch etwas anders. Vorerst einmal: Fortuna Magdeburg, erstmals in Jena, gefiel sehr. Es ist eine sympathische und anständige Mannschaft, elf schlanke, meist noch junge Spieler in schönem dunkelblauem Dreß, die sich auch durch ihr Pech nicht entmutigen ließen und tapfer kämpften, so daß sie zu Recht Beifall erhielten. Schade, daß Fortuna absteigen muß - eine solche Elf mit diesem Geist können wir immer in der Liga gebrauchen. Zum Spielverlauf: der 1. SV Jena unterstrich nachdrücklich seine gute Form vom Vorsonntag und ließ den Gästen nur eine Viertelstunde, die erste, wo allerdings Fortuna überraschte und mit Schnelligkeit und langen Vorlagen recht annehmbar spielte. Dann war Jenas Maschine eingelaufen, und es konnte nicht mehr lange dauern, bis Nummer Eins fällig war. In der 17. Minute gab Ludwig König Bachmann eine herrliche Steilvorlage. Bachmann lief und schoß überlegt in die lange Ecke. Vier Minuten später gibt König II wieder eine ähnliche Steilvorlage, die Bachmann geschickt zu Hoffmann lenkt. Der kleine Soldat knallt scharf drauf, der Ball springt dem Torwart aus den Händen und Alex König schießt endgültig ein. Und wieder sieben Minuten später: Ullrich täuscht die Verteidigung gut, schießt aber zu schwach, so daß der Torwart wehrt. Im Nachschuß verwandelt Bachmann vollends. Jetzt schwimmt die Fortuna-Deckung, die verstärkt war durch den Mittelläufer, etwas, und Jena drängt weiter. Das 4:0 gibt es nach einer halben Stunde Spielzeit: König II täuscht und schießt ein. Und nun passiert den Fortunaleuten das Pech: einen Strafstoß bekommt Bachmann von Werner, eine unheimliche Nahbombe faustet Torwart Krüger und bricht sich dabei einen Finger. Fortuna muß also mit 10 Mann den Kampf zu Ende führen. Gleich darauf fällt auch das 5. Tor: es ist ein Zuspiel von Hoffmann zu Ullrich.

Nach der Pause geht es so weiter. In der 3. Minute schießt Ludwig König mit dem linken Fuß in die entgegengesetzte Ecke unhaltbar ein. Jena nimmt die Sache nun leichter, das schöne Zusammenspiel wird lässiger, nicht mehr so zielbewußt, und so kann der überraschend gut spielende Dreiersturm der Gäste (auf Rechtsaußen stand noch ein Verletzter) das verdiente Ehrentor erzielen, da hinten beim 1. SV sehr offen gespielt wurde. Rechtsaußen-Mittelstürmer-Linksaußen, das ist der Weg, den das Leder nahm, als es von Adam ungehindert zum Gegentor eingeschossen wurde. Nummer Sieben war ein Schuß Werners in der 60. Minute, den ein Verteidiger ablenkte, so daß der Torwart nicht mehr hinkam. Nun ebbte der Kampf sichtlich ab. Die Jenaer vermochten auch die zwingendsten Gelegenheiten nicht zu nutzen und schossen ungenau und schwach. Der Ersatztorwart fand sich mehr und mehr zurecht und stellte sich so gut, daß kein Treffer mehr erzielt wurde. Und dazu kam der Fortunasturm mit einigen begabten Kräften immer wieder ganz gut auf. Die Zuschauer würdigten auch den ritterlichen Kampf der Gäste, die niemals entmutigt waren, freuten sich aber dennoch, als Ullrich in der Schlußminute den Bann brach und mit flachem Schuß das obligate 8. Tor erzielte. Darr (Gotha) leitete den Kampf gut und sicher. Die SV-Elf verdient ein Gesamtlob für ihr schönes Spiel, wobei höchstens Paul durch ungenaues Abspiel auffiel. Es lief wieder einmal prächtig, wenn es auch nicht geschadet hätte, wenn man noch mehr gekämpft hätte, um einmal eine zweistellige Torziffer zu erreichen. Immerhin kann sich der 1. SV freuen, daß es wirklich schöne Tore waren, die diesmal geschossen wurden, und daß der Sieg bei dem Ausscheiden des Fortuna-Torwarts schon nicht mehr in Frage stand. Bei Fortuna fehlten Strempel und Mehr.

(Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 06.03.1939)

andere Spiele

  • CV Magdeburg : Thüringen Weida 3:2 , 3.500 Z.
  • SV 08 Steinach : SV 99 Merseburg 4:2 , 1.000 Z.
  • VfL 96 Halle : SV 05 Dessau 0:2 , 5.000 Z.