1938/1939 18. Spieltag: Cricket-Viktoria Magdeburg - 1. SV Jena 3:4

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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 18. Spieltag
Saison Saison 1938/1939 , Rückrunde
Ansetzung Cricket-Viktoria Magdeburg - 1. SV Jena
Ort Polizeistadion in Magdeburg
Zeit So 26.03.1939
Zuschauer 2.200
Schiedsrichter Rühle ( Merseburg)
Ergebnis 3:4 (2:2)
Tore
  • 0:1 L. König (14.)
  • 0:2 Bachmann (26.)
  • 1:2 Albrecht (27.)
  • 2:2 Stickroth (29.)
  • 2:3 Werner (68.)
  • 2:4 A. König (74.)
  • 3:4 Albrecht (80.)
Andere Spiele
oder Berichte


Aufstellungen

CV Magdeburg
Gläser
Oelgardt, Kreher
Laaß, Geyer, Winter
Fuchs, Albrecht, Stickroth, Meyer, Jacob

Trainer: Förderer


Jena
Ehrenfried Patzl
Hermann Schüßler, Walter Hädicke
Walter Paul, Heinz Werner, Kurt Beckert
Alex König, Hans Ullrich, Walter Bachmann, Ludwig König, Ludwig Hoffmann

Trainer : Rudolf Prokoph

Spielbericht

Um ein Tor war Jena besser!

Der 4:3-(2:2)-Sieg, den der Erste Sportverein Jena in Magdeburg über Kricket-Viktoria errang, war vollauf verdient. Das erkannten neidlos auch die Kriketer an, die anfangs das Kommando hatten. Als aber Jena ins Spiel kam, war am Enderfolg der Gäste nicht zu zweifeln, auch nicht beim 2:2. Denn immer setzte sich die variierte Spielweise Jenas durch. Diesmal gefiel bei den Gästen der frühere Sudetendeutsche L. König im Angriff besonders. Sein kluges Aufbauspiel, das Dribbeln und Freispielen der Nebenleute war vollendet. Nur hätte er des öfteren einmal schießen müssen. Neben ihm war Linksaußen Hoffmann der aggressivste Stürmer. Werner war Stopper-Mittelläufer und bewachte vor allem Stickroth, den besten Angriffsspieler der Gastgeber. Meyer - Magdeburg verzettelte sich diesmal zuviel. Er behielt den Ball zu lange und müßte viel eher abgeben. Torwart Gläser erschien nicht so sicher wie sonst. Die Zuschauer nahmen lebhaften Anteil am Spielgeschehen und einmal holte sich der bekannte Schiedsrichter Rühle ein Pfeifkonzert. Zu Unrecht. Stickroth war regelgerecht abgesperrt worden und dabei gefallen. Die Zuschauer erwarteten einen Strafstoß für Kricket, aber der Unparteiische unterbrach den Kampf lediglich wegen des liegen gebliebenen Magdeburger Spielers. Für Jena verschossen Ullrich und Bachmann einige gute Torchancen.

Beste Spieler: L. König, Werner, Hoffmann (Jena), Stickroth (Magdebg.)

(Bericht von Georg. im Kicker vom 28. März 1939)

Obwohl das gestrige Spiel in Magdeburg keinen Einfluß mehr auf Platz und Stellung im Tabellenstand bringen konnte, war man doch überrascht, mit wieviel Ehrgeiz und Einsatz dieser Punktkampf bis zur letzten Minute durchgespielt wurde. Die über 2000 Zuschauer, die trotz des unfreundlichen Wetters gekommen waren, wurden in keiner Weise enttäuscht, höchstens von dem Punktverlust der Platzherren. Beiderseits war man mit stärkster Mannschaft angetreten, die Voraussetzung für ein gutes Spiel war so schon gegeben. Aber was man dann während der Spielzeit zu sehen bekam, war mehr als ein gutes Spiel. Gekämpft und gespielt wurde, als ob's um die Spitze der Tabelle ging. Ueberragte einerseits bei den "Cricketern" der kämpferische Einsatz, so setzte dem der 1. SV Jena gestern ein technisch hochstehendes Spiel entgegen. Wohl eines der schönsten Spiele der ganzen Spielzeit. Auf und ab wogte der Kampf, um jeden Zoll Boden wurde gekämpft. Den Höhepunkt erreichte das Spiel, als es Magdeburg gelungen war, den Ansturm des 1.SV Jena, der den Torstand von 0:2 brachte, aufzuhalten und innerhalb 3 Minuten zum 2:2 aufzuholen. Doch Jenas Mannschaft konnte das heute nicht erschüttern. Mit noch mehr Einsatz beiderseits ging's jetzt um den Sieg. Mit den schönsten Kombinationszügen rückte man vor des Gegners Tor. Kurz geschildert sei nur der herrliche Angriff, nachdem Patzl des erstemal überwunden war. Vom Anstoß weg wanderte der Ball durch Jenas Reihen, ohne daß nur ein einziger Cricketer die Möglichkeit hat, in den Besitz des Leders zu kommen, bis vor Gläsers Tor. Da steht plötzlich, von L. König herrlich freigespielt, Ullrich, doch sein abschließender Schuß verfehlt das Ziel. Das konnte 1:3 heißen. Doch stattdessen nehmen jetzt die "Cricketer" den Abstoß auf, tun dasselbe und im Gegenzug haben sie es fertiggebracht, innerhalb weniger Minuten den Halbzeitstand 2:2 herzustellen.

Die zweite Halbzeit ist fast noch schneller. Nur dem Schußpech einzelner Jenaer Spieler hat Cricket das nicht höherstehende Endergebnis zu verdanken. Ein Lob der Magdeburger Mannschaft für ihren kämpferischen Einsatz, das auch nicht durch die harte Gangart gegen Schluß zu trüben war. Schiedsrichter Rühle, Merseburg, war Garant dafür, daß alles im Bereich des ritterlichen Kampfes blieb. Ein Gesamtlob aber der Jenaer Mannschaft, in der jeder sein Bestes gab. Ueberragend im Sturm L. König.

Kurzer Spielverlauf: Gegen den kalten Wind hat Jena Anstoß, mit schönem kurzen Paßspiel wird dem Gegner zuleibe gegangen. Doch Cricket weiß sich zu wehren, besonders der Mittelläufer ist auf dem Posten, läßt Bachmann keine Chance. Sehr gut die rechte Seite Albrecht-Fuchs, die immer wieder eingesetzt wird. Hädicke und Beckert haben schwer zu schaffen. In der 8. Minute kann Patzl einen Schuß Albrechts nur noch über die Latte lenken. Der Eckball kommt schön vors Tor, wird ebensogut von Meyer aufs Tor geköpft, doch Patzl hält. In der 14. Min. steht das Spiel 0:1. Ein Strafstoß wegen Handspiels, A. König schießt, sein Namensvetter L. König köpft unhaltbar in die linke obere Ecke. Der Kampf wirkt nie einseitig, auf und ab wogt das Spiel, auch vor Jenas Tor entstehen wie drüben die brenzlichsten Lagen. So verfehlt einmal Meyer anschließend an eine Strafstoß nur knapp. 26. Min. 0:2. Von Paul wird der Ball dem Gegner abgenommen, wird vors Tor gehoben, schlecht abgewehrt, L. König gibt durch Rückzieher fein zu Bachmann, und unheimlich scharf landet das Leder im Netz. 27. Min. 1:2. Im Gegenangriff kommt Cricket gefährlich vor Patzls Tor. Stickroth schießt, von einem Jenaer Spieler wird abgewehrt, abermals geht das Leder Richtung Jenaer Tor, Patzl stürzt raus, doch mit der Fußspitze hebt Albrecht den Ball über ihn ins Tor. Jetzt wird's munter in Magdeburgs Reihen, in den schon geschilderten Phasen kommt es bald zum 2:2, - in der 29. Min. Hädicke stürzt bei der Abwehr, Werner kann nicht mehr genügend klären, Albrecht kommt unverhofft zum Schuß, Patzl kann den aus kürzester Entfernung geschossenen Ball nicht festhalten, er prallte ihm aus den Händen, Stickroth ist sofort da und schiebt ein. Nochmals hat Bachmann eine feine Schußstellung, doch der holperige Boden vereitelt. Halbzeit 2:2. Cricket will das Ergebnis halten. Jena drückt, doch durch die jetzt vielbeinige Deckung ist das Toreschießen schwerer geworden. Die Jenaer sind durch die Bank etwas schneller, Eckbälle gibt es hüben wie drüben. Einmal ist Gläser schon überwunden, doch Kreher rettet auf der Linie. Beckert jagt einen Schuß aus dem Hinterhalt aufs Tor, Gläser rettet mit schöner Parade. 23. Min., endlich nach vielen Fehlschüssen heißt's 2:3 - das schönste Tor des Spieles. König flankt zum freigelaufenen Werner, direkt aus der Luft genommen saust der Ball unhaltbar ins Netz. Leider wird jetzt das Spiel etwas hart. Stickroth scheidet für kurze Zeit aus. 29. Min.: Jenas linke Seite hat sich gut durchgespielt. Hoffmann läuft bis an die Strafraumgrenze, schießt zum Rechtsaußen A. König und schon steht es 2:4. Doch noch einmal rafft sich Cricket zusammen, in der der 35. Min. gelingt es auch Albrecht, der einen abgewehrten Ball freistehend erhält, in die unterste rechte Ecke einzuschießen. 3:4. Der Endspurt, der jetzt beiderseitig einsetzt, mag allerdings an diesem Stande nichts mehr zu ändern. Bei einem Tempo wie zu Anfang wird dies schöne Spiel abgepfiffen.

(Bericht von Zi. in der Jenaischen Zeitung vom 27.03.1939)

anderes Spiel

  • 1.FC Lauscha : SV 05 Dessau 2:5 , 800 Z.


2.4.39

  • Steinach 08 : VfL Halle 96 2:1 , 1.000 Z.
  • Fortuna Magdeburg : SV 99 Merseburg 3:3 , 1.200 Z.

7.4.39

  • CV Magdeburg : 1.FC Lauscha 7:0 , 2.000 Z.

18.6.39

  • Wiederholungsspiel : SpVgg Erfurt : 1.FC Lauscha 5:0 in Saalfeld , 300 Z.