1966/1967 26. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Vorwärts Berlin 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 26. Spieltag
Saison Saison 1966/1967, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - FC Vorwärts Berlin
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 13.05.1967 15 Uhr
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Köhler (Leipzig)
Ergebnis 2:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (weiß)
Wolfgang Blochwitz
Heinz Marx, Wolfgang Schuh, Jürgen Werner
Udo Preuße, [[Winfried Patzer]
Rainer Schlutter, Werner Krauß, Peter Rock, Dieter Lange, Roland Ducke
Trainer: Georg Buschner
Berlin (rot-gelb)
Alfred Zulkowski
Otto Fräßdorf, Werner Unger, Hans-Dieter Krampe
Gerhard Körner, Manfred Müller
Rainer Nachtigall, Jürgen Nöldner, Horst Wruck, Erich Hamann, Jürgen Piepenburg
Trainer: Walter Kaßbohm

Spielbericht

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FCV-Stürmer versagten kläglich

Vorwärts-Trainer Walter Kaßbohm reagierte auf die zahlreichen anerkennenden Worte nach Spielschluß, seine Mannschaft habe trotz der Niederlage streckenweise einen überzeugenden Kombinationsfußball geboten, mit einem durchaus verständlichen Sarkasmus: "Wir wissen, daß unsere Schwächen keinesfalls auf spielerischer Ebene liegen, wie ja auch dieser Kampf mit aller Klarheit unterstrich. Doch was nützt das alles, wenn die Spieler nicht im geringsten der Forderung nach zweckmäßigen und damit auch erfolgreichen Auffassung nachkommen. Unter diesem Gesichtspunkt muß der Gedanke einer wohlwollenden Beurteilung ganz zwangsläufig in den Hintergrund treten. Solche Spiele dürfen einfach nicht verloren werden!"

Es liegt uns fern, damit den Sieg der Jenaer Mannschaft und ihre zweifellos beachtenswerte Platzierung im Vorderfeld der Tabelle in Zweifel zu stellen oder gar den von lobenswerter Bereitschaft geprägten Stil zu ignorieren - bei normaler Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke der Vorwärts-Stürmer wäre der Gastgeber aber wohl kaum um eine Niederlage herumgekommen! Dieser Auffassung wird man sich auch im Jenaer Lager nicht verschließen können, denn die Berliner boten insgesamt doch im Mittelfeld den weit gefälligeren Fußball und erspielten sich im Verlauf dieser 90 Minuten nahezu ein Dutzend klarer Einschußmöglichkeiten. Man muß von gut durchgebildeten Spielern unserer höchsten Leistungsklasse allerdings unter allen Umständen verlangen, daß sie in derart günstigen Momenten über genügend Reife und Sicherheit verfügen. Für die Stürmer des Exmeisters traf das nicht zu - wie anders könnte man sonst erklären, daß Nöldner (zweimal), Nachtigall (völlig allein vor dem Jenaer Tor), Körner und auch Piepenburg aus wenigen Metern Entfernung nicht einmal das gegnerische Gehäuse trafen?

So sahen sich die Gäste im Endeffekt nicht einmal unverdient durch Treffer von Rock und W. Krauß zurückgeworfen und um die Chance gebracht, sich noch günstig in der Tabelle zu platzieren. In beiden Fällen bestätigte sich auch eine spürbare Unruhe in der Deckung, die dem Jenaer Angriff vor allem in den letzten 20 Minuten viel Spielraum ließ. Das umsichtige Spiel von R. Ducke aus der zweiten Reihe heraus, die durch Patzer immer wieder erzielten Überraschungsmomente im Angriff sowie das unentwegte Bemühen von Schlutter, W. Krauß und Lange waren schließlich ausschlaggebend dafür, daß der Gastgeber trotz Schwächen in der Abwehrarbeit und vieler Fehlpässe aus der Tiefe heraus nicht locker ließ und gegenüber dem FC Vorwärts die größere Kaltblütigkeit bewies, als es die relativ wenigen Torchancen resolut zu nutzen galt. Auch der frühzeitig stark angeschlagene Blochwitz stand jederzeit seinen Mann, was unter den gegebenen Umständen besondere Erwähnung verdient.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Eine ansprechende, durch zwei Mißverständnisse keinesfalls entscheidend beeinträchtigte Gesamtleistung.

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fußballwoche" vom 17. Mai 1967)