1975/1976 04. Spieltag: FC Vorwärts Frankfurt/Oder - FC Carl Zeiss Jena 5:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 4. Spieltag
Saison Saison 1975/1976, Hinrunde
Ansetzung FC Vorwärts Frankfurt/O. - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion der Freundschaft in Frankfurt/Oder
Zeit Sa. 06.09.1975 15:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt)
Ergebnis 5:1
Tore
  • 1:0 Strübing (9.)
  • 2:0 Segger (38.)
  • 3:0 Krautzig (49.)
  • 4:0 Conrad (64.)
  • 5:0 Conrad (64.)
  • 5:1 Korn (86.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Frankfurt/O.
Dieter Kahnt
Wolfgang Strübing
Gerd Schuth, Horst Krautzig, Wolfgang Andreßen
Hans-Hermann Herbst (77. Lutz Otto), Frieder Andrich, Reinhard Segger
Horst Wruck, Ralph Conrad, Jörg Nachtigall

Trainer: Jürgen Großheim

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Helmut Stein
Gert Brauer, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Harald Irmscher, Ulrich Oevermann (54. Ulrich Göhr), Dietmar Sengewald (61. Udo Korn)
Klaus Schröder, Peter DuckeGelbe Karte.gif, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Strübings erster Schuß löste alles aus

Ralf Conrad, der schlanke 1,81 m große 18jährige Bursche hätte am Ende jeden umarmen können. "Endlich konnte ich einmal in der Mitte stürmen. Daß ich dann noch zwei Tore schieße, und dazu gegen Konrad Weise..." Ja, er und sein gleichaltriger Nebenmann Jörg Nachtigall gehörten zweifellos zu den angenehmen Überraschungen in der Vorwärts-Elf, die mit einer spielerisch und taktisch glänzenden Leistung auftrumpfte, die von großartig herausgearbeiteten Toren gekrönt wurde. Dabei hatte es vor dem Spiel im FCV-Lager tüchtige Sorgen gegeben. Erich Hamann bekam in der Nacht zuvor Fieber und konnte nicht aufgeboten werden. So mußte Strübing, der wegen Beschwerden an der Ferse pausieren sollte, doch seine Stiefel schnüren, Krautzig rückte zurück als Vorstopper und Andrich übernahm seine Position im Mittelfeld.

So benötigte der Gastgeber auch eine gewisse Anlaufzeit, während sich die Gäste vorerst durchaus ins rechte Licht zu setzen wußten. Sie wirkten variabel und klug im Mittelfeld (Irmscher, Sengewald), erarbeiteten sich durch Vogel und P. Ducke ihre Möglichkeiten. Aber was das Schießen anbetraf, da versagten die Routiniers ebenso wie die Jüngeren.

In dieser Hinsicht war der FCV, der insgesamt entschlossener und ideenreicher wirkte, der auch in der Zweikampfführung später deutliche Vorteile besaß, aus anderem Holz geschnitzt. Der erste Schußversuch, ein kapitaler 25-m-Knaller von Strübing, der allerdings unterwegs von Stein noch unerreichbar für Grapenthin abgefälscht wurde, traf nämlich gleich. Das zweite Tor durch Segger legte dann nicht nur taktische Unzulänglichkeiten in der Gäste-Abwehr bloß (nur drei Mann bildeten beim Freistoß die Mauer!), sondern es brachte offensichtlich den Spielrhythmus der Jenaer völlig durcheinander, die mit dem Lattenschuß von Wruck (45.) dann völlig aufgeschreckt in die Kabine marschierten.

"Nach der Pause wollten wir das Spiel noch herumreißen, aber Krautzigs Treffer warf uns endgültig um", bemerkte Konrad Weise, der in der konfus wirkenden Jenaer Abwehr mit unterging. Gestützt auf die immer selbstbewußter werdende Abwehrkette um den großartigen Libero Strübing eroberte sich der FCV die Herrschaft im Mittelfeld, in dem vor allem Segger mit gescheiten Pässen nach vorn die Wege für die unbekümmert aufspielenden Nachtigall und Conrad öffnete.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Prokop, Scheurell und Hornig bildeten ein gut abgestimmtes Dreiergespann.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 9. September 1975)