1977/1978 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt 5:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1977/1978, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Fr. 09.09.1977, 18:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Berlin)
Ergebnis 5:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Ulrich Oevermann
Gert Brauer (74. Martin Trocha), Konrad Weise, Dieter NoackGelbe Karte.gif
Rüdiger Schnuphase, Uwe Neuber, Lutz Lindemann, Dietmar Sengewald
Thomas Töpfer, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Erfurt
Michael Oevermann
Franz Egel
Wolfgang BirkeGelbe Karte.gif, Dieter Göpel, Hans-Joachim Teich
Albert KrebsGelbe Karte.gif, Horst Linde (46. Klaus Goldbach), Jürgen Reske
Martin Iffarth (58. Jürgen Heun), Harald Fritz, Hans-Günter Schröder

Trainer: Gerhard Bäßler

Spielbericht

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Klasse-Tore und ein Tempospiel

Knappe Ergebnisse waren in der Geschichte dieses Thüringen-Derbys stets die Regel. Die 36. Auflage nun brachte eine wahre Torflut, die bislang torreichste Begegnung der 30. Meisterschafts-Saison sogar. Erfreulich daran: Diese sieben Treffer waren Ausdruck gezielter Angriffsbemühungen beider Vertretungen, seitens der Jenaer auf einem spielerischen Niveau, das beeindruckte. "Zumindest das beste Heimspiel, sehr temporeich, aber auch durchdacht und spielbetont", lobte DFV-Trainer Georg Buschner.

Besonders an seinen Auswahlkandidaten Weise, Lindemann (von der FUWO zum Spieler des Tages gewählt), Schnuphase konnte er seine Freude haben. Imponierte bei Schnuphase das kraftvolle Drängen, die ständige Torgefahr, die von ihm ausging, bei Weise diesmal die Angriffsunterstützung mit straffen Hinterhaltschüssen und einem sehenswert präzisen Flachschuß zum 2:0, so trat Lindemann als Anspielpunkt und Regisseur in einer Weise in Erscheinung, die ihn zum überragenden Mann auf dem Feld machte. Geschickt entzog er sich Göpels Zugriff durch Zurückweichen ins Mittelfeld und schlug von dort serienweise Pässe über 30, 40 m, die, wunderbar angeschnitten in den Raum gespielt, von Vogel und Töpfer, aber auch von Sengewald und Schnuphase zu mitreißenden Angriffszügen verwertet wurden.

Keine Frage, Jena dominierte eindeutig, stellte seine Vorteile in der Ausgewogenheit der Besetzung, in der größeren individuellen Ausstrahlungskraft, aber auch in der körperlichen Verfassung, die jeden zu hohem Tempo befähigt, ganz in den Dienst eines schwungvoll-zielstrebigen Angriffsspiels. Gewiß, die frühe Führung (nachdem Linde Töpfer beim Tackling am Fuß traf) beflügelte den Gastgeber so, wie sie die Gäste verunsicherte. Das 3:0 zur Pause war angesichts der Spiel- und Chancenvorteile keineswegs ein zu hohes Resultat. Aber schon in der 1. Hälfte war Erfurt nicht nur auf Abwarten und Abwehr bedacht. "Wir wollten und mußten mitspielen. Mehr als wir hier boten, ist bei uns aber gegenwärtig nicht drin", kommentierte Rot-Weiß-Trainer Gerhard Bäßler.

"Eine starke Partie. So wie Jena muß man eben spielen. Konsequent in der Abwehr, temposcharf und weiträumig im Angriff", lobte Harald Irmscher, von Gera herübergekommen, die Leistung seiner ehemaligen Mannschaftskameraden. Die etwas ruhigere Gangart nach dem Wechsel, die Erfurts eifrige, stets ums Spiel bemühte Elf zu zwei Toren nutzte (Göpels Seitfallzieher konnte sich da wie Goldbachs Direktschuß in die Serie der attraktiven Tore einreihen), schien uns angesichts der Länderspiel-Belastung vom Mittwoch und der anstehenden UEFA-Cupaufgabe erklärlich. An Spannung, prickelnden Torszenen und guten Kombinationsfolgen hielt das Spiel ungeachtet dessen bis zum Abpfiff viel bereit.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Was Einbeck auch pfiff, was Riedel und Männig entschieden, sie wurden ausgepfiffen. Das ist keine gute Haltung des Publikums, zumal das Trio in der nicht leicht zu leitenden temposcharfen, zweikampfbetonten Partie konsequent und alles in allem gut leitete.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 13. September 1977)


Nachwuchs : 1:3 , Tore : Schröder / Vlay 2 , Rustler

Jena : Zimmer , Rode , Schakau , köberlein , Köhler , Schmied , Brückner , Goebel , Lobeda , V. Weise , Schröder / Tr.: Thomale