1978/1979 09. Spieltag: BFC Dynamo - FC Carl Zeiss Jena 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 9. Spieltag
Saison Saison 1978/1979, Hinrunde
Ansetzung BFC Dynamo - FC Carl Zeiss Jena
Ort F.-L.-Jahn-Sportpark in Berlin
Zeit Sa. 28.10.1978 17:00 Uhr
Zuschauer 21.000
Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt)
Ergebnis 1:0
Tore
  • 1:0 Terletzki (12., Foulstrafstoß)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Bodo Rudwaleit
Norbert Trieloff
Michael Noack, Bernd Brillat, Artur UllrichGelbe Karte.gif
Rainer Troppa, Frank Terletzki, Lutz Eigendorf
Hans-Jürgen Riediger, Hartmut Pelka, Wolf-Rüdiger Netz

Trainer: Jürgen Bogs

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Konrad Weise, Dieter NoackGelbe Karte.gif
Andreas Krause, Dietmar Sengewald, Lutz Lindemann
Martin Trocha (78. Lothar Kurbjuweit), Jürgen Raab (67. Thomas Töpfer), Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


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Spielbericht

Riediger, immer wieder Riediger

Was noch keinem unserer Oberligavertreter gelang, das praktizierte der FC Carl Zeiss: Er gestattete dem BFC Dynamo kein Feldtor, mußte sich durch einen - völlig korrekten - Strafstoß geschlagen geben.

Drei Ursachen lassen sich dafür nennen:

GRAPENTHINS GROSSARTIGE REAKTIONEN: Was sich vom Wein sagen läßt, das trifft wohl auf den Jenaer Schlußmann zu. Mit den Jahren wächst die Qualität. Ein Nachlassen der Reflexe bei einem 35jährigen? Für Hans-Ulrich Grapenthin (von der FUWO zum Spieler des Tages gewählt) stand das nie zur Diskussion. Wie er schwierigste Bälle völlig sicher meisterte, sie kaum einmal prallen ließ, das nötigte Hochachtung ab. Ob sich Terletzki mit einem Freistoß versuchte (10.), ob ihm Eigendorf folgte (11.), ob er herauslaufen mußte (23. gegen Netz), ob er auf der Linie blitzschnell reagierte (35., 37. gegen Riedigers und Netz´ Schüsse) - der Senior erwies sich in allen Sätteln gerecht. "Bei dem Strafstoß war ich chancenlos", gab er unumwunden zu.

JENAS KONZENTRIERTE DECKUNGSARBEIT: Zwar wankte die Zeiss-Abwehr in der Anfangsphase, als der BFC schnell, direkt spielte, sich überraschender Flügelwechsel bediente, doch sie fiel nicht. Schnuphase erwies sich als umsichtiger Organisator, bügelte Schwächen seiner Nebenleute aus (Noacks Ungestüm, Weises noch fehlende Spritzigkeit). Dazu gesellte sich taktische Flexibilität. Als man erkannte, daß Noack nicht in der Lage war, Riediger auch nur in Ansätzen zu binden, beorderte man den Haudegen Brauer an die Seite des schnellen Berliners, der alle Feldspieler überragte. Allerdings, diese Konsequenz in der reinen Abwehrarbeit fand weder im Mittelfeld noch im Angriff die erforderliche Fortsetzung. Sengewald fand in Lindemann diesmal keinen Partner, und Raab fiel nahezu völlig aus. Nur vier Schußversuche (nach 37 Minuten der erste durch Sengewald, nach 43 ein Pfostentreffer durch Vogel), das war dann doch zu wenig. "Unser Angriff sorgte nicht genügend für Entlastung, entwickelte zu wenig Durchschlagskraft", urteilte Helmut Stein.

MISSVERHÄLTNIS CHANCEN - TORE: Trotz Grapenthin, trotz der bemerkenswerten Abwehrleistung der Jenaer, der BFC erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten, sogenannte hundertprozentige darunter. Allein Riediger legte Netz den Ball dreimal maßgerecht vor die Füße (20., 30., 38.) bediente Pelka präzise mit dem Kopf (23.). Diese beiden hatten Ladehemmung. Ja, selbst als Grapenthin Terletzkis Freistoß nicht festzuhalten vermochte, vergab Pelka aus Nahdistanz (50.). "Chancen gab´s genug, doch weil wir sie ausließen, stellte sich die sonst gewohnte Kombinationssicherheit nicht ein", kritisierte Martin Skaba.

Dennoch, der BFC war die klar überlegene Mannschaft. Insbesondere Riediger glänzte mit großartigen Aktionen, Ballannahme, Dribbling, Doppelpaß, alles das bot der junge Mann in bemerkenswerter Manier, und besonders Georg Buschner dürfte sich auf der Tribüne darüber gefreut haben. Noch zu verbessern jedoch: der herzhafte Schuß.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Auch wenn der Erfurter Unparteiische drei, vier Freistöße für den FC Carl Zeiss hätte mehr geben müssen, erwies er sich erneut als lauffreudig und konsequent - ein echter Prokop.

(Klaus Schlegel in "Die Neue Fußballwoche" vom 31. Oktober 1978)


Nachwuchs : 1:1 , Tore : Wellschmidt / Schmied

Jena : Härtel , Rode , Schlutter , Schilling , Köhler , Pohl , Kulb (65.Kirsch) , Oevermann , Roß (87. Diener) , Burow , Schmied / Tr.: Thomale

29.10. Junioren (12:00) / Jugend (10:30) - Jena : Dresden 0:4 / 1:1