1978/1979 26. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SG Dynamo Dresden 1:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 26. Spieltag
Saison Saison 1978/1979, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - SG Dynamo Dresden
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 09.06.1979 15:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Widukind Herrmann (Leipzig)
Ergebnis 1:3
Tore
  • 1:0 Sengewald (25.)
  • 1:1 Sachse (29.)
  • 1:2 Döschner (50.)
  • 1:3 Schmuck (86.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer (85. Matthias Kaiser), Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Gerhardt Hoppe, Andreas Krause, Lutz Lindemann
Martin Trocha, Jürgen Raab (54. Jörg Burow), Dietmar Sengewald

Trainer: Hans Meyer

Dresden
Bernd Jakubowski
Hans-Jürgen Dörner
Matthias Müller, Udo Schmuck, Gerd Weber
Reinhard Häfner, Hartmut Schade (46. Andreas Schmidt), Andreas Trautmann (11. Christian Helm)
Gert Heidler, Rainer Sachse, Mathias Döschner

Trainer: Gerhard Prautzsch


Spielbericht

Vorstopper Schmuck besorgte alles

Dynamo war nicht nur gekommen, um Blumen für Jenas Medaillen rang zu verteilen. Die Dresdner wollten einiges geraderücken - in der Bilanz, die Jena bei 29 Vergleichen mit 12:11 Siegen noch vorn sah - aber auch aus dem 3:4 Vorjahresduell, das ob seiner Dramatik und Turbulenz sicher allen noch in Erinnerung ist. Aus Dresdener Sicht allerdings auch mit unguten Gefühlen an "unglückliche" Gegentore.

Döschner (7., Kopfball an den Pfosten) verkündete im Auftakt ersten Tatendurst. Er wurde augenscheinlich nach vielversprechender Startphase Jenas mit herzhaftem Schuß Lindemanns (15.) und tollem Tor Sengewalds. Diese Herausforderung nämlich schien Dresden zu brauchen. Dörner wie Schmuck und Weber bliesen zum Angriff. Der Dynamo-Kreisel schnurrte. Unübersehbar Gerd Webers Anteil daran, ihn auf hohe Touren zu bringen. Mit Lindemann das Duell suchend, hatte er nur runde 20 Minuten einen gleichwertigen Widerpart, dann lief er Jenas Spielmacher fast nach Belieben auf und davon. Webers Drang nach vorn imponierte. Getragen von einem Laufpensum und einer Selbstsicherheit, die man dem Dresdner auch für die Auswahl wünschen kann, wuchs er in die Rolle des Hans-Dampf-in-allen-Gassen. In allen Abwehr-Gassen der Jenaer muß man wohl präzisieren, denn kein Weg war ihm zu weit, nach vorn zu preschen und als Sturmspitze zu fungieren.

"Bißchen unglücklich war er dabei nur im Abschluß", fand Gerhard Prautzsch. Um Fingerbreite verfehlte er nach langen Sprints (75., 76.), um Sekundenbruchteile kam ihm Grapenthin (57.) zuvor. Mehr Grund zum Jubeln hatte hingegen Vorstopper Udo Schmuck, der sich wie alle Dresdner im Wechsel nach vorn löste, Jenas Abwehr vor Probleme stellte. Zu Döschners Treffer lieferte er nach Anspiel Webers die Vorarbeit, das dritte Tor (von A. Schmidt vorbereitet) erzielte er mit straffem 18-m-Aufsetzer selbst.

Jenas Spiel, kaum noch von Frische und Spannkraft getragen ("Kraft und Konzentration haben gerade noch bis zum Erreichen von Rang 3 gereicht" - so Cheftrainer Bernd Stange), blieb in Ansätzen stecken. Einzig Sengewald strahlte Gefahr aus (74., Latte). "Nach dem 2:1 suchten wir nach sicheren Paßfolgen in der Abwehr das steile Zuspiel, und es klappte prima. Noch ein, zwei Tore mehr waren drin", freute sich Kapitän Hans-Jürgen Dörner über den versöhnlichen Saisonabschluß.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Die sehr niedrige Freistoßquote belegt den freundschaftlichen Charakter der Partie. Herrmann ließ das Spiel betont und zu Recht laufen. Bei Hoppes Foul an Trautmann (11.) aber vermißten wir den Pfiff und die Ermahnung.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 12. Juni 1979)

Video