1986/1987 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Brandenburg 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1986/1987, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Brandenburg
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Fr. 12.09.1986 20:00 Uhr
Zuschauer 4.000
Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt)
Ergebnis 2:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Perry Bräutigam
Heiko Peschke
Thomas Ludwig, Wolfgang Schilling, Gert Brauer
Andreas Krause (46. Mario Röser), Jürgen Raab (61. Mathias Pittelkow), Jens-Uwe Penzel
Stefan Böger, Andreas Bielau, Jörg BurowGelbe Karte.gif

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Brandenburg
Detlef Zimmer
Christoph RingkGelbe Karte.gif
Ingolf Pfahl , Jens Pahlke, Eckhard Märzke
Andreas Lindner, Eberhard Janotta, Uwe FerlGelbe Karte.gif, Roland Gumtz
Peter Schoknecht, Jan Voß

Trainer: Peter Kohl

Spielbericht

Burow wies den Weg zum Sieg

Kritikwürdiges überwog! Zum Beispiel die Unrast in Jenas Aktionen der ersten 45 Minuten. Ballverluste unter Bedrängnis, Kopflosigkeit im Anrennen und Verzicht auf eine vernünftige Aufteilung der zu bespielenden Räume schränkten alle (kämpferisch zweifellos anerkennenswerten) Erfolgsbemühungen zunächst auf ein Mindesmaß ein. Für Rhythmuswechsel hatten nur wenige (Krause) das erforderliche Verständnis und Augenmaß. Pässe in die Tiefe (Böger, Penzel) wurden allzuoft eine leichte Beute der immer wieder um einen ruhig-besonnenen Spielaufbau bestrebten Brandenburger Abwehr. Die Frage, wer wohl am ehesten beim Klub das innere Flattern aus den Gliedern schütteln würde, konnte erst nach der Halbzeit beantwortet werden. Der Kommentar von Trainer Lothar Kurbjuweit dazu: "Abgeklärte Angriffshandlungen waren von uns im ersten Abschnitt kaum zu sehen."

Erinnerungen an Stahls explosiven Konterstil beim hochverdienten 2:2 zum Halbserienausklang 85/86 an gleicher Stelle wurden allerdings ebenso wenig geweckt! Die erklärbare Ursache dafür: Ballbesitz zog relativ selten den schnellen und präzisen Paß in die Tiefe nach sich. Da verstehen Aktive wie Janotta, Lindner und andere ihr fußballerisches Handwerk zweifellos besser als an diesem Abend! Es bezog sich auch auf den Satz von Trainer Peter Kohl, daß "nicht nur von den Spitzen, sondern auch von den Mittelfeldspielern mehr Schärfe und Entschlossenheit in der Zweikampfführung verlangt wird, als es in Jena der Fall war". Keine Frage: Brandenburg gab die Partie aus der Hand, die keinesfalls verloren werden mußte!

Burows Freistoßtor allerbester Güte (flacher und zugleich auch scharfer Effetball) wies dem Gastgeber schließlich die Richtung zum Sieg. Es fiel in einer höchst kritischen Situation: Krause wie hatten in dieser Reihenfolge vorher wegen Verletzungen das regendurchtränkte Feld räumen müssen. Doch nun versetzte die Moral Berge! Röser wie Pittelkow forcierten das Tempo, hatten Anteil an wachsender Homogenität und bis dato nahezu völlig fehlenden Überraschungsmomenten. Erstaunlich, wie wenig zielbewußte Versuche des eigenen Freispielens Stahl jetzt bis hin zum alles klärenden Jenaer 2:0 über die Stationen Schilling/Bielau startete. Warum eigentlich?

Kurzum: Steigerungsmöglichkeiten für den EC-Mittwoch hielten sich beide offen...

(Dieter Buchspieß in die "Die Neue Fußballwoche" vom 16. September 1986)

Video