1973/1974 23. Spieltag: BSG Chemie Leipzig - FC Carl Zeiss Jena 0:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 23. Spieltag
Saison Saison 1973/1974, Rückrunde
Ansetzung BSG Chemie Leipzig - FC Carl Zeiss Jena
Ort Georg-Schwarz-Sportpark in Leipzig
Zeit Sa. 23.03.1974 15:00 Uhr
Zuschauer 11.000
Schiedsrichter Wolfgang Riedel (Berlin)
Ergebnis 0:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Leipzig
Siegfried Stötzner
Volker Trojan
Peter Pfitzner, Gerhard Brümmer, Peter Müller
Bernd Flor, Otto Skrowny, Bernd Trunzer (54. Jürgen Schubert)
Wolfgang Lischke, Dieter ScherbarthGelbe Karte.gif, Wolfgang Schröder (71. Michael Meyer)

Trainer: Eberhard Dallagrazia

Jena
Wolfgang Blochwitz
Bernd Bransch
Ulrich Göhr, Konrad Weise, Lothar KurbjuweitGelbe Karte.gif
Martin Goebel, Harald Irmscher, Rainer Schlutter
Harry KunzeGelbe Karte.gif, Norbert Schumann, Eberhard VogelGelbe Karte.gif

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Jena genügte eine einzige Chance zum Siegestreffer

Beim Warmmachen war Peter Ducke nach längerer Verletzungspause mit auf dem Platz. Damit hatte es sein bewenden. "Nach dem Übungsspiel mit der Nationalmannschaft am Donnerstag wäre ein erneuter Einsatz in diesem so bedeutungsvollen Punktekampf wahrscheinlich ein bißchen viel, und entscheidende Aufgaben stehen noch bevor", schätzte er selbst ein.

Es war auch nicht notwendig, daß unser Rekordinternationaler in diesem Treffen mit von der Partie sein mußte. Seine Mannschaftskameraden schafften auch ohne ihn den ersten Auswärtssieg der zweiten Halbserie. Obwohl meist in die Abwehr gedrängt, genügte eine einzige Chance, um beide Punkte zu kassieren. Ein Doppelfehler in der Chemie-Deckung, eine gefühlvolle Flanke von Goebel sowie ein Kopfball im Hechtflug von Kunze - das reichte!

Nicht wenige Experten rechneten damit, daß der Spitzenreiter in Leipzig seine führende Position abgeben würde. Das wäre auch passiert, wenn der Kontrahent, dem das Abstiegsgespenst im Nacken sitzt, die Gunst der Stunde genutzt hätte. So sehr er sich auch kämpferisch um den Erfolg mühte, er verschenkte ihn buchstäblich, weil er selbst die besten Torgelegenheiten verpaßte, aus den zahlreichen Möglichkeiten nichts zu machen wußte.

Ein glücklicher Sieg des FC Carl Zeiss? Das zu bejahen würde nur die halbe Wahrheit bedeuten, denn die spieltechnischen Vorteile der Thüringer waren eindeutig. Sie lagen vor allem im Mittelfeld, wo Irmscher das Zepter schwang, ohne voll aus sich herauszugehen. Einen Mann mit seinen strategischen Fähigkeiten, der den Überblick bewahrte, suchte man bei Chemie vergebens. Deshalb gab es am verdienten Sieg des Spitzenreiters auch nichts zu deuteln.

Dennoch: Für einen Titelanwärter war das Gebotene unbefriedigend. Das galt für den Angriff, aber auch für die Abwehr, die in der Drangperiode des Gastgebers, die nach dem Wiederanpfiff eine halbe Stunde dauerte, nicht immer sattelfest schien, wobei sich die Routine von Bransch und Blochwitz auszahlte.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Es hatte es bei der Stimmung auf den Rängen und einigem Über-die-Stränge-Schlagen der Aktiven nicht leicht, das Treffen ohne Schwierigkeiten über die Runden zu bringen. Daß es gelang, war der Souveränität Riedels zuzuschreiben, der mit viel Fingerspitzengefühl seine Entscheidungen traf.

(Rolf Gabriel in "Die Neue Fußballwoche" vom 26. März 1974)