2000/2001 10. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - Kickers Offenbach 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 10.Spieltag
Saison Saison 2000/2001, Hinrunde
Ansetzung FCC - Kickers Offenbach
Ort Ernst Abbe Sportfeld
Zeit Sa. 30.09.00 14:00
Zuschauer 3.120
Schiedsrichter Haupt (Mainz)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Roman Görtz
Dejan Raickovic
Zoran Saraba, Timo Uster
Christian Hauser (75. Madrin Piegzik), Tobias Kurbjuweit, Dirk Hempel, Niels Mackel, Gediminas Sugzda (75. Zlatko Bijelic)
Aleksandar Jovic (86. Miroslav Jovic) , Rico Hanke

Trainer Slavko Petrovic


Offenbach
Thier
Dolzer
Glöckner, Köpper, Kolinger, Roth (81. Maier)
Dworschak, Sarfo (53. Würll), Simon, Speth
Marcio-Rodrigues (75. Schindler)

Trainer: Dieter Müller

Spielbericht

Jena gegen Offenbach! Vor der Saison als DAS Saisonhighlight appostrophiert zur Partie Not gegen Elend verkommen. Der Klang der Namen beider Vereine einst wie Musik in den Ohren traditionsverliebter Fußballfans ist nur noch Krach, hervorgerufen von sportlicher Enttäuschung im Saaletal und kopflosem Handeln einer planlosen Offenbacher Vereinsführung.... Wie immer lassen sich die LOKALMATDORE von derlei Dingen nicht stören und beginnen ihren Support in einer Jenaer Tränke und glauben nach einigen Litern kühlen Naß' sich auf dem Weg zu einer Zweitliga-Partie zu machen. Der Planet scheint, als wolle er den Zeiss-Fans den letzten Rest Hirn aus dem Schädel brennen, das sie davon abbringen könnte, nach rationalem Resumee der gebotenen Leistungen ihres Vereines dennoch den Weg ins Ernst-Abbe-Sportfeld zu finden. Offenbar war es nicht heiß genug, denn lediglich 3.100 Mennecken verirrten sich ins traditionsreiche EAS, in dem vor ziemlich genau 20 Jahren Jena im Europapokal den AS Rom mit einer 4:0 Klatsche zurück ins Land der Pasta und des Haargels schickte. Eine Zeit, in der die LOKALMATADORE begannen, ihren weiteren Lebensweg dem FC Carl Zeiss Jena zu verschreiben... Hätten uns unsere Väter nicht zu Bayern-Fans machen können? Fans (?), die unangreifbar sind, da ihr Verein immer Erfolg hat, die gar nicht wissen, was es heißt, in schweren Zeiten seinem Verein beizustehen, die heulen, wenn ihr Verein nicht um die Meisterschaft spielt? Ein solcher Schönwetter-Fan zu sein, ist allerdings nicht wirklich eines LOKALMATADOREN würdig. Also waren auch wir vollzählig angetreten, und schauten erstaunt auf die doch relativ kleine (ca. 150) Offenbacher Fangemeinde, welche dafür jedoch um so lautstarker war. Kompliment. Ein Offenbacher war durch den Anblick des traditionsreichen Jenaer Grounds offenbar so beeindruckt, daß dieser sich erstmal hinlegen mußte. Wir hoffen, daß es ihm wieder besser geht und er die Eindrücke (auch die am Kopf) gut verkraftet hat. Gute Besserung!
Irgendwie müssen die Offenbacher uns sympathisch sein, und das allein nur, weil uns die SGE so unsympathisch ist. Wer erinnert sich nicht an brennende Jena-Fahnen im Waldstadion und assozialstes Gesindel, welches versuchte, von der Polizei relativ unbehelligt, den Jenaer Block zu stürmen und Freundschaften zu schließen, während harmlose Jenaer im Frankfurts Innenstadt zum Verlassen der selben aufgerufen bzw. gleich verhaftet wurden.... Schweine SGE!! Allerdings ist uns zu "Ohren gekommen", daß sich einige Offenbacher nicht im Griff hatten, und auf dem Jenaer Bahnhof Kinder angreifen mußten, während sie im Jenaer Stadion ganz kleinlaut an den Jenaer Hools vorbeischlichen. Helden! Ansonsten aber ein fairer "Haufen"....
Nun zum Spiel! Jena begann wie die Feuerwehr!!! Ständig brannte es im eigenen Strafraum und Feuerwehrhauptmann Görtz mußte ständig ausrücken, um Schlimmeres zu verhindern. Dies sei allen Dumpfbacken gesagt, die meinen, Görtz wäre ein Fliegenfänger und Balletttänzer und gehöre eher zu "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" als ins Jenaer Tor. An ihm liegt es ganz bestimmt nicht, daß Jena eher vorsichtig in die Saison gestartet ist... (naja) (Der Autor wurde von seiner Freundin zu dieser Aussage genötigt, bestätigt dennoch deren sachliche Richtigkeit). Desweiteren ist nur noch die Leistung von Alex Jovic herauszuheben, der, normalerweise in fremden Strafräumen für Brände sorgend, selbst die Brände löschen mußte. Azubi Kurbjuweit und Fahnenträger (?) Hempel waren sich irgendwie nicht einig, was sie mit der runden Kugel anfangen sollten. Am besten schnell weg damit.... Dieses Ansinnen stieß bei den Offenbacher sofort auf Gegenliebe und man nahm sich der Kugel gern an. Hauser hatte total das Fußballspielen vergessen. Insider berichteten, daß Petrovic in der Halbzeitpause den stammelnden Hauser aufforderte, das Wort "Flanke" zu buchstabieren. Zwecklos, selbst mit Kompaß wußte Hauser nicht, wo das gegnerische Tor steht. Mannschaftsleiter Uwe Dern soll verzweifelt versucht haben, den Jenaer Offensivkräften die Blickwinkelkonzentratoren vom Schädel zu reißen, um ihnen damit die Einsicht (!) zu ermöglichen, es mal über die Flügel statt ständig durch die Mitte zu probieren. Höhepunkt der Offensivbemühungen Jenas in der ersten Hälfte war ein Schuß (!) in der 43 Spielminute, der von Offenbachs Schlußmann dankend aufgenommen wurde. Ja, so spielt eine Heimmanschaft. Den Gegner in Sicherheit wiegen um dann - blitzschnell - zuzuschlagen. Nein, an den Spielern lag es nicht, daß Jena so Grotte spielte, schließlich stellte sich mit dem OFC die bisher stärkste Manschaft (O-Ton Mackel im Fantalk) im EAS vor. Das haben die wenigen blinden OFC-Anhänger sicher genauso gesehen....
Was soll's. Es gibt ja noch eine zweite Hälfte. Und da spielt man ja bekanntlich auf der anderen Seite. Möglicherweise war den Jenaern das Gras vorm Tor in der ersten Hälfte zu grün. Dafür könnte man ja noch Verständnis haben. Auch das verlockende Angebot, bei Klassenerhalt am letzten Spieltag einen Porsche-Auto-Korso durchzuführen, kann möglicherweise Grund für gewisse Hemmnisse gewesen sein. Die LOKALMATADORE stellen sich ausdrücklich vor die Mannschaft, welche keine Schuld trifft. Schuld sind die Fans, welche Jena in einer bewundernswerten Hartnäckigkeit nicht unterstützten. Wie soll denn Jena sonst gewinnen? Wo es doch jedem Fan bekannt sein müßte, daß Jena sich von einer lautstarken Kulisse beeindrucken läßt. Wie sonst sind Niederlagen in den Hexenkesseln von Elversberg und Burghausen zu erklären? Doch nicht mit mangelnder Einstellung der Spieler, sondern die der FANS!!! Darüber hinaus muß man doch auch mal darüber reden, daß die Schiedsricherleistungen darauf ausgelegt sind, Jena kaputt zu machen. Kowalik, Mason und Konsorten können doch nichts für die Platzverweise. Es war denen doch völlig neu, daß man gerade bei Jenaer Spielern besonders sensibilisert pfeift. War denen neu, ehrlich.....
Höhepunkt der 2. Hälfte war ein Verfolgungsrennen zwischen Hanke und einem Offenbacher. Dieser trieb Hanke mit dem Ball am Fuß direkt in die Arme des OFC-Schlußmanns, der Jenas glasklarste (und einzige wirkliche) Torchance vereitelte. Jena muß mit diesem Punkt zufrieden sein. Ein Punkt gegen den Abstieg. Die Jenaer Fans sollen endlich aufhören, aufgrund einiger lächerlicher Erfolge, die lange zurückliegen, aufgrund eines doch immer noch beachtlichen Fanaufkommens, eines für Dritt-Liga-Verhältnisse Rekordetats und erstligareifen Trainingsbedingungen mehr zu wollen als Regionalliga-Fußball. Schminkt Euch das ab. Unterhaching, Cottbus und Ulm sind nur schlechte Beispiele für Zusammenhalt und ehrliche Arbeit. Das ist weit weg und hat mit uns doch nix zu tun.....
Die LOKALMATADORE werden nie ein T-Shirt mit der Aufschrift "3. Liga - Jena ist dabei!" tragen. Denn für uns war selbst nach der Wende die Quali für die 2. BuLi wie ein Abstieg. Der Geist der Tradition muß wieder Einzug halten.

--Traudel