1960 23. Spieltag: SC Lokomotive Leipzig - SC Motor Jena 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 23. Spieltag
Saison Saison 1960, Rückrunde
Ansetzung SC Lokomotive Leipzig - SC Motor Jena
Ort Stadion des Friedens in Leipzig
Zeit So. 13.11.1960 14:00 Uhr
Zuschauer 6.000
Schiedsrichter Rolf Kunert (Dresden)
Ergebnis 3:0 (0:0)
Tore
  • 1:0 Graupe (55., Eigentor)
  • 2:0 Seidlitz (72.)
  • 3:0 Fischer (74.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Leipzig (blau-schwarz)
Dieter Sommer
Heinz Herrmann, Peter Gießner, Günther Konzack, Karl Drößler, Rainer Baumann, Werner Gase, Günter Stiller, Henning Frenzel (68. Klaus Heydenreich), Dieter Fischer, Kurt Seidlitz

Trainer: Alfred Kunze

Jena (rot)
Harald Fritzsche
Hans-Joachim Otto, Walter Eglmeyer, Hilmar Ahnert, Hans Graupe, Siegfried Woitzat, Roland Ducke, Helmut Müller, Peter Ducke, Dieter Lange, Horst Kirsch (69. Erwin Schymik)

Trainer: Georg Buschner

Spielbericht

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Defensivtaktik wurde bestraft

Einmal mußte endlich schiefgehen, was leider schon seit Wochen wieder unseren Fußballsport unpopulär zu machen beginnt; diesmal wurde bestraft, durch verstärkte Deckungsreihen sich eher nach hinten auf die Sicherung des eigenen Tores zu konzentrieren, statt durch Offensivspiel zu beiden Punkten zu gelangen. Es hatte - nachdem bereits eine Woche vorher im gleichen Stadion ASK Vorwärts und SC Lokomotive sich mit gleicher Taktik versucht hatten - den SC Motor Jena erwischt. Genauso aber - das wollen wir nicht verschweigen - hätte aber auch der Gastgeber auf der Strecke bleiben können, denn ebenso verhalten, wenn nicht defensiv, begann er zu spielen.

So blieb es 55 Minuten torlos - und zumeist farblos, bis schließlich eine Steilvorlage von Gießner im Strafraum von Graupe aufgenommen wurde, jedoch von dessen Fuß über den herausstürzenden Fritzsche ins eigene Tor sprang. Jetzt mußte Jena einfach die Deckungsreihen öffnen, mußte mit ganzer Kraft stürmen, um wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Erfreulicherweise beorderte Trainer Kunze seine Schützlinge nicht zurück, sondern ließ seinerseits mit voller Kraft stürmen. Und hier offenbarte sich erneut, daß diese Spielweise nicht nur vom Betrachter aus soviel Vorzüge in sich vereint, sondern daß man den jungen, kraftvollen Stürmern wie Gase, Seidlitz, Frenzel, Heydenreich vollen Lauf lassen muß und daß diese sich auch durch entsprechende Leistungen zu bedanken in der Lage sind.

Seidlitz war es schließlich auch, der die Zuschauer durch prächtigen 15-m-Schuß aus halbrechter Position zu Begeisterungsstürmen hinriß, ein Schuß, der in das äußerste linke Eck einschlug und gegen den Fritzsche machtlos war. Keine zwei Minuten waren vergangen, als Fritzsche, der diesmal hinter seiner sonstigen Leistung zurückblieb, erneut hinter sich greifen mußte.

Jena dagegen kam nicht so zum Zuge, war auch von seiner sonstigen Form entfernt und wußte sich bei der aufmerksamen Leipziger Hintermannschaft in besten Händen, zumal man zu tief gestaffelt seine Aktionen einfädelte, zu sehr noch auf eigene Torsicherheit bedacht war. Außerdem stellte sich Konzack als Linksverteidiger erneut in bester Verfassung vor und ließ dem rechten gegnerischen Flügel Müller - Roland Ducke wahrlich wenig Chancen., wie Auswahltrainer Krügel überhaupt mit den Leistungen der Auswahlstürmer Ducke I, Ducke II und Müller kaum zufrieden gewesen sein konnte. Zuwenig ragten sie diesmal heraus, zu sehr wurde ihr Aktionsradius eingeengt. Dabei hatte in Rainer Baumann ein Leipziger Spieler großen Anteil am Erfolg seiner Elf, der durch seine ausgezeichnete Übersicht, durch sein kluges Spiel sich in Abwehr und Angriff voll in den Dienst seiner Mannschaft stellte.

(Günter John in "Die Neue Fußballwoche" vom 15. November 1960)