1960 25. Spieltag: SC Fortschritt Weißenfels - SC Motor Jena 1:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 25. Spieltag
Saison Saison 1960, Rückrunde
Ansetzung SC Fortschritt Weißenfels - SC Motor Jena
Ort Otto-Müller-Kampfbahn in Weißenfels
Zeit So. 20.11.1960 14:00 Uhr
Zuschauer 3.500
Schiedsrichter Männig (Böhlen)
Ergebnis 1:1 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Weißenfels (blau-gelb)
Herbert Jacob
Christoph, Rosenheinrich, Srohl, Wolfgang Blatt, Eberhard Dallagrazia, Dietzel (59. Simoch), Peter Prell, Klaus Otte, Horst Meyer, Heinz Degenkolbe

Trainer: Gerhard Gläser

Jena (rot)
Harald Fritzsche
Hans Graupe, Walter Eglmeyer, Hilmar Ahnert, Günther Imhof, Siegfried Woitzat, Roland Ducke, Helmut Müller, Horst Kirsch, Klaus Gablick, Erwin Schymik

Trainer: Georg Buschner

Spielbericht

In Kämpferischer Hinsicht beispielhaft

Eine sorglos und zugleich unsicher aufspielende Motor-Mannschaft stellte sich in Weißenfels vor. Gewiß, es fehlten P. Ducke und Lange, aber was sollte da der Gastgeber sagen. Er hat während dieser Saison neun Spieler verloren, und nun hat auch noch Klapzinski das Kollektiv verlassen. Außerdem fehlte der verletzte Kahnt. Das hieß also: Eine ganze Mannschaft fehlte den Weißenfelsern! Und trotzdem - die elf jungen Spieler wollten es wissen. Sie kannten keine Sorglosigkeit, sie kämpften. Die Jenaer hatten zunächst ihre Deckung um Eglmeyer geschickt gestaffelt, so daß der Spielfilm meistens in der Mitte des Spielfeldes abrollte. Aber auch die Gatgeber hielten ihr Heiligtum rein. Nur ab und zu einmal, wenn R. Ducke seinem Bewacher davongezogen war, wurde es "etwas" gefährlich. Doch die Harnlosigkeit des Jenaer Sturmes sprach Bände. An dieser Zerfahrenheit richteten sich die Weißenfelser auf. Nun kurbelte der überall auftauchende Dallagrazia den Angriff an. Geschickt spielte er seinen Mannschaftskameraden Meyer frei, der sich dann auch die Gelegenheit mit einem schönen Schuß nicht entgehen ließ.

Nach dem Wechsel hatte Trainer Buschner seinen Stopper Eglmeyer in den Sturm gestellt und Gablick zurückgenommen. Doch auch dieses Rezept schien nicht aufzugehen, als in der 55. Minute die "Erlösung" kam. Ein Mißverständnis zwischen Jacob und Rosenheinrich ausnutzend, köpfte Eglmeyer eine Flanke von R. Ducke ins Netz. Das aber war keine Entmutigung für die Weißenfelser. Sie wollten unbedingt noch ein Spiel gewinnen. Mit diesem Ziel vor den Augen holten sie noch einmal alle Reserven aus sich heraus. Nun stürmte Blatt nach vorn, nun schickte Dallagrazia die Sturmspitzen Meyer und Prell ins "Feuer". Die Jenaer aber massierten ihre Abwehr, ließen sie zu einem undurchdringlichen Bollwerk werden. So überstanden sie die Druckperiode der Fortschritt-Elf, die auch dieses Mal ihr Ziel nicht erreichte.

Bescheinigen wir aber den Schuhstädtern, daß sie in puncto Einsatzfreude den Gästen ein Beispiel gaben, die ihrerseits einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten.

(Otto Lange in "Die Neue Fußballwoche" vom 22. November 1960)