1960 26. Spieltag: SC Motor Jena - SC Chemie Halle 5:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 26. Spieltag
Saison Saison 1960, Rückrunde
Ansetzung SC Motor Jena - SC Chemie Halle
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena
Zeit So. 27.11.1960 14:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Bergmann (Hildburghausen)
Ergebnis 5:2 (2:1)
Tore
  • 1:0 Müller (14.)
  • 1:1 Lehrmann (20.)
  • 2:1 Müller (38.)
  • 3:1 Müller (48., Foulstrafstoß)
  • 4:1 P. Ducke (57.)
  • 5:1 P. Ducke (65.)
  • 5:2 G. Hoffmann (69.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (rot)
Harald Fritzsche
Hilmar Ahnert, Walter Eglmeyer, Rolf Hüfner, Hans Graupe, Siegfried Woitzat (58. Günther Imhof), Roland Ducke, Helmut Müller, Peter Ducke, Horst Kirsch, Erwin Schymik

Trainer: Georg Buschner

Halle (weiß)
Heinz Weise
Robert Heyer, Klaus Hoffmann, Walter Larisch, Joachim Richter, Klaus Urbanczyk, Gert Schmittinger, Winfried Kleine, Günter Hoffmann, Werner Lehrmann, Horst Strahl (58. Werner Basel)

Trainer: Otto Werkmeister

Spielbericht

Das war ein gutes Finale

Ende gut, alles gut. Das darf man beiden Mannschaften trotz des glatten 5:2-Resultates zurufen. Zum Abschluß einer kräftezehrenden Saison boten beide Kollektive eine spielerische Leistung, die, wenn man die glitschig nassen Bodenverhältnisse bedenkt, als durchaus gut zu bezeichnen ist. Wenn die Hallenser mit 2:5, wie schon im letzten Jahr, abermals geschlagen die Heimreise aus Jena antreten mußten, so zeigten sie sich diesmal doch wesentlich stärker. Vor allem in spieltechnischer Hinsicht, in bezug auf die Ballbehandlung, überzeugte die Mannschaft, die selbst bei einem 1:5-Rückstand nicht aufsteckte und dann auch durch ihren eindrucksvollsten Stürmer G. Hoffmann zu einer mehr als verdienten Resultatsverbesserung kam.

Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften lag lediglich darin, daß Halle teilweise den Kurzpaß, das Klein-Klein etwas übertrieb und Jena mit steil angelegten Angriffen, aber auch mit der größeren Schußkraft das erfolgversprechendere Rezept zu haben schien. Auf alle Fälle bot das Treffen mit Ausnahme der letzten Viertelstunde gutklassigen Fußball in Anbetracht der herrschenden Platzverhältnisse.

Mit großer Freude stellten Jenas Fußballfreunde die Form Müllers fest, der nicht nur drei Tore erzielte, sondern sich auch recht fleißig um den Spielaufbau kümmerte und sich mehr und mehr seiner großen Form früherer Jahre nähert. Begeisterung rief sein Treffer zum 2:1 hervor, als er R. Duckes Eingabe von rechts annahm und den bis auf seinen Schnitzer beim 5. Jenaer Tor ausgezeichneten Schlußmann Weise mit einem unhaltbaren 15-Meter-Scharfschuß ins rechte obere Eck schlagen konnte. Zur Dramatik des Spieles trug bei, daß sowohl Jena durch P. Ducke einen Pfostenschuß als auch Halle durch Lehrmann und später G. Hoffmann zwei Lattenschüsse zu verzeichnen hatte. Stellen wir noch in Rechnung, daß durch das Ausscheiden des Hallenser Verteidigers Heyer die Gäste in den letzten 10 Minuten nur 10 Mann im Feld hatten, da eine Auswechslung zwischen Strahl und Basel vorausgegangen war. Wie gesagt, ein schnelles, abwechslungsreiches Treffen, in dem beide Tore häufig im Brennpunkt standen.

Sonderbeifall gab es vor Spielbeginn für Jenas Verteidiger Hüfner, der mit diesem Spiel aus dem Oberliga-Kollektiv des SC Motor, dem er 7½ Jahre angehörte, ausschied und nunmehr als Trainer-Assistent in seinem Club weiterarbeiten wird.

(Peter Palitzsch in "Die Neue Fußballwoche" vom 29. November 1960)