1975/1976 01. Spieltag: BSG Wismut Aue - FC Carl Zeiss Jena 0:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 1. Spieltag
Saison Saison 1975/1976, Hinrunde
Ansetzung BSG Wismut Aue - FC Carl Zeiss Jena
Ort Otto-Grotewohl-Stadion in Aue
Zeit Sa. 23.08.1975 15:00 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Hans Kulicke (Oderberg)
Ergebnis 0:3
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Aue
Detlef Zimmer
Frank EspigGelbe Karte.gif
Alfons Babik, Andreas Pekarek, Günter Seinig
Holger Erler, Jürgen Escher, Jürgen Körner
Klaus Hartmann (67. Hans-Jürgen Thomas), Thomas Teubner, Frank Stein

Trainer: Bringfried Müller

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Helmut Stein
Gert Brauer, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Dietmar SengewaldGelbe Karte.gif, Rainer Schlutter, Harald Irmscher
Peter Ducke, Klaus Schröder, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Zunächst in Nöten, dann klarer Erfolg

Von vornherein bewegte sich Wismuts Optimismus in Grenzen. "Eine gegenüber der letzten Saison auf acht Positionen veränderte Elf braucht Zeit, um das spielerische Gleichgewicht zu finden." Dieter Schüßler, mit eingegipsten Fuß (Kapselriß und damit Ausfall für vier Wochen!) ins Stadion hinkend, äußerte es mit einem Anflug verständlicher innerer Sorge. Am festen Willen der Elf, sich von Jenas größerem spielerischen Reifegrad unter keinen Umständen erdrücken zu lassen, fehlte es keinem einzigen Wismut-Akteur. Angefangen von Torhüter Zimmer, der Mut und taktisches Verständnis bewies, bis hin zum stämmigen Stein, auf den viele Hoffnungen ruhten. Nur wenige davon erfüllten sich jedoch in diesen 90 Minuten.

"Wir mußten Jena von Beginn an durch Tempo und Einsatz fordern - allein darin bestand die Chance, eine für uns gefährliche Stabilisierung des erfahrenen Gegners so lange wie möglich zu verhindern", so Holger Erler. Im zielbewußten Ansturm der ersten 30 Minuten durfte Wismut-Cheftrainer Bringfried Müller darauf vertrauen, diesen Vorsatz zu realisieren. Doch schon hier zeigte sich die Cleverness des Vizemeisters. Brenzlige Situationen, von Teubner und Erler gegen den glänzend parierenden Grapenthin heraufbeschworen, zwangen sofort zu einem Höchstmaß an Konzentration in der Abwehrarbeit. Stein, Weise, Kurbjuweit, insbesondere aber Brauer demonstrierten sie eindrucksvoll. "In der Abstimmung zwischen ihnen gab es keinerlei Fehler - das war schon imponierend." Manfred Weikert, wenige Stunden vorher aus dem Wismut-Oberligakollektiv verabschiedet, gestand damit ein: Hier legte Jena den Grundstein für eine Vielzahl selbstbewußter Aktionen, mit denen Vogel, Ducke, Irmscher und Co. allmählich und besonders nachhaltig dann nach dem Wechsel die Szenerie beherrschten.

Auf dem Weg zu größerer spielerischer Ausgewogenheit als in der Saison 1974/75 scheint der FC Carl Zeiss bereits einen ersten wichtigen Schritt zurückgelegt zu haben! Schröder, Sengewald erhärteten diesen Eindruck mit ihrem Anpassungsgeschick. Der Unterpfand für klugen Kombinationsfußball war damit gegeben. Aue hingegen, lange vom Fleiß Eschers und Erlers sowie der Bereitschaft Babiks ("dieser Vogel ist nach wie vor ein Klassemann!") profitierend, zerfiel nach Irmschers 0:2. Deckungstreue war der Elf jetzt ein Buch mit sieben Siegeln!

Zum Schiedsrichterkollektiv: Kulicke zögerte beim Strafstoß unbegreiflich lange und beschwor, ebenso wie mit einigen darauffolgenden unklaren Entscheidungen, damit Unruhe herauf. Das erfordert Abstriche an seiner Partie.

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fußballwoche" vom 26. August 1975)