1980/1981 ECII 4. Spiel: FC Valencia - FC Carl Zeiss Jena 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb EC II, 2. Runde Rückspiel
Saison Saison 1980/1981
Ansetzung FC Valencia - FC Carl Zeiss Jena
Ort Estadio "Luis Casanova"
in Valencia
Zeit Mi. 05.11.1980
Zuschauer 50.000
Schiedsrichter Michel Vautrot (Frankreich)
Ergebnis 1:0
Tore
  • 1:0 Botubot (61.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
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Valencia
José Manuel Sempere
Ricardo Arias
José Carrete, Manuel Botubot, José Cervero
Ángel Castellanos, Enrique SauraGelbe Karte.gif, Mario KempesGelbe Karte.gif (46. Javier Subirats)
Darío Felman (81. Orlando Jiménez), Fernando Morena, Pablo Rodríguez

Trainer: Bernardino Perez

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Lothar Kurbjuweit, Konrad Weise, Dietmar Sengewald
Gerhardt Hoppe, Andreas KrauseGelbe Karte.gif, Lutz Lindemann (70. Thomas Töpfer)
Martin Trocha (75. Andreas Bielau), Jürgen RaabGelbe Karte.gif, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


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Spielbericht

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Nervenstärke kann zur Trumpfkarte werden!

Spaniens Presse hatte am vergangenen Mittwoch kurz vor Mitternacht ihre Sensation. "Das Unglaubliche ist passiert. Der Cupverteidiger ging k.o.", schrieb am nächsten Tag "Levante". In der Zeitschrift "Los Provincias" hieß es: "Der DDR-Pokalsieger behielt auch im gefürchteten ´Luis Casanova´ kühlen Kopf, hielt die Kempes-Elf mit glänzender Taktik in Schach."

Die Thüringer dürfen sich dieser Komplimente nach diesen hochdramatischen, von unerhörter Einsatz- und Tempohärte gezeichneten 90 Cup-Minuten zu Recht erfreuen. Sie vollbrachten inmitten heißer Atmosphäre und vor einer imponierenden Kulisse im "Casanova", in dem die steilaufragenden Traversen und Tribünen einen regelrechten Kessel bilden, in der Tat eine Top-Leistung. Sie beließen es nämlich nicht bei einem Teilerfolg gegen eine europäische Spitzenelf, was DDR-Vertretungen schon einige Male im EC glückte, diesmal gelang ihnen auch der zweite Schritt. Sie eliminierten den Cupverteidiger, "weil jeder einzelne mit einer hervorragenden Einstellung bei der Sache war. In Jena bestätigten wir unsere Angriffsqualitäten. Heute sicherten wir den Einzug ins Viertelfinale mit einer disziplinierten, taktisch klugen Abwehrleistung ab", freute sich Hans Meyer, dem die Mannschaft nachträglich ein prächtiges Geburtstagsgeschenk bereitete.

Auch das Wetter kam Jena entgegen. Der 20stündige Dauerregen, der erst gegen Mittag aufhörte, sorgte nicht nur für tiefen und weichen Boden, "auf dem wir in unserem Element waren, unsere größere Kraft ausspielen konnten", meinte Gerhardt Hoppe, sondern er schraubte auch die Temperatur auf acht Grad herunter.

All das schlug sich in der selbstbewußten, ungemein konzentrierten, klug den Ball sichernden Spielführung nieder. "Von Hektik, gar Planlosigkeit entdeckte ich im Spiel des FC Carl Zeiss keine Spur. Das irritierte offensichtlich die Spanier", urteilte UEFA-Beobachter Vital Loreaux (Belgien).

Der Cupverteidiger, der ohne Tendillo (verletzt) und Solsona (noch gesperrt) antrat, begann, und das überraschte, keineswegs mit Volldampf. Im Gegenteil, er hatte offensichtlich höllischen Respekt vor dem DDR-Vertreter, ging in der Abwehr keinerlei Risiko ein, sicherte vor allem Trocha, "der erneut unerhört rackerte, ständig für Gefahr sorgte" (so Helmut Stein), doppelt ab, und strebte den Erfolg und Tore offensichtlich durch seine glänzenden Individualisten an.

Aber dieser Plan ging dank der konsequenten und aufopferungsvollen Deckungsarbeit von Kurbjuweit, Weise und Sengewald nicht auf. Sie nämlich gestalteten ihre Zweikämpfe gegen Pablo, Morena und Felman durchweg erfolgreich. Und da auch Hoppe, Lindemann und Krause - der gegen Kempes famos spielte - ebenso Vogel und Raab unermüdlich störten, die Räume verengten, klug den Ball sicherten, kamen auch die individuellen Vorzüge von Kempes, Saura oder Castellanos nie zum Tragen. Ein Extralob verdiente sich Schnuphase.

Erst das Tor von Botubot, der nach einem Carrete-Freistoß per Kopfball Grapenthin aus acht Metern keine Chance ließ, baute bei den Spaniern vieles ab. Erst jetzt fiel von ihnen die Nervosität ab, die vor allem Saura, auch Castellanos, Arias und Kempes (!) - nach seiner Verletzungspause nicht in bester körperlicher Verfassung - zu schaffen machte, zu unbeherrschten Attacken und Fouls verleitete.

Aber die Jenaer hielten auch diesem Feuerwerk stand, besaßen in Grapenthin einen hervorragenden Rückhalt. Nachdem er vor der Pause nur durch einen Kempes-Kopfball geprüft worden war (19.), bot er vor allem gegen Subirats (70.) und Felman (81.) glänzende Rettungstaten.

"Jena geriet dennoch nie aus dem Gleichgewicht, blieb durch Konter stets gefährlich. Ich gratuliere dieser Mannschaft", bekannte Bernardino Perez, der auch die hervorragende Leistung von Schiedsrichter Vautrot hervorhob. In seinen Schlußpfiff mischte sich auch der ehrliche Beifall von den Rängen!

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 11. November 1980)

Weblinks