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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte Hinrunde
Saison Saison 1933/1934
Ansetzung FC Wacker Halle : 1.SV Jena
Ort Wackersportplatzanlage
an der DessauerStr. in Halle
Zeit So 19.11.1933
Zuschauer 4.000
Schiedsrichter Krüger (Reideburg bei Halle)
Ergebnis 6:0 (2:0)
Tore
  • 1:0 Hupfeld (33.)
  • 2:0 Schneider (37.)
  • 3:0 Schneider (55.)
  • 4:0 Büchner (68.ET)
  • 5:0 (72.)
  • 6:0 (75.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Halle
Günther
Hädicke , Belger
Jung , Schulz , Tetzner
Gold , Kettnitz , Hupfeld , Schneider , Schlag


Jena
Büchner
Opatz , Ketteritzsch
Stannewitz , Werner , Spindler
Kind , Thier , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber

Spielbericht

Mit einer Niederlage , die in diesem Ausmaße von niemanden erwartet wurde , endete das erste Auftreten des 1.Sportvereins Jena in Halle als Gauligagegner des FC Wacker Halle . Die 4000 Zuschauer , die Halle zu dieser Begegnung stellte , erlebten denn auch am Können der Jenaer Mannschaft eine so starke Enttäuschung , die mit keiner Entschuldigung für Jena begründet werden kann . Der Vereinsleitung des 1.SV Jena und der Mannschaft selbst wird es indessen klar zum Bewußtsein gekommen sein , daß von einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegenwärtig überhaupt nicht geredet werden kann , und daß damit die Mannschaft mitten in eine schwere spielerische Krise geraten ist . Zu dieser Erkenntnis muß man um so mehr kommen , als äußere Einflüsse einer Behinderung durch den Gegner überhaupt nicht geltend gemacht werden können . Es war ein Platz von tadelloser Verfassung vorhanden , ein objektiv sich verhaltendes Publikum , das in keiner Weise das Spiel störte , und der Gegner selbst zeigte sich spielerisch und sportlich in bester Disziplin . Dazu leitete der Schiedsrichter Krüger , Reideburg bei Halle , das Spiel einwandfrei und in korrektester Weise . So ist die hohe 6:0-Niederlage Jenas nur auf die tatsächlich schlechte Gesamtleistung als Mannschaft zurückzuführen . Das soll und muß auch hier ohne alle Beschönigung zum Ausdruck gebracht werden . Es wäre nur bedingt richtig , einzelne Spieler als Versager in der Mannschaft für die blamable Niederlage verantwortlich zu machen . Vielmehr muß erkannt und zugegeben werden , daß die Mannschaft ohne jedes System in ihrer Spielanlage einem Gegner gegenüberstand , der das Spiel durch diese Eigenschaften bestimmte und für sich auszuwerten wußte . Das Urteil der Hallischen Zuschauer geht dahin , daß Jena von allen dort zu Gaste gewesenen Gauligamannschaften das harmloseste Spiel geliefert hat . Das ist um so bedauerlicher , als Jena sonst in Großstädten in seiner Mannschaftsleistung eine andere Bewertung gefunden hat . Mit dem Winde in der ersten Halbzeit spielend , bestimmte Jena wohl volle 30 Minuten lang die Angriffe und drängte den Gegner in seine Spielhälfte zurück . Das ideenarme Spiel der Jenaer Mannschaft , in dem nie ein geschlossener Zug zu einer einheitlichen Handlung erkennbar war , blieb damit auch ohne alle Wirkung für einen Torerfolg . Nur 4:0 Ecken deuten an , daß Jena zu dieser Zeit mehr im Angriff lag . Anders wußte dagegen Halle die Vorteile mit dem Winde im Rücken für sich zahlenmäßig im Resultat zu gestalten . Mit 2 vermeidbaren Toren Vorsprung in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit übernahm Wacker nach dem Wechsel volle 45 Minuten lang das Kommando . Schwache Gegenangriffe Jenas gipfelten nur in einem schönen Kopfball , den der Hallische Tormann im Fallen noch abwenden konnte . Wacker spielte und kämpfte . Jeder Spieler seiner Mannschaft erfüllte die Funktionen , die ihm oblagen , nur immer wieder aus Gesichtspunkten heraus , die für die Geschlossenheit der Mannschaftsleistung die beste Garantie gaben . Dei Vorzüge , schnelles Abspiel , in Stellunglaufen , Beweglichkeit aller Spieler , auch ohne im Besitz des Balles zu sein , waren die markanten Zeichen für den Erfolg der Wackeraner auch in dieser Höhe des Resultats .

Bis zur 30. Minute fallen für Jena 4 Ecken , dann ist es mit seinem Können vorüber . Aus naher Entfernung kommt Halle durch den Mittelstürmer in der 33. Minute zum Führungstor , in der 37. Minute erzielt der Halbrechte das 2. Tor . 4 Tore in der zweiten Halbzeit sind das Ergebnis eines drangvollen systematischen Spieles unter Ausnutzung der Flügel . Schon nach 10 Minuten Spielverlauf kommt Halle in Anschluß an einen Eckball zum dritten Tore durch den Halbrechten . In der 23. Minute lenkt Jenas Tormann einen hohen Ball zum 4:0 ein . Dann ist in der folgenden Minute Werner durch den vorgenannten Eckball (Kopfball) für Halle gefährlich . In der 27. Minute wird ein hoher Schrägschuß von rechts für Halle verwandelt und in der 30. Minute ist das Ergebnis für Halle mit 6:0 festgestellt . Jena hat nach dieser Niederlage seine Aussichten , den Anschluß an die Spitzengruppe wieder zu finden , völlig verloren . Die Mannschaft wird sich so vorbereiten müssen , daß sie bis zum nächsten Spiel am 3. Dezember gegen Sportklub Erfurt bestehen kann . Die Ergebnisse der bisherigen Spiele sind nun 4 gewonnene und 4 verlorene Spiele , die letzteren sind ein Beweis dafür , daß sich die Mannschaft auf des Gegners Plätzen nicht behaupten kann , ihre Aufgabe ist es , hier für Wandlung zu sorgen , also Training !

Bericht von E. Pr. in der Jenaischen Zeitung vom 20.11.1933

Spiele

19.11.33

  • SC Erfurt : Fortuna Magdeburg 2:3
  • Viktoria 96 Magdeburg : SpVgg Erfurt 1:1
  • Preußen Magdeburg : VfL Bitterfeld 1:1
  • Wacker Halle : 1.SV Jena 6:0
  • SV Merseburg 99 : SV Steinach 08 2:2